Urft, Olef und 30 Bäche: In der Stadt Schleiden sind die Maßnahmen zur Wiederherstellung der bei der Flut geschädigten Fließgewässer angelaufen.
GewässersanierungStadt Schleiden untersucht Erdaushub aus Urft und Olef in Gemünd

Erdaushub aus den Ufer- und Sohlbereichen von Olef und Urft wird derzeit auf dem Parkplatz des ehemaligen Katharinenhofs in Sichtweite des Gemünder Kurhauses zwischengelagert. Um eine Vermischung zu verhindern, wurde zunächst ein spezielles Gewebe ausgelegt.
Copyright: Thorsten Wirtz
Die Spuren der Flutkatastrophe von 2021 an den Flüssen und Bächen im Schleidener Stadtgebiet sind knapp fünf Jahre nach der Flutnacht nicht mehr überall sichtbar – mit der Wiederherstellung der Gewässerstrukturen aber wird die Stadtverwaltung noch einige Jahre lang beschäftigt sein.
Auch die Kosten sind beträchtlich: Rund 80 Millionen Euro hat die Stadt Schleiden für die Wiederherstellung der Fließgewässer angesetzt. Um die 18 Kilometer Uferstrecke an Olef und Urft und 30 kleineren Bächen wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzen, hatte Bürgermeister Ingo Pfennings beim Projektstart im Sommer 2024 eine Dauer von sechs bis sieben Jahren angekündigt. Dafür wurden nach der Flut alle Gewässer begangen und Schadenskartierungen angefertigt. Die Uferbereiche sollen wiederhergestellt und hochwasserangepasst entwickelt werden.
Die Erd- und Grünabfälle, die aktuell auf dem Parkplatz des ehemaligen Katharinenhofs in Gemünd zwischengelagert sind, wurden unlängst aus den Ufer- und Sohlbereichen von Urft und Olef entnommen. „Das Material wurde infolge der Flut angelandet und führte zu Abflusshindernissen“, erklärt Pfennings.
Abflusshindernisse in Urft und Olef wurden beseitigt
Im Verlauf der Jahre habe sich die Einengung der Gewässer weiter verstärkt, zudem habe sich auf den Anlandungen bereits Vegetation etabliert. „Zur Beseitigung der Abflusshindernisse wurde das Material jetzt im Rahmen des Projekts aus den Gewässern entnommen. Da es aber nicht an anderer Stelle im Gewässer wieder eingebaut werden konnte, ist vorgesehen, es einer Verwertung zuzuführen“, so der Bürgermeister weiter.
Zuvor muss der Aushub jedoch noch auf eine eventuell bestehende Schadstoffbelastung untersucht werden. Bis das Ergebnis feststeht, soll das Material auf der Parkplatzfläche unweit des Gemünder Kurhauses zwischengelagert werden. „Die Analyse nimmt etwas Zeit in Anspruch, da die Proben chemisch untersucht werden müssen“, so Pfennings weiter. Dabei werden laut Auskunft der Stadtverwaltung verschiedene Parameter zeitbezogen untersucht.
Platz am Katharinenhof in Gemünd mit Spezialflies abgedeckt
Der Platz am ehemaligen Katharinenhof bietet laut Stadt die Möglichkeit, das Material zentral zu lagern und dort zu beproben, da es vor Ort weiter abtrocknen könne. Die damit verbundene Reduzierung des Gesamtgewichts dürfte sich dann auch positiv auf die Deponierungskosten auswirken.
Um den vorhandenen Untergrund vor einer Vermischung mit dem ausgebaggerten Material zu schützen, sei als Unterlage zuvor ein spezielles Geotextil ausgelegt worden, so die Stadt weiter.
Sobald die Analyseergebnisse der Beprobung vorliegen, soll dann eine geeignete Deponie ausgewählt werden, wo die Abfälle angeliefert werden können. „Aktuell wird damit gerechnet, dass in etwa vier Wochen mit der Abfuhr begonnen werden kann“, sagte Pfennings auf Anfrage dieser Zeitung: „Voraussichtlich werden aber noch etwa weitere 50 Kubikmeter Aushub aus den Flüssen dazukommen.“
