Die Trockenheit bereitet den Weihnachtsbaumproduzenten in Oberberg derzeit kaum Sorgen. Das Wachstum ist abgeschlossen.
WeihnachtsbäumeOberbergs Tannen trotzen Hitze und Trockenheit

Auf den Weihnachtsbaumplantagen laufen derzeit die Vorbereitungen für die Vermarktung im Herbst. Dann werden die Bäume geerntet.
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Bis Weihnachten sind es zwar noch einige Monate, doch für die Weihnachtsbaumproduzenten im Oberbergischen ist die diesjährige Saison längst entschieden. Trotz der anhaltenden Trockenheit und der hohen Temperaturen sehen die Betriebe ihre Kulturen überwiegend gut aufgestellt. Denn die Bäume für das Weihnachtsfest in diesem Jahr haben ihr Wachstum bereits abgeschlossen.
Die Hitze bleibt ohne große Folgen
„Ich hoffe, es wird bald regnen“, sagt zwar Stefan Lüdenbach, der in Engelskirchen-Vordersteimel Plantagen betreibt. Große Sorgen um seine Bioweihnachtsbäume macht er sich dennoch nicht. Die Nordmanntannen seien vergleichsweise anspruchslos und kämen mit der derzeitigen Witterung gut zurecht. Zwar zeigten verkaufsreife Bäume vereinzelt sogenannte Sollbrände, bei denen einzelne Tannennadeln braun werden. „Aber auch das ist nicht schlimm. Wir haben keinen Schaden.“
Auch Boris Flosbach von Hanse Tanne in Wipperfürth berichtet nur von geringen Auswirkungen der Hitze. Auf rund 25 Hektar wachsen dort Nordmanntannen und Blaufichten. „Grundsätzlich tut den Bäumen das Wetter nicht so weh“, sagt Flosbach. Vereinzelt seien Nadeln vertrocknet und abgefallen. Beim nächsten Austrieb würden diese jedoch wieder nachwachsen. Den witterungsbedingten Ausfall schätzt er auf etwa fünf Prozent, ein Wert, der aus seiner Sicht im normalen Bereich liegt.
Grundsätzlich tut den Bäumen das Wetter nicht so weh
Dass die Hitze den Weihnachtsbäumen inzwischen nur noch wenig anhaben kann, hat einen einfachen Grund: Die entscheidende Wachstumsphase liegt bereits hinter ihnen. Im Mai und Juni treiben die Bäume aus und bilden ihre neuen Triebe. Danach wächst der Baum vor allem noch in die Breite. „Das Wachstum ist zu dieser Jahreszeit schon abgeschlossen“, erklärt Stefan Lüdenbach.
Verändert hat sich aus Sicht der Produzenten allerdings der Jahresverlauf. Durch die milderen Temperaturen beginne der Austrieb heute häufig früher als noch vor einigen Jahren. Gleichzeitig könnten Spätfröste oder Hagelschauer die jungen Triebe beschädigen. Lüdenbach sieht seinen Betrieb dennoch gut aufgestellt: „Wir können uns individuell auf die Witterung anpassen.“ Gepflanzt werde bei ihm weiterhin ausschließlich im Frühjahr.
Der Engelskirchener setzt seit 44 Jahren auf den Weihnachtsbaumanbau und bewirtschaftet seinen Betrieb nach Bio-Richtlinien. Dadurch unterscheiden sich seine Kulturen von konventionell bewirtschafteten Plantagen. Chemische Wachstumsregler kommen nicht zum Einsatz. Stattdessen ritzt Lüdenbach bei Bedarf die Rinde einzelner Bäume an, um das Wachstum etwas zu bremsen. Dadurch werden seine Nordmanntannen dichter und breiter. Daneben wachsen auf seinen Flächen auch Blaufichten und Kolorado-Tannen.
Flosbach sieht derzeit weniger das Wetter als den Markt als bestimmenden Faktor bei der Preisentwicklung. Steigerungen seien durch die Trockenheit nicht zu erwarten. „Allerdings wird sowieso alles teurer“, sagt er. Hinzu komme ein langfristiger Zyklus im Weihnachtsbaumanbau. Nordmanntannen und Blaufichten benötigen rund acht bis zehn Jahre bis zur Erntereife. Dadurch wechseln sich Phasen mit großem und geringerem Angebot ab. Aktuell befinde sich der Markt in einer Phase, in der wenige Bäume verfügbar seien.
Weihnachtsbaum ja oder nein ...
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Auch ein positiver Effekt der trockenen Witterung zeigt sich auf den Plantagen: Weil weniger Unkraut wächst, ist auch der Pflegeaufwand geringer. Die arbeitsintensivsten Monate liegen ohnehin bereits hinter den Betrieben. Während im Frühjahr die Kulturen gepflegt werden, richtet sich der Blick nun zunehmend auf die Vermarktung der Bäume für die Adventszeit. Alle Jahre wieder gilt: Weihnachten kommt schneller als man denkt.
