- In zwei Trainingslagern mit den Fortuna-Profis hat der 20-jährige Stöcker auf sich aufmerksam gemacht – positiv.
- An den Wochenenden spielt er in der Zweiten.
- Doch sollten die Düsseldorfer auf dem Transfermarkt keinen vierten Innenverteidiger mehr finden, könnte sich für den Marienberghauser im Saisonverlauf die große Chance ergeben.
Marienberghausen/Düsseldorf – „Als mein Trainer mir gesagt hat, dass ich mit den Profis ins Trainingslager fahren soll, war ich erstmal geschockt“, sagt Michel Stöcker. Positiv geschockt natürlich. Und nur wenige Tage später reiste der 20-Jährige aus Nümbrecht-Marienberghausen tatsächlich mit den Profis von Fußball-Bundesligist Fortuna Düsseldorf ins Trainingslager an den Wiesensee im Westerwald.
Dort hinterließ Stöcker offensichtlich einen guten Eindruck, nicht nur wegen seiner Torvorlage im Testspiel gegen die Sportfreunde Siegen. So durfte der Verteidiger die Mannschaft von Trainer-Urgestein Friedhelm Funkel auch noch ins zweite Trainingslager ins österreichische Maria Alm begleiten.
An den Wochenenden in der Regionalliga
„Das war sehr beeindruckend und eine super Erfahrung. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, und ich konnte erleben, wie es im Profi-Bereich abläuft“, berichtet Michel Stöcker. Zudem gab es auch noch ein Lob von Friedhelm Funkel. „Ich habe ein gutes Feedback bekommen und bin mit einem positiven Gefühl zurückgekehrt“, sagt der 20-Jährige.
Aktuell trainiert Stöcker weiterhin häufig bei den Profis mit, an den Wochenenden kommt er dann bei der U23 in der Regionalliga West zum Einsatz und auch dort gelang ihm bereits eine Torvorlage zum Saisonauftakt. „So kann ich mich einerseits im Profi-Training und andererseits bei der U23 weiter zeigen. Dadurch bleibe ich auch im Wettkampfmodus“, betont Stöcker und fügt an: „Im Moment könnte es nicht besser laufen.“
Dabei deutete vor zwei Jahren nicht viel darauf hin, dass der Marienberghauser sogar mal an der Tür zur Bundesliga klopfen könnte. Nach der C-Jugend wechselte er von seinem Heimatverein TuS Elsenroth zum 1.FC Köln, verließ die Geißböcke jedoch nach drei Jahren und einer U19-Saison mit wenig Spielzeiten im Sommer 2017 in Richtung Düsseldorf.
Bei der Fortuna drehte er dann auf, wurde in der A-Jugend als Neuling sogar direkt zum Kapitän ernannt und kam in der Rückrunde bereits in der Regionalliga West für die U23 zum Einsatz.
„Auch mal einen Einsatz in der Bundesliga“
Weniger gut lief die vergangene Saison. In der Hinrunde wurde Michel Stöcker meist nur eingewechselt, da häufig ein Innenverteidiger der Profis in der Regionalliga eingesetzt wurde. Erst in der Rückrunde machte der 20-Jährige mehr Spiele und kam schließlich auf 19 Einsätze. Und jetzt die rasante Entwicklung in der Sommer-Vorbereitung. „Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Vor zwei Jahren hätte ich das nicht für möglich gehalten“, sagt Stöcker, der allerdings jetzt Blut geleckt hat. „Ich habe gezeigt, dass ich auf diesem Niveau mithalten kann. Zwar ist das Spieltempo bei den Profis deutlich höher, doch daran kann man sich gut gewöhnen.“
Technisch und taktisch bringt der Oberberger ohnehin alles mit, ist gut ausgebildet, sagen seine Trainer. „Körperlich muss ich jedoch noch zulegen“, erklärt Stöcker. Dafür legt er pro Woche drei Extraschichten mit dem Athletik-Trainer ein. „Ich werde weiter Gas geben. Und ich würde mir natürlich wünschen, dass ich auch mal einen Einsatz in der Bundesliga bekomme.“
Fernstudium Fußball-Management
Völlig ausgeschlossen scheint das nicht. Denn Stöcker hat sich in der Vorbereitung durchaus in den Fokus gespielt – auch von Friedhelm Funkel. „Michel hat das Trainingslager sehr gut gemeistert“, sagte der erfahrene Coach der „Bild“-Zeitung. Und sollten die Düsseldorfer auf dem Transfermarkt keinen vierten Innenverteidiger mehr finden, könnte sich für den Marienberghauser tatsächlich im Saisonverlauf die große Chance ergeben. Doch Michel Stöcker behält einen kühlen Kopf und weiß aus eigener Erfahrung, wie schnell es im Fußball auf und ab gehen kann.
Steht er nicht selbst auf dem Platz, macht Stöcker seit Frühjahr ein Fernstudium im Bereich Fußball-Management und ist am Wochenende auch häufig in der oberbergischen Heimat anzutreffen. „Ich schaue gerne beim TuS Elsenroth vorbei, wenn es die Zeit zulässt. Meine beiden Brüder sind dort noch aktiv.“ Es ist eine spannende Phase, die Michel Stöcker gerade durchlebt – zwischen Kreisliga-Fußball in der Heimat und Bundesliga-Träumen in Düsseldorf.