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Herausragendes EngagementAlois Sommer soll Ehrenbürger von Schleiden werden

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Sieben Männer und eine Frau stehen nebeneinander und präsentieren ein Ölgemälde und eine Zeichnung.

Mehr als 100 Bilder stellte Alois Sommer (4.v.l.) vor einigen Jahren dem Eifelmuseum in Blankenheim als Dauerleihgabe zur Verfügung.

Altbürgermeister Alois Sommer wird am 3. Mai 97 Jahre alt. Die Stadt Schleiden will ihm für seine Lebensleistung zum Ehrenbürger machen. 

Es ist die Auszeichnung für ein außergewöhnliches Lebenswerk, das so in der Region wohl einzigartig ist. Der frühere Bürgermeister Alois Sommer soll Ehrenbürger der Stadt Schleiden werden. Die Auszeichnung steht auf der Tagesordnung der nächsten Stadtratssitzung am Donnerstag. Die offizielle Verleihung soll dann in der Ratssitzung am 16. Juli stattfinden.

Im Dezember hatte der Stadtrat Richtlinien für Ehrungen in der Stadt Schleiden beschlossen und damit festgelegt, wie künftig Personen ausgezeichnet werden, die sich in besonderer Weise um die Stadt verdient gemacht haben. Demnach wird das Ehrenbürgerrecht als höchste Auszeichnung   nur aus ganz besonderem Anlass verliehen. Die Person muss sich weit über das übliche Maß hinaus für die Stadt eingesetzt haben. Der Rat entscheidet über die Verleihung des Ehrenbürgerrechts mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der gesetzlichen Zahl seiner Mitglieder. Dem Ehrenbürger wird automatisch auch die Ehrenmedaille der Stadt am goldenen Band verliehen.

Alois Sommer und seine Frau haben bunte Hütchen auf und grüßen in die Kamera.

Auch beim Schleidener Karnevalsumzug ist Sommer, hier mit seiner zweiten Frau Rosa, ein gern gesehener Gast.

„Alois Sommer hat sich jahrzehntelang um die Stadt Schleiden verdient gemacht. Neben den elf Jahren, in denen er als ehrenamtlicher Bürgermeister fungiert hat, und den langen Jahren seiner Stadtratstätigkeit ist er Mitglied in verschiedenen Vereinen im Stadtgebiet und in der Region gewesen und hat sich in vielfältiger Art und Weise ehrenamtlich engagiert“, so Bürgermeister Ingo Pfennings: „Meinem Vorschlag, ihn zum Ehrenbürger zu machen, haben sich intern alle Fraktionen angeschlossen.“ Die Leistungen von Sommer, der im Mai 97 wird, hat Pfennings auf drei Seiten zusammengestellt und betont: „Diese Auflistung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, zeigt aber eindrucksvoll die Lebensleistung.“

Gründungsdirektor für die neue Realschule

Sommer ist am 3. Mai 1929 in Geilenkirchen im Kreis Heinsberg geboren. Als junger Lehrer ist er in Birgelen in die CDU eingetreten. 1963 bewarb sich Sommer auf eine Stellenanzeige der Stadt Schleiden, die eine Realschule gründen wollte. Als Gründungsrektor begann er am 17. April 1964 den Unterricht an der neuen Realschule mit 36 Schülern im Keller der alten Volksschule. 24 Jahre später, im Jahr 1988, ging er in den verdienten Ruhestand.

Politisch war der Schleidener in der Stadt und auf Kreisebene aktiv. 1966 wurde er Vorsitzender des Schleidener CDU-Stadtverbands, den er 20 Jahre lang führte. Danach war er sechs Jahre Kreisvorsitzender der CDU, saß im Kreistag und im Stadtrat. Mehr als drei Jahrzehnte war er Mitglied der Kreistage Schleiden und Euskirchen.

Für den Erhalt der alten Rentei in Schleiden gekämpft

Wenn es aus seiner Sicht aber sein musste, stellte er sich auch gegen seine Partei. Das war beispielsweise der Fall, als der klassizistische Bau der alten Rentei in Schleiden für einem Kreuzungsbau weichen sollte. Außerdem war Sommer dagegen, die Ladestraße in Gemünd durch das Grundstück Gaul zu führen. „Sein Engagement und sein Rückgrat, dass auch gegen seine eigenen Freunde und Parteikollegen zeigte, führte sogar so weit, dass ihm 1974 der Zugang zum Stadtrat Schleiden verwehrt wurde“, berichtet Pfennings. Von 1984 bis 1995 war Sommer dann Schleidener Bürgermeister. Bis heute ist er in der Kommunalpolitik gut vernetzt.

Doch auch außerhalb der Politik hat sich Sommer in hohem Maß engagiert. Er war unter anderem Vorsitzender des Naturparks Nordeifel und ist seit 2004 Ehrenvorsitzender. Zudem ist er Ehrenvorsitzender des Blankenheimer Eifelmuseums, das er von 1988 bis 2001 geleitet hat. Dem Förderverein des Eifelmuseums stellte er 2022 gut 100 Bilder, die er und seine erste Ehefrau Ellen in fast fünf Jahrzehnten erworben hatten, als Dauerleihgabe zur Verfügung. Dabei handelt es sich vor allem um Gemälde und Grafiken mit Eifellandschaften, die im 19. und 20. Jahrhundert entstanden sind.

Auch als Vorsitzender und später Ehrenvorsitzender der Theaterfreunde Schleidener Tal sowie als Mitbegründer des Bürgervereins und der Vereinsgemeinschaft Schleiden engagierte er sich für die Stadt. Zudem war der Schleidener ehrenamtlicher Richter am Verwaltungsgericht Aachen und stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Nationalpark Eifel. Das Geschichtsforum Schleiden hat er unter anderem durch den Ankauf von Gemälden und Zeichnungen der Burg Mauel unterstützt. Für sein Engagement erhielt Sommer 1980 das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.