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Neue GroßpfarreiPontifikalamt mit Kardinal Woelki in Gummersbach

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Das Foto vom Pontifikalamt in der Gummersbach Kirche St. Franziskus zeigt Rainer Maria Kardinal Woelki, den Erzbischof von Köln.

Der Kölner Kardinal Woelki war am gestrigen Sonntag zu Besuch in der Gummersbacher Kirche St. Franziskus und im Gemeindezentrum.

Der Erzbischof sprach über Aufbruch, Glauben und die Zukunft der neu fusionierten Pfarrei St. Franziskus, Oberberg-Mitte.

Am Sonntag besuchte der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki die neu gegründete Pfarrei St. Franziskus, Oberberg-Mitte. Am 1. Januar waren der bisherige Seelsorgebereich Oberberg-Mitte und die Pfarrei Engelskirchen zu einer Großpfarrei mit insgesamt nun 17 Kirchorten fusioniert.

Der Tag begann mit einem Pontifikalamt in St. Franziskus in der Gummersbacher Innenstadt. In seiner Begrüßung zu Beginn der Heiligen Messe freute sich Kreisdechant Christoph Bersch über die zahlreichen Besucher „von Engelskirchen bis Belmicke“. Begleitet wurde die Messe von einem Chor mit Sängerinnen und Sängern aus allen Gemeinden.

Wahre Liebe statt Freundschaft

Nach der Lesung des Evangeliums durch den Osberghausener Diakon Patrick Oetterer, dessen Frau Gabi das neue Logo der Großpfarrei gestaltet hatte, äußerte der Kardinal in seiner Predigt Mitgefühl für die Gläubigen: „Es ist sicher vielen schwer gefallen, diesen Schritt zu akzeptieren und bestimmt schmerzt es viele, sich von Liebgewonnenem zu verabschieden.“

Doch gebe es Herausforderungen, die angenommen werden müssen, um die Zukunft zu formen. Dabei gehe es nicht nur um die Gestaltung einer neuen Verwaltungseinheit, sondern mit Blick auf Christus bedeute eine Fusion auch eine Neuausrichtung: „Nicht wir gründen uns neu, sondern wir gründen uns neu auf ihn.“ Die Basis für diese Beziehung sei die Taufe als das österliche Sakrament schlechthin: „Das ist mehr als Freundschaft, das ist wahre Liebe.“

Regelmäßige Begegnung mit Gott verwandelt unser Leben zum Guten.
Rainer Maria Kardinal Woelki

Doch wie auch im Zwischenmenschlichen wolle diese Liebe gelebt werden: „Regelmäßige Begegnung mit Gott verwandelt unser Leben zum Guten.“ Daher sei das Ziel einer Neuausrichtung eher die Evangelisierung als die Bewahrung alter Traditionen. Woelki verglich diesen Weg mit dem Beginn einer Reise: „Wer dazu aufbricht, hat auch eine Vorstellung von seinem Ziel.“ Er appellierte, den Glauben auch im Alltag zu leben: „Es ist wichtig, miteinander neue Wege zu suchen und in der Pfarrei einen konkreten Weg zu gestalten.“

Nach dem Pontifikalamt ging es im Gemeindezentrum St. Franziskus unter dem Motto „Ein Sonntag mit dem Kardinal“ bei einem Glaubensgespräch zur geistlichen Vision der Kölner Kirche weiter. „Es gibt einen großen Transformationsprozess in der Diözese“, leitete der Kardinal ein. Dabei gehe es bei Weitem nicht nur um Organisatorisches: „Gott lebt ja nicht im luftleeren Raum, sondern mitten unter uns Menschen.“

Wer nicht wächst, der stirbtIn einem Interview mit Tabea Wiemer, Fachbereichsleiterin für Evangelisierung beim Erzbistum Köln, schilderte er, dass es von essenzieller Bedeutung sei, Visionen nicht von oben herab, sondern gemeinsam zu entwickeln und auch die Ideen derjenigen einzubeziehen, die sich nicht lautstark und wortgewandt in den Vordergrund drängen: „Jeder ist hierbei vonnöten, so dass wir das Evangelium leben können.“

Der Kardinal verriet auch seine eigene Vision: „Ich habe den Traum vom Wachstum, denn wer nicht wächst, stirbt.“ Im weiteren Verlauf hatten die Gläubigen die Möglichkeit, sich in Kleingruppen über ihre Gedanken auszutauschen.