Waldbröl – Der Waldbröler Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung hat am Mittwochabend die Verwaltung einstimmig beauftragt, für den ersten Bauabschnitt zur Entwicklung des Merkur-Areals eine Ausschreibung durchzuführen. Erst danach wissen Politik und Verwaltung, was der geplante öffentliche Grünzug kostet.
Erst dann kann auch entschieden werden, ob bestimmte Bereiche in heimischem Naturstein oder am Ende doch, um Kosten zu sparen, in Betonbauweise durchgeführt werden. Eine Option, die die Mehrheit der Politik allerdings nicht gerne ziehen würde, wie im Ausschuss rasch deutlich wurde.
Nicht unter den Tisch fallen lassen
Ein anderes Thema wurde indes länger diskutiert. Der Umstand, dass der überwiegende Teil der Bäume der geplanten Anlage weichen muss, war zwar nicht neu, allerdings noch einmal der Anlass für deutliche Kritik. Anne Pampus (SPD) räumte ein, die Gründe für die Fällung nachvollziehen zu können, fand aber dennoch, dass man diese Diskussion besser schon vor einem Jahr hätte führen sollen. Jetzt müsse man aufpassen, dass solche Dinge nicht unter den Tisch fallen würden.
Die Planer Adriane Baakes-Zauner und Bernd Schneider machten deutlich, dass man alles versucht habe, möglichst viel Baumbestand zu erhalten. Müssten mehr Bäume stehen bleiben, könne man die Planung aber nicht umsetzen, sagte Baales-Zauner. So auch nicht den Spielplatz, denn Spielgeräte könne man nicht auf einer schiefen Ebene aufstellen. Und Schneider ergänzte, dass man keine Bäume stehen lasse könne, wenn man eine Gewässertrasse bauen wolle. „Das geht nicht um die Bäume herum“, so der Planer. Man habe sehr viel Kreativität dafür aufgewendet, möglichst viele Bäume zu erhalten.
Kaum Schatten im Sommer
Ein anderer Hinweis betraf die Beschattung des Spielplatzes im Sommer. Auch deswegen brauche man möglichst viele Bäume des alten Bestands, zumal es Jahre dauern werde, ehe die Neuanpflanzungen so weit gewachsen seien, dass sie wieder ausreichend Schatten spenden könnten. Wenn es im Sommer sehr heiß werde, sei der Platz über Wochen nicht zu bespielen, lautete eine Sorge. Nachdem Wastl Roth-Seefrid (SPD) daran erinnert hatte, dass bereits im Februar 2021 über dieses Thema gesprochen worden sei, verständigte sich der Ausschuss auf eine Art Kompromiss. Der sieht nun so aus, dass die Planer versuchen sollen, so viele Bäume wie möglich zu erhalten.
Für den überwiegenden Teil der Ausführungen gab es viel Zuspruch. So auch für die Wahl der Bäume und Pflanzen, die das Areal künftig begrünen sollen. Viele der Materialien und Möblierungen wurden analog zur Kaiserstraße in die Planung aufgenommen. Was die Blockstufen angeht, so könnten die auch in Betonbauweise angelegt werden. Das würde nach bisherigen Schätzungen gegenüber Naturstein rund 180 000 Euro sparen.
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Ausschussvorsitzender Andre Steiniger (CDU) sieht das Merkurareal aber als ein Waldbröler Filetstück, bei dem man nicht kleckern sollte. Vom demnächst vorliegenden Ausschreibungsergebnis wird abhängen, für welches Material sich die Waldbröler Politik entscheidet: ob für Beton oder doch für Naturstein.