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Hilfe bei der OrientierungJugendberufsagentur  bündelt Beratungsangebote in Euskirchen

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Eine Gruppe Menschen steht hinter Schreibtischen in einem Büroraum. Ein Mann sitzt vor ihnen und hat seine Hand auf einem der Schreibtische abgestützt.

In der Offenen Beratungsstelle der Jobagentur Euskirchen stehen einige der beteiligten Akteure, unter anderem die Geschäftsführerin des Jobcenters, Astrid Hahn (r.).

Berufsberatung, Jobcenter und Jugendhilfe arbeiten jetzt im Kreishaus-Anbau am Jülicher Ring 32a Euskirchen zusammen. 

Um Jugendlichen, die am Übergang von der Schule zum Beruf stehen, eine umfassende Orientierungshilfe anzubieten, kooperieren nun Berufsberatung, Jobcenter und Jugendhilfe. Statt verschiedener Zuständigkeiten soll die Jugendberufsagentur vormals getrennte Beratungsangebote für junge Menschen im Kreis an einer Stelle bündeln: dem Kreishaus-Anbau, Gebäude D, Jülicher Ring 32a in Euskirchen.

Die Angebote unter einem Dach zu bündeln sei für beide Seiten ein echter Gewinn, so Landrat Markus Ramers: sowohl für die Jugendlichen als auch für die Teams, die mit ihnen arbeiten. „Die Betroffenen werden nicht mehr von Tür zu Tür geschickt.“ Stattdessen biete man eine feste Anlaufstelle mit kurzen Wegen.

Neue Bedingungen in der Arbeitswelt fordern ein Umdenken

„Wir haben einen Fachkräftebedarf, den wir nur decken können, wenn wir alle Menschen berücksichtigen“, gab Ralf Holtkötter, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Brühl, zu bedenken. Da die Berufswelt immer komplexer werde, fühlten sich viele Jugendliche orientierungslos, so Holtkötter.

Zeitgemäße Hilfestellung sei eine individuelle Betreuung. „Wir kommen mit Standardprogrammen der Vergangenheit nicht mehr weiter“, so Holtkötter. Von der Zusammenarbeit in Euskirchen verspreche man sich Synergieeffekte, durch die man den Jugendlichen deutlich schneller zu Ergebnissen wie einem Ausbildungsplatz, verhelfen kann.

Jugendberufsagentur möchte Beratung auf Augenhöhe bieten

„Die Jugendlichen sind die Fachkräfte von morgen. Eine gute Unterstützung zahlt sich immer aus“, pflichtet Astrid Hahn, Geschäftsführerin des Jobcenters, bei. Wichtig sei, den jungen Menschen auf Augenhöhe zu begegnen: „Wir achten nicht auf Nationalität oder Herkunft.“ Sie betont zudem, dass die finanziellen Umstände der Jugendlichen nicht zu deren Benachteiligung führen sollen.

Alle der 81 Mitarbeitenden vor Ort – 18 vom Jobcenter, 12 aus der Berufsberatung und 51 aus der Jugendhilfe – seien gründlich geschult worden, um den Hilfesuchenden eine kompetente und angenehme Beratung zu ermöglichen, erläutert Patrizia Fox von der Agentur für Arbeit. Bei Sprachbarrieren ziehe man über die Kommunale Koordinierungsstelle des Kreises Dolmetscher zu den Gesprächen hinzu oder behelfe sich mit webbasierten Sprachanwendungen, fügt Hahn an.

Wie sich Hilfesuchende an die Jugendagentur richten können

Laut Ralf Holtkötter findet der Erstkontakt zur Berufsberatung in der Regel in der Schule statt: „Außerdem gibt es tausend Wege, sich im Internet zu informieren.“ Die Jugendagentur präsentiert sich online auf einer Webseite, auf der Jugendliche oder deren Eltern sich durch die Themen wie Schule, Ausbildung, Studium, Arbeit, News und Termine sowie „Lost“ navigieren können. Auf der Seite gibt es auch ein Kontaktformular.

Ein eigener Kanal auf den Sozialen Medien ist aktuell nicht vorgesehen. Laut Fox plant man jedoch, dort Anzeigen auszuspielen, um das junge Zielpublikum auf das Beratungsangebot aufmerksam zu machen. Für die Eltern und Jugendlichen ist zudem eine Hotline eingerichtet, die unter Tel. 02251/797900 erreichbar ist.

Ab März können die jungen Menschen montags von 9 bis 12 und dienstags von 13 bis 16 Uhr auch ohne Termin vorstellig werden. „Der erste Ansprechpartner vor Ort hat eine Lotsen-Funktion“, sagt Fox: „So gibt es keinen Drehtüreffekt.“ Beratungen mit den jeweiligen Fachkräften organisiert der Lotse, so dass verschiedene Zuständigkeiten keine Hürde mehr darstellen. Der Leitsatz der Jugendberufsagentur „Dein Weg. Deine Entscheidung. Unsere Begleitung“ unterstreicht diesen Gedanken.

Hahn: „Der enge Schulterschluss der Behörden soll den Jugendlichen einen guten beruflichen Lebensweg ermöglichen.“ Damit treibe man den Bürokratieabbau voran, was auch die Kosten verringern könne. Zu den angebundenen Akteuren zählen die Koordinierungsstelle des Kreises, regionale Schulleitungen, Schulsozialarbeiter, Sucht-, Schuldner- und Schwangerschaftsberatungen sowie die Industrie- und Handelskammer Aachen sowie die Handwerkskammer Aachen.