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UmstrukturierungPläne für Schule auf Zanders-Gelände in Bergisch Gladbach werden konkret

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Am westlichen Rand des Zanders-Geländes könnte die „Grundschule 21“ entstehen. Vorplanungen laufen seit einem Jahr.

Am westlichen Rand des Zanders-Geländes könnte die „Grundschule 21“ entstehen. Vorplanungen laufen seit einem Jahr.

Bereits 2029 könnten die ersten Kinder auf dem Zanders-Gelände zur Schule gehen. So sehen die Pläne aus.

Schon in zwei Jahren sollen die ersten i-Dötze zu ihrer neuen Grundschule tippeln. An geeigneter Stelle in der Innenstadt plant die Verwaltung für das Schuljahr 2026 den Start der neuen „Grundschule 21“, erforderlich aufgrund des starken Zustroms nach Bergisch Gladbach, insbesondere nach Gronau.

Zu ihrer „richtigen“ Schule auf dem Zanders-Gelände könnten die Kinder irgendwann zwischen 2028 oder 2030 umziehen, in eine dann dreizügig geführte Bildungsstätte, meint Fachbereichsleiterin Barbara Kirschner.

Erste Umsetzung auf Zanders-Gelände

Die „Grundschule 21“, die 21. Grundschule im Stadtgebiet, könnte damit einer der ersten „Pflöcke“ sein, den die Stadt für Zanders in den Boden rammt. Seit März 2023 gibt es bereits einen politischen Beschluss zum Nutzungsmix. Rund 2.900 Menschen sollen einmal im neuen Stadtviertel wohnen und 2.900 Arbeitsplätze entstehen.

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Büros soll es geben, Handwerk, Gastronomie und Kultureinrichtungen.   Jede Wohnung soll im Mittel von zwei Personen belegt werden, bei einer durchschnittlichen Wohnungsgröße von 80 Quadratmetern. Gesetzt sind auch zwei Solitärgebäude mit je 115 Wohnungen, die den Wohnraum weiter erhöhen.

Mehr städtische Infrastruktur in Bergisch Gladbach

Einiges an städtischer Infrastruktur soll kommen, das steht auch fest. Überlegungen und Prüfungen laufen für einen „Campus berufsbildender Schulen“, für eine Feuerwache, für mehrere Kitas und sogar für dann zwei neue Grundschulen, eine davon für den Bedarf des neuen Stadtteils und eine für den übrigen Zustrom – die „Grundschule 21“. Eine Machbarkeitsstudie für die Schule soll kommen.

Für das „Impulsquartier“ auf Zanders (alte Gleisharfe und denkmalgeschützte Zentralwerkstatt) liegt bereits der wichtige A-Stempel der Regionale 2025/Bergisches Rheinland vor, mithilfe der Mittel aus der Städtebauförderung soll es hier bald nach vorne gehen.

Vorgesehen ist der Umbau des Gleisgeländes zu einem öffentlichen Park und die Umwidmung der Zanders-Zentralwerkstatt zu einer wichtigen Anlaufstelle für Veranstaltungen und Workshops. Im September 2023 brachte NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach den ersten Förderscheck über 823.000 Euro vorbei. 20 bis 25 Jahre Zeit geben sich die Planer für die Umsetzungen, damit ist man in den Jahren von 2043 bis 2048 angekommen.

Neue Grundschule soll 2029/2030 fertig werden

Rascher vorangehen soll es bei der dreizügig zu planenden „Grundschule 21“, für die die Schulpolitiker im März 2023 die Projektaufnahme beschlossen hatten. Hier erwarten die Planer derzeit eine Baufertigstellung für das Schuljahr 2029/2030, im August 2029 könnte eventuell der Schulbetrieb starten. Zu den Baukosten gibt es aktuell erste Prognosen, die beauftragte Schulbau-GmbH der Stadt hat Kosten für Projektmanagement sowie Bedarfsplanung mit Machbarkeitsstudie ermittelt: 286.760 Euro.

Im Haushalt 2024 hatte die Stadt rund 198.000 Euro für die Planungen vorgesehen, durch Umschichtungen wird der höhere Finanzbedarf gedeckt. Was der Bau der „Grundschule 21“ insgesamt kosten könnte, lässt sich laut Stadt nur ganz vage umreißen: rund 32,2 Millionen inklusive eines 30-prozentigen Risikozuschlags, dahinter setzt die Stadt viele Fragezeichen, zu unsicher ist die Weltlage angesichts von Kriegen und Krisen.

Geschichte von Zanders

Entstehen soll das Schulgebäude am Rande des Geländes an der Cederwaldstraße, dort, wo bis 1972 die Papierfabrik „Moritz J. Weig“ Kartons und Pappen herstellte und dann nach Mayen in die Eifel umzog. Später erwarb Zanders das freigewordene Gelände.

Die Papierfabrik Zanders hatte nach der zweiten Insolvenz am 30. April 2021 ihren Betrieb eingestellt, die Produktion wurde wegen Masseunzulänglichkeit aufgegeben. 1829 hatte der gebürtige Düsseldorfer Johann Wilhelm Zanders das Unternehmen gegründet. Er übernahm die Schnabelsmühle, erweiterte 1868 um die Gohrsmühle und die Mühle Dombach (1876). Größte Investition war Ende der 1980er-Jahre der Bau der Papiermaschine 3 für eine Milliarde D-Mark.

Für die 200 Meter lange Werkshalle musste sogar die Bensberger Straße verlegt werden. Noch in der Bauphase verkaufte die Familie Zanders unter Patriarch Hans Wolfgang Zanders (1937-2023), mit 51 Prozent die Mehrheit der Stammaktien haltend, ihre gesamten Anteile. Damit begann der kontinuierliche Niedergang. Seit Schließung bemüht sich die Stadt um eine Neuordnung des 37 Hektar großen Areals – unter anderem mit der „Grundschule 21“.

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