Die achte Auflage von „Nordeifel-Mordeifel“ wartet mit außergewöhnlichen Orten auf, an denen Autorinnen und Autoren aus ihren Werken lesen.
LiteraturDas Krimifestival „Nordeifel-Mordeifel“ hat begonnen

In der stimmungsvollen Kulisse fühlten sich die Autoren Ralf Kramp (v.r.), Klaus Stickelbroeck und Peter Godazgar sowie Moderatorin Susanne Edl sichtlich wohl.
Copyright: Cedric Arndt
Ein Verbrechen in der Nachbarschaft sorgt im Normalfall wohl eher für Erschrecken und die Sorge um die eigene Sicherheit. Seit Samstag sind es genau diese Ereignisse, die bei zahlreiche Krimifreunde für wohlige Schauer sorgen und sie in Vorfreude auf die nächsten finsteren Machenschaften mordlustiger Gesellen versetzen. Denn es ist wieder Festival-Zeit – und bei „Nordeifel-Mordeifel“ ist natürlich alles rein fiktiv.
Zum achten Mal lassen an neun Tagen und an 15 außergewöhnlichen Veranstaltungsorten 22 Autorinnen und Autoren ihre teils skurrilen, teils gemeinen und häufig mit einer guten Portion Humor gewürzten Geschichten lebendig werden.
Ralf Kramp erklärt, was den Reiz von Eifelkrimis ausmacht
„Der besondere Reiz an Eifelkrimis ist es, die Möglichkeit zu haben, das Geschehen in einem bekannten Umfeld mitzuerleben, ohne selbst betroffen zu sein“, erklärte Ralf Kramp, der die Veranstaltungsreihe mit seinen Autorenkollegen Peter Godazgar und Klaus Stickelbroeck eröffnete: „Man kann es ein wenig damit vergleichen, wenn man eine noch unbekannte Person kennenlernt. Dabei sucht man zuerst Gemeinsamkeiten, auf denen man dann alles Weitere aufbauen kann.“
Diese Gemeinsamkeiten finden in Form von Schauplätzen oder Persönlichkeiten in den Geschichten Platz, die während der Krimitage mehr als 1000 erwartete Besucher hören werden. Einen gelungenen Auftakt dazu gab’s im S-Forum der Kreissparkasse. Zum Thema „Die Gentlemen bitten zur Kasse“ passend, verliehen Samtvorhänge und lederne Sitzgelegenheiten im britisch-nostalgischen Stil den Eindruck eines Herrenzimmers.

Die Musik passte zum Thema: Das Landespolizeiorchester NRW eröffnete die Krimitage mit Michael Jacksons Klassiker "Thriller".
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Das Autoren-Trio und Moderatorin Susanne Edl nahmen diesen Spielball gerne auf. Schnell wurden Teile des Interieurs, etwa eine alte Tageszeitung, genutzt, tief in die Stimmung der Kulissen einzutauchen. Dabei half auch die musikalische Untermalung durch die Jazz-Rock-Pop-Band des Landespolizeiorchesters NRW und Titeln wie „Thriller“ von Michael Jackson.
Sobald Peter Godazgar mit dem Auszug der ersten Geschichte des Abends ans Mikrofon trat, befand sich das Publikum schnell mitten im Geschehen. Ganz zur Freude auch von Landrat Markus Ramers, der nicht nur die Schirmherrschaft übernommen hatte, sondern gleich auch eine kleine Leserolle erhielt. Denn der Besuch der als Autor tätigen Hauptfigur Ludwig Faßbender in der Geschichte „Mein größter Fan“ hatte auch im fiktiven Euskirchen den Landrat auf den Plan gerufen, dessen Rolle von seinem realen Amtskollegen übernommen wurde. Zwar rückte schnell besagter Fan Paul Nopp in den Fokus – doch ebenso wurde klar, dass der humoristische Anteil bei den „Nordeifel-Mordeifel“-Lesungen nicht zu kurz kommen darf.
Der Humor kommt in vielen der Geschichten nicht zu kurz
Ralf Kramp, der seinen Protagonisten Hajo mit dem Wunsch seiner Mutter nach einer Seebestattung konfrontiert, präsentierte trotz des düsteren Themas mit großer Freude Gelegenheiten, die das Publikum mit einem herzhaften Lachen quittierte. Unter dem Titel „Mutter bei die Fische“ beleuchtete er Begegnungen mit einem in Kommern ansässigen Bestattungsunternehmen aus einem neuen, augenzwinkernden Blickwinkel.
Selbst der Umzug von Klaus Stickelbroecks Ich-Erzähler, der mit der Familie ein neues Leben in Kronenburg beginnen möchte, hielt neben spannenden Erzählungen auch einige humoristische Elemente bereit. Denn weder die Zuschauer noch der Ich-Erzähler hätten erwartet, dass ausgerechnet der Aufbau eines Ikea-Schrankes zu ungeahnten Verwicklungen inklusive einiger Opfer führen sollte. Insbesondere die Erwähnung bekannter Örtlichkeiten und Personen sorgte im Publikum regelmäßig für ein Lächeln und kurze, flüsternd geführte Beteuerungen, ganz genau zu wissen, von wem gerade die Rede sei.
Bis Sonntag, 13. September, locken die „Nordeifel-Mordeifel“-Lesungen Interessierte zu Tatorten im ganzen Kreis. Die meisten Lesungen sind ausverkauft. Das komplette Programm und ein Überblick zu den zur Verfügung stehenden Restkarten finden sich im Internet.
Noch Chancen bestehen fürs Krimidinner am Mittwoch, 9. September, im Euskirchener Restaurant Heimat und für die tierische Familienlesung „Magische Spurensuche im Lampakaland“ am Sonntag, 13. September, in Schmidtheim.
