Was macht der Ex-Fraktionschef der CDU in NRW?Bodo Löttgen ist nicht nur in Oberberg ein gefragter Ratgeber

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Bodo Löttgen vor einer blauen Wand.

Als ehemaliger CDU-Fraktionschef ist das Wissen von Bodo Löttgen nach wie vor gefragt.

Der Nümbrechter CDU-Politiker Bodo Löttgen stand viele Jahre mit an der Spitze der CDU in NRW. Ob als Fraktionschef oder als Generalsekretär.

Was macht eigentlich der oberberbergische CDU-Landtagsabgeordnete Bodo Löttgen? Im Juni 2022 hatte der Nümbrechter, damals noch Chef der nordrhein-westfälischen CDU-Landtagsfraktion, verkündet, sich nach der Landtagswahl nicht erneut um das Amt zu bewerben, sondern nur noch „ganz normaler Abgeordneter“ sein zu wollen. Die Belastungen nach mehreren Todesfällen in der Familie hatte er als Grund genannt und für diesen Schritt viel Verständnis erfahren. Denn jedem war klar: Mehr Familie und zugleich Fraktionschef, das geht nicht.

Die ganze Woche in Düsseldorf

Jetzt, rund acht Monate später, hat Löttgen mit dieser Zeitung über sein neues Tätigkeitsfeld gesprochen – das im Grunde ja sein altes sei, wie er sagt. Denn Landtagsabgeordneter sei er ja in all den Jahren gewesen, und Funktionen wie die des Fraktionschefs seien oben drauf gekommen. Und in dieser Verantwortung habe er die ganze Woche in Düsseldorf sein müssen. Nach einem Sitzungsmarathon bis in den späten Abend sei es nicht mehr möglich gewesen, nach Hause ins Oberbergische zu fahren und morgens wieder am Rhein in die nächsten Termine zu gehen.

Sonst hätte ich es ja nicht gemacht
Bodo Löttgen über seine Entscheidung, kürzer zu treten

Das ist jetzt anders. Doch gefällt Bodo Löttgen die neue und doch vertraute alte Arbeit? „Sonst hätte ich es mir ja nicht ausgesucht“, ist er damit schnell durch. Nach zwölf Jahren in hohen Funktionen für Partei und Fraktion kümmert sich der Nümbrechter nun wieder vor allem um die Arbeit in seinem Wahlkreis und die Anliegen der Oberberger. „Da geht es um Beschwerden von Menschen, die mit Entscheidungen von Behörden oder der Landespolitik nicht einverstanden sind“, berichtet Löttgen. Was die aktuelle Landespolitik angeht, kann er in aller Regel rasch antworten, denn am schwarz-grünen Koalitionsvertrag hat er selbst noch mitgearbeitet. Andere Anfragen aus der Heimat zielen darauf ab, dass Minister oder Ministerpräsident Hendrik Wüst selbst oberbergische Vereine und Institutionen besuchen sollen. Auch da weiß Löttgen, wen er in Düsseldorf ansprechen kann, damit der Wunsch vielleicht umgesetzt werden kann.

Mehr Zeit für die Vertreter der Wirtschaft und der IHK

Er selbst hat nun auch wieder mehr Zeit für die Pflege von Kontakten. Sei es mit der IHK oder der Wirtschaft in Oberberg, um sich deren Sorgen und Nöte anzuhören, mit dem Ziel zu helfen. Auch beim Thema Krankenhausreform ist Löttgen ein gerngesehener Gesprächspartner. Als Mitglied des Sportausschusses ist der Nümbrechter in einer Funktion, die er noch gut aus seiner Zeit als Vorsitzender des Kreissportbunds (KSB) kennt – nur jetzt eben mit dem Blick auf das ganze Sportland NRW. Dass er bereits aus seiner Funktion beim KSB wichtige Ansprechpartner hat kennen lernen können, ist ein Vorteil für seine Arbeit. Zu der gehört auch ein Pilotprojekt, bei dem Pool-Container gegen den Mangel an Schwimmkursen eingesetzt werden sollen. Hierdurch soll die Nichtschwimmer-Quote gesenkt werden. Als Fraktionsvorsitzender habe er sich auch mit diesen Themen befasst. „Doch jetzt geht es viel mehr in die Tiefe“, sagt Löttgen.

Nah dran an der Planung sportlicher Großereignisse

Durch die Mitgliedschaft im Sportausschuss ist er auch nah dran an Planung und Umsetzung von sportlichen Großveranstaltungen im Land. So wie die Invictus Games in diesem Jahr, die Fußball EM im kommenden Jahr in Deutschland, die in NRW in Köln, Düsseldorf und Dortmund zu sehen ist, oder die Universiade 2025 an Rhein und Ruhr. Wie Zukunftsmusik klingt es, wenn Löttgen über die Olympischen Spiele 2036 in NRW spricht. Nachdem sich Hendrik Wüst bereits im Sommer 2022 für eine Bewerbung des Landes ausgesprochen hatte, wird auch daran hart gearbeitet.

Am Ende doch kein ganz normaler Abgeordneter

Also doch nicht alles so ruhig wie gedacht? Die Arbeitswoche sei wesentlicher entspannter, sagt Löttgen. Und er habe mehr Zeit für familiäre Angelegenheiten. Das sei der Plan gewesen, und der sei aufgegangen. Allerdings: So ein ganz normaler Abgeordneter sei er dann doch nicht. Als ehemaliger Generalsekretär und Fraktionsvorsitzender könne man diese Ämter zwar abgeben, nicht aber das Wissen, das man sich in dieser Funktion erworben habe. Kein Wunder also, dass er nach wie vor gefragter Gesprächspartner seiner Parteifreunde ist, wenn es darum geht, Zusammenhänge deutlich zu machen. Doch das, so sagt Bodo Löttgen, mache er immer gern.

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