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Erneute StörungenWer sich in Bergisch Gladbach auf die Bahn verlässt, ist verlassen

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Die Bahnstation der S11 in Bergisch Gladbach im Dunkeln.

Langes Warten auf die Bahn wie hier am Mittwochabend an der Endhaltestelle in Bergisch Gladbach ist nicht immer zu vermeiden; eine präzise Information wäre aber für die Fahrgäste hilfreich

In Bergisch Gladbach kam es am Mittwochabend mal wieder zu Chaos mit den Zügen der Deutschen Bahn.

Die Störungen auf der einzigen Eisenbahn-Verbindung der Kreisstadt an den Rhein nehmen in diesen Tagen wieder groteske Ausmaße an. Ob Weichenstörungen, Gleisssperrungen oder defekte Züge: Wer sich in Bergisch Gladbach auf die Bahn verlassen will oder muss, ist häufig verlassen.

Im Sommer hatte die Deutsche Bahn ihren Betrieb kurzfristig sogar eingestellt, weil ihr das Personal ausgegangen war, jetzt gab es einen neuen vorläufigen Höhepunkt: Am späten Mittwochnachmittag und am frühen Abend fielen gleich drei Züge in Folge entweder ganz aus oder hatten extreme Verspätung. Damit nicht genug: Die offiziellen Auskunftssysteme der Bahn widersprachen einander und ließen so die an der Endhaltestelle wartenden Kunden endgültig im Regen stehen. Woher der Widerspruch der Auskunftssysteme rührte, weiß die Bahn nicht.

Der „DB-Navigator“ für das Smartphone ist eigentlich ein hervorragendes Hilfsmittel für Menschen, die statt eines privaten Autos öffentliche Verkehrsmittel benutzen, meldet sie doch deutschlandweit Verbindungen nicht nur zwischen Städten, sondern auch innerhalb von Städten und Gemeinden, und das meist sehr zuverlässig.

Bergisch Gladbach: Digitale Auskunft anders als in der App

Am Mittwoch meldete der Navigator für die 17.33-Fahrt von Gladbach nach Köln auch zuverlässig: „Fahrt fällt aus“, ebenso für die 17.53-Fahrt. Die planmäßig folgende 18.13-Fahrt sollte dagegen laut DB-App mit lediglich fünf Minuten Verspätung starten.

Schön wäre es gewesen, doch das digitale Laufband am Bahnsteig der Endstation gab eine andere Auskunft:   Danach sollte die 18.13-Bahn 50 Minuten später als geplant in Bergisch Gladbach eintreffen. Aus den dort um 18.13 Uhr im Laufband annoncierten 50 Minuten wurden nach Angaben eines Düsseldorfer Bahn-Sprechers am Ende sogar 95 Minuten.   Ursache für die extremen Verzögerungen sei eine defekte Weiche auf der Strecke gewesen, die alles durcheinander gebracht habe.

Wie der Düsseldorfer Bahn-Sprecher zur Technik weiter erklärte, speisen sich die Informationen des „Dynamischen Schrift-Anzeigers“ (DSA), wie das Laufband am Gladbacher S-Bahnhof offiziell heißt, aus einem zentralen Server, in den alle in NRW fahrenden Eisenbahnverkehrsunternehmen, also nicht nur die Deutsche Bahn, ihre Infos eingeben. Wieso dann aber die Informationsübermittlung von DB Regio an die Bahn-App nicht funktioniert habe, könne er leider auch nicht sagen – schade eigentlich, wo man doch aus Fehlern gut lernen kann.

Dass die Störung am Mittwoch nicht die einzige in dieser Woche war, versteht sich von selbst. So blockierte am Freitag ein defekter Zug bei Dormagen die Schienen zwischen Köln und Düsseldorf. Das hatte laut der weiteren Auskunftsseite „zuginfo.nrw“ Folgen auch für die Kreisstadt, denn da die S11 nicht in Köln endet, sondern eigentlich bis Düsseldorf weiterfährt,   wurde sie kurzerhand geteilt. Die eine Hälfte sollte von Gladbach bis Köln-Worringen fahren, die andere von Düsseldorf bis Norf, dazwischen pendelten Busse. Kehrseite der Medaille: Laut „Zuginfo“ wurde der Takt vorübergehend von 20 auf 40 Minuten reduziert.