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Ex-LandratskandidatinKerpenerin an der Spitze der SPD-Fraktion beim LVR

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Iris Heinisch führt die SPD-Fraktion in der Landschaftsversammlung beim LVR.

Iris Heinisch führt die SPD-Fraktion in der Landschaftsversammlung beim LVR.

Iris Heinisch hat nach ihrer gescheiterten Landratskandidatur doch noch eine führende Position erlangt. Nicht im Rhein-Erft-Kreis, sondern in Köln.

Sie zwang Frank Rock (CDU) bei der Landratswahl im September 2025 in eine Stichwahl, unterlag dann aber deutlich: Nur knapp 37,1 Prozent der Stimmen erhielt Iris Heinisch (SPD). Nun gibt es für die Kerpenerin ein politisches Happy End. Bei der Klausurtagung der SPD-Fraktion in der Landschaftsversammlung des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) am Samstag (11. Januar) wurde sie mit 30 von 31 Stimmen zur neuen Vorsitzenden gewählt. In der vergangenen Wahlperiode war die 57-Jährige bereits stellvertretende Vorsitzende.

Sie tritt die Nachfolge des langjährigen Vorsitzenden Prof. Dr. Jürgen Rolle (78) an. Wie Heinisch stammt auch er aus dem Rhein-Erft-Kreis, er wohnt seit 1982 in Pulheim-Brauweiler und ist auch SPD-Mitglied. 

Heinisch hat sich mit ihrer Landratskandidatur warm gelaufen

Heinischs Kandidatur als Landrätin im März 2025 kam für viele durchaus überraschend, da zuvor andere SPD-Vertreter als Herausforderer von Landrat Rock gehandelt worden waren. Schon damals war parteiintern spekuliert worden, dass sich die Gesundheitsexpertin mit ihrer Bewerbung und einem engagierten Wahlkampf Hoffnungen darauf machen könne, zur Nummer 1 in der Fraktion der Landschaftsversammlung aufzusteigen.

Die Landschaftsversammlung Rheinland spiegelt die Zusammensetzung der Wahlergebnisse der Kommunalwahl im Rheinland wider. Ende 2025 hatten der Städteregionstag Aachen, die Räte der 13 kreisfreien Städte und die zwölf Kreistage im Rheinland ihre Vertreterinnen und Vertreter für die 16. Landschaftsversammlung – auch Rheinischer Rat genannt –gewählt.

Im „Rheinischen Rat“ haben CDU und SPD die Mehrheit

Stärkste Fraktion ist dort die CDU mit 47 Sitzen, gefolgt von der SPD mit 30 Sitzen. Drittstärkste Kraft ist Bündnis 90/DIE GRÜNEN, die 21 Sitze erringen konnten, gefolgt von der AfD mit 20 Sitzen. Mit acht Sitzen zieht Die Linke in die Landschaftsversammlung ein, die FDP kommt auf fünf und die Freien Wähler NRW auf drei Sitze. Es folgen BSW und Volt mit jeweils zwei Sitzen. Mit je einem Sitz sind Die Partei und Gut & Klima Freunde vertreten.

In der Vorwoche hatten CDU und SPD die Fortführung ihrer Zusammenarbeit aus der vorangegangenen Wahlperiode beschlossen.


Der LVR kümmert sich im Auftrag der Kreise und Kommunen um soziale Aufgaben, Kultur, Bildung und Inklusion für rund zehn Millionen Menschen im Rheinland, zum Beispiel durch den Betrieb von Kliniken, Museen, Schulen und die Unterstützung von Menschen mit Behinderung. (jtü)