Einblick in die Geschichte der Horremer GrafenKerpener Adelsarchiv wird öffentlich

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Susanne Kremmer und Claudia Schneider vom Stadtarchiv Kerpen sichteten die Archivalien der Grafenfamilie.

Susanne Kremmer und Claudia Schneider vom Stadtarchiv Kerpen sichteten die Archivalien der Grafenfamilie.

Kerpen – Die Geschichte des Horremer Adelsgeschlechtes Berghe von Trips, die eng mit der Geschichte von Horrem und Sindorf verknüpft ist, können Interessierte bald besser mit Hilfe von Original-Dokumenten und anderen Quellen erforschen.

Denn das Stadtarchiv Kerpen hat gemeinsam mit dem Archivberatungs- und Fortbildungszentrum des Landschaftsverbandes in Brauweiler und in Absprache mit der Trips-Stiftung eine Vielzahl von Dokumenten aus dem Adelsarchiv der Horremer Grafen restauriert und digitalisiert. Die Archivalien sollen über Online-Portale (hier und hier) der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden, teilt die Stadt Kerpen mit.

Das Horremer Adelsarchiv zählt zu den wichtigsten Beständen des Stadtarchivs Kerpen. Es war jahrzehntelang unsachgemäß gelagert und hatte teilweise erhebliche Schäden erlitten. Auf Beschluss der Trips-Stiftung wurden die Archivalien deshalb ab 1999/2000 dem Stadtarchiv Kerpen anvertraut und ein Depositalvertrag geschlossen. Das Stadtarchiv, das über speziell klimatisierte Räume verfügt, sorgt seitdem für die sachgerechte Lagerung.

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Wachs- und Lacksiegel

Gerade eben erfolgte eine Schutzrestaurierung der rund 350 mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Pergament- und Papierurkunden. „Insbesondere waren die an die Urkunden angehängten Wachs- und Lacksiegel völlig unzureichend geschützt und verpackt, so dass sie Gefahr liefen, weiter beschädigt zu werden“, heißt es in einer Mitteilung. „Die älteste Urkunde stammt aus dem Jahr 1375 und bestätigt den Verkauf der Unterherrschaft Sindorf an Scheiffart von Merode. Mit der jüngsten Urkunde aus dem Jahr 1796 erhebt Kaiser Franz II. den Obristjägermeister Franz Adolph Anselm Berghe von Trips in den Reichsgrafenstand.“

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Die Restaurierung hatte das Technische Zentrum der Archivberatungsstelle in Brauweiler übernommen. Mit verschiedenen Pinseln, Bürsten und einem Naturkautschukschwamm wurden die Urkunden einschließlich der Wachssiegel vorsichtig gereinigt, so dass die ursprüngliche Farbbrillanz der Siegel wieder sichtbar ist. Bei der Digitalisierung, also bei der fotografischen Erfassung der Siegel, wurde Streiflicht verwendet, um durch den Schattenwurf die Strukturen besser hervorzuheben. Die Lagerung der Urkunden erfolgt in säurefreien Kartons.

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