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Wissen zugänglich vermittelnWie man eine Kursleitung an der Euskirchener VHS übernimmt

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Vanessa Becker sitzt hinter einem Computerbildschirm an einem Schreibtisch und lächelt. Im Vordergrund sind unscharfe Büroartikel.

Steht im regen Austausch mit den Kursleitungen an der Volkshochschule: Vanessa Becker, die Leiterin der VHS im Kreis Euskirchen.

Die Leiterin der VHS im Kreis Euskirchen, Vanessa Becker, spricht darüber, was es braucht, um Kurse zu geben. Interessierte werden gesucht.

Die Volkshochschule (VHS) des Kreises hat ein neues Kursprogramm für das laufende Jahr zusammengestellt. In den unterschiedlichen Angeboten soll „Wissen niedrigschwellig vermittelt werden“, fasst es Vanessa Becker, die Leiterin der VHS des Kreises Euskirchen, zusammen.

Damit die Lernwilligen in den elf Kommunen auf ihre Kosten kommen, werden Expertinnen und Experten benötigt, die ihr Wissen gerne weitergeben wollen. Doch: „Auch wir leiden unter dem Fachkräftemangel“, so Becker: „Seit Corona ist es schwieriger geworden, Interessierte zu finden.“

Dabei folgt die Bewerbung als Kursleitung an der Volkshochschule laut der VHS-Chefin dem gleichen Grundsatz, der auch für die Wissensvermittlung gilt: Möglichst zugänglich soll es sein. Becker: „Es gibt kein Bewerbungsgespräch im klassischen Sinne.“ Der Prozess sei insgesamt wenig an Formalien gebunden.

Die Kursformate an der Volkshoschule richten sich nach deren Inhalt

Wie so eine informelle Bewerbung aussieht? „Wir freuen uns über Initialbewerbungen“, sagt Becker: „Am besten per E-Mail oder telefonisch unter 02251/15780.“ Interessierte könnten angeben, was für Wissen sie vermitteln wollen. Man könne auch einen Lebenslauf mitschicken, das sei aber nicht zwingend erforderlich.

Nach einer ersten Kontaktaufnahme rufe die VHS den Bewerber oder die Bewerberin in der Regel zurück. „Wir probieren Neues aus und wollen niemanden ablehnen“, sagt Becker. Allerdings: „Wenn wir etwas schon mehrfach probiert haben und es nicht geklappt hat, machen wir es nicht“, erläutert sie zu Programmvorschlägen, die ungeeignet sind: „Wir machen auch keine zu esoterischen Angebote.“ Eine (wissenschaftlich) fundierte Grundlage für den Kursinhalt werde vorausgesetzt.

Die Bewerberinnen und Bewerber müssen laut Becker auch nicht zwingend studiert haben – gerade bei handwerklichen Kursen lasse sich eine Eignung der Kursleitung in spe auch über das Können feststellen. „Wir sind flexibel, was die Kursmodelle angeht“, erläutert Becker. Man überlege gemeinsam, welches Format am besten zum Kursinhalt passe – etwa ein Workshop, ein Blocktermin oder eine Kursreihe. Auch die Fragen, ob der Kurs vor Ort oder online abgehalten werde, sei vom Inhalt abhängig. „In einer der kleineren Kommunen würde ein Koreanisch-Kurs in Präsenz nicht laufen“, nennt Becker als Beispiel.

„Nachdem Kursinhalt und -format besprochen wurden, bekommen die Kursleitungen einen Honorarvertrag“, erläutert sie weiter. Der Volkshochschule sei daran gelegen, die Kursleitungen zu unterstützen: Über die VHS sei es etwa möglich, Lernmaterialien zu bestellen. Außerdem könne die VHS-Cloud zur Vernetzung der Lehrenden genutzt werden. Neben den 13 Räumen im Alten Rathaus können auch virtuelle Kursräume zur Verfügung gestellt werden. „Jedes Jahr gibt es mindestens zwei Fortbildungen zu didaktischen Themen“, sagt Becker. Es seien auch weitere Seminare oder Fortbildungen buchbar.


Das neue Kursprogramm der VHS im Kreis

Die meisten VHS-Kurse im Kreis Euskirchen beginnen dieses Jahr am 23. Februar. Neu angeboten werden etwa thematische Führungen in Zülpich (Jüdisches Leben bis 1945) oder Köln (Kabarettistischer Rundgang). Im Bereich Beruf/Kommunikation können ab sofort die Kurse Mobbing am Arbeitsplatz und Gelungene Moderation von Online-Meetings gebucht werden. Es gibt zudem Kurse zu Künstlicher Intelligenz, Entspannungstechniken und Gestaltungsmöglichkeiten.

Anmeldungen zu den Kursen sind online, telefonisch oder persönlich zu den üblichen Bürozeiten möglich. In der Beratungswoche, die noch bis zum 6. Februar läuft, kann die VHS im Alten Rathaus   täglich bis 18 Uhr besucht werden. 


Verwaltung zieht um

Die Euskirchener Stadtverwaltung zieht vom 27. März bis 2. April in das Rathaus in der City Süd um. Demnach werden Räume im Bürgerbüro (bisher Baumstraße 2), im Zentralen Immobilienmanagement (Im Schilderfeldchen 29) und im bisherigen Rathaus (Kölner Straße 75) frei. Ob die VHS des Kreises diese nutzen kann und wird, steht noch nicht fest.