Bedburg – Die Frage, wie die Bahnübergänge und mögliche Unterführungen unter den Gleisen gestaltet werden können, hat schon Generationen von Kommunalpolitikern in der Schlossstadt beschäftigt. Der jüngste gültige Beschluss dazu stammt aus dem Jahr 2016: Beide Bahnübergänge an der Linden- und der Erkelenzer Straße bleiben erhalten, eine mögliche Unterführung vom damaligen Real- und heutigen Globus-Markt hinüber zum Gewerbegebiet an der Adolf-Silverberg-Straße wird nicht weiter verfolgt.
CDU will Option erhalten
Letzteres hat die CDU nun wieder in Frage gestellt. „Wir sollten uns zumindest die Option erhalten, dort eine Unterführung zu bauen“, sagt Fraktionsvorsitzender Michael Stupp. Die geplante Sperrung der Kolpingstraße für den Durchgangsverkehr, die stärkere Belastung der Bahnübergänge nach einem S-Bahn-Ausbau – all das seien neue Entwicklungen, die bei der Planung zum Thema Gleis-Querungen Berücksichtigung finden müssten. Auch die geplante Erneuerung der uralten Bahnunterführung an der Feldstraße werde zu Verkehrsproblemen führen.
Hohe Kosten
Mit ihrem Antrag, dass die Stadtverwaltung alles unterlassen solle, was eine Bahnunterführung erschwere oder behindere, scheiterte die CDU jedoch im Ausschuss für Stadtentwicklung. SPD und FWG stimmten mit Nein, die Grünen enthielten sich. Für die SPD lehnte Rudolf Nitsche den Vorstoß ab. „Niemand hat mehr ein Interesse daran, mehrheitlich getroffene Entscheidungen zu ignorieren“, sagt Nitsche. „Eine Unterführung wird die Stadt nicht entlasten, die Verkehrsströme gehen in andere Richtungen.“ Das Ziel sei, die Bahnübergänge an der Erkelenzer und der Lindenstraße offen zu halten. „Die Unterführung der Bahnstraße ist obsolet“, urteilte Nitsche.
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Für die Grünen erinnerte Jochen vom Berg an die Bedenken bei der Beschlussfassung von 2016. „Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger hätten die Unterführung gemeinsam nutzen sollen“, erklärte vom Berg. Damals allerdings wäre der Bau einer Unterführung an die Schließung der beiden Bahnübergänge gekoppelt gewesen, damit sich die Deutsche Bahn an den Kosten beteiligt.
Auch die Stadtverwaltung meldete Bedenken gegen den Antrag der CDU an. Zum einen vertrage sich eine Unterführung nicht mit der Planung für den Bau einer Querspange zum geplanten Baugebiet Zuckerfabrik, merkte Fachdienstleiter Torsten Stamm an. Diese soll an gleicher Stelle auf die Bahnstraße geführt werden.
Zum anderen werde eine rund 20 Millionen Euro teure Tunnellösung nicht die gewünschte Verkehrsentlastung bringen, so Stamms Einschätzung.