Das Prinzentreffen im Altkreis Schleiden in Dreiborn hat längst Kultstatus. Diesmal war es vom Abschied des Präsidenten geprägt.
TollitätentreffenEin letzter großer Bahnhof in Dreiborn für Wim Jäger

Der Aufmarsch der Tollitäten samt Ordensaustausch darf im Saal Hilgers natürlich nicht fehlen, ansonsten geht es aber zu wie bei einem urgemütlichen Familientreffen.
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Auch wenn sich im Karneval die Termine jährlich etwas verschieben, eines ist gewiss: Am Donnerstag vor Weibertag ist der Tollitätenempfang im Kreishaus und am Tag danach ist Prinzentreffen der Ringgemeinschaft Altkreis Schleiden. Auf eine Feststellung legen die Eifeler für die Veranstaltung im Saal Hilgers in Dreiborn großen Wert: Die Versorgung mit Getränken ist auf jeden Fall reichhaltiger als im Beamtenbunker in Oeskerche.
Nicht nur deswegen hat das Treffen längst Kultstatus erlangt und auch seinen Ruf weg unter den Karnevalisten: Vorsicht ist angesagt, die Stimmung ist gut, so mancher hat dort schon mehr Alkohol konsumiert, als er eigentlich wollte. Was aber nicht heißt, dass es keine Veranstaltung für Abstinenzler ist. Ganz im Gegenteil – hier werden sogar Anti-Alkoholiker produziert, wie Prinz Stefan I. aus Vussem verriet.
Seit drei Jahren keinen Tropfen Alkohol getrunken
Seit er bei seinem ersten Besuch des Prinzentreffens vor drei Jahren derart versackte, dass er von mildtätigen Seelen fürsorglich nach Hause gebracht werden musste, rührt er keinen Tropfen Alkohol mehr an. Was Vorteile habe, so Vussems Präsident Michael Mertes: So habe er nach dem Besuch der Sitzungen immer jemanden dabei, der noch mit dem Auto fahren könne.
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Neben dem üblichen Großaufgebot von Prinzen, Bauern, Jungfrauen, Prinzessinnen und Kinderprinzenpaaren oder -dreigestirnen gab es in diesem Jahr vor allem ein Thema: den Abschied von Günter Jäger, allgemein nur als Wim bekannt. 36 Jahre war er Sitzungspräsident des Vereinsbunds Dreiborn und hat damit Generationen von Karnevalisten auf die Bühne im Saal Hilgers hinauf- und wieder hinuntergehen sehen.

Vussems Prinz Stefan I. hat neben seinem DJ-Pult gerne auch mal einen Nebelwerfer dabei.
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Ganz schön emotional: Günter „Wim“ Jäger geht nach 36 Jahren.
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Und so drückten die Vorsitzenden und die Präsidenten der Gesellschaften, die der Einladung des Vereinsbundes zum Prinzentreffen gefolgt waren, immer wieder dem scheidenden Urgestein des Dreiborner Karnevals ihren Respekt und Dank aus.
Eine Überraschung wurde ihm auch noch zuteil. Denn Schleidens Bürgermeister Ingo Pfennings war nicht mit leeren Händen gekommen, sondern hatte das Goldene Buch der Stadt mitgebracht. Hier konnte sich Jäger verewigen, ebenso sein Schleidener Kollege Norbert Niebes, der in diesem Jahr seine Ämter als Vorsitzender und Präsident von Blau-Weiß abgegeben hat.
Den Saal in Nebel gehüllt
Wie gewohnt präsentierten sich die versammelten Tollitäten mit ihrer Gefolgschaft auf der Bühne des Dreiborner Dorfsaales. Nicht fehlen durfte dabei das DJ-Pult von Prinz Stefan aus Vussem, der auch einen Nebelwerfer mitgebracht hatte.
Nach dem obligatorischen Tausch der Orden unter den Tollitäten, der vom Saalmusiker Achim Pütz begleitet wurde, ging es zum gemütlichen Teil über. Hier hatte der Vereinsbund wieder ein Programm mit Musik und Tanz zusammengestellt. Nach den Sternschnuppen, der Tanzgruppe der IG Ländchen, übernahm die Band Lückenfüller das Kommando auf der Bühne.
Aus Keldenich war die Showtanzgruppe Fusion gekommen, um die Jecken im Saal zu unterhalten. Ihnen folgten das Männerballett aus Udenbreth, die „Highländer vom Weißen Stein“, mit seinem Tanz. Zum Abschluss ging die Brass-Karnevalsband Vennomenal auf die Bühne und sorgte noch einmal für Stimmung.

