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Schienenprojekte im StrukturwandelGrüne wollen Bahntrasse reaktivieren

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Die Grünen Simone Spicale, Gero Donner, Antje Grothus und Birgit Schmidt-Peltzer vor einer alten Bahnbrücke in Horrem.

Die Grünen Simone Spicale, Gero Donner, Antje Grothus und Birgit Schmidt-Peltzer vor einer alten Bahnbrücke in Horrem.

Kerpen/Rhein-Erft-Kreis – Es sind schon einige Weichen für das Projekt gestellt worden, nun wünschen sich die Grünen im Rahmen des Strukturwandels, dass das Vorhaben noch mehr Fahrt aufnimmt. Die Landtagskandidatinnen Antje Grothus und Simone Spicale wollen sich für die Reaktivierung der in den 1980er-Jahren stillgelegten Bahntrasse von Horrem nach Liblar stark machen. „Wir wollen mehr Verkehr auf die Schiene bringen und mehr Lebensqualität“, sagt die Kerpenerin Antje Grothus.

Die Strecke verläuft parallel zur A 61 und zur Erft. Zumindest vom Bahnhof Horrem bis zur Burg Mödrath sei sie sogar noch gar nicht entwidmet. „Juristisch ist sie daher dort noch eine Bahnstrecke, was die Planungen bei einer Reaktivierung deutlich verkürzen würde“, sagt Birgit Schmidt-Pelzer von den Kerpener Grünen.

Als problematisch gilt allerdings der Abschnitt bei Köttingen wegen einer nahen und engen Bebauung. „Ich hoffe, dass wir dafür Lösungen finden“, sagt Simone Spicale.

Alles zum Thema Kölner Verkehrs-Betriebe

Machbarkeitsstudie beantragt

Der Regionalrat Köln und der Rhein-Erft-Kreis haben sich bereits dafür ausgesprochen, den Wiederaufbau der Strecke zu prüfen, und der Nahverkehr Rheinland hat bei der Zukunftsagentur Rheinisches Revier 660 000 Euro für eine Machbarkeitsstudie beantragt.

Die Reaktivierung der Strecke Horrem–Liblar, die im Übrigen noch durch einen Abzweig bis unmittelbar an die Kerpener Ortsgrenze erweitert werden könnte, soll nach Vorstellung der Grünen eingebettet sein in eine Reihe weiterer zusätzlicher Schienenverbindungen im Kölner Westen. Wo möglich, wolle man bei dem Konzept auf Reaktivierungen und Nachnutzungen setzen.

Verlängerung der Linie 7

Nach Vorstellung der Grünen soll die Stadtbahn-Linie 7 der Kölner Verkehrsbetriebe von Frechen-Benzelrath über Grube Carl, Grefrath, Habbelrath und Kerpen-Türnich nach Kerpen-Mitte verlängert werden, um auf diesem Weg eine Direktverbindung von Kerpen zum Neumarkt in Köln herzustellen.

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Was für den Personenverkehr gilt, soll auch für den Güterverkehr gelten: weg von der Straße, rauf auf die Schiene. Dafür könnten die bisherigen Industriebahnen von RWE (die Nord-Süd-Bahn von Niederaußem nach Knapsack) oder der Häfen- und Güterverkehr Köln (HGK) genutzt werden, die an das DB-Netz anzuschließen wären. „Auch hierzu hat der Kreistag beschlossen, dass eine solche Verbindung von Knapsack an die Eifelbahn kurz vor Liblar gebaut werden soll“, sagt Johannes Bortlisz-Dickhoff, Geschäftsführer der Grünen im Kreistag. Diese Strecke könnte auch eine Ausweichtrasse für die Strecke Horrem–Liblar sein, um Köttingen zu umfahren.

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