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1. FC Köln auf dem VormarschDer Kampf um den Klassenerhalt wird intensiver

Lesezeit 5 Minuten
Einsatz mehr als fraglich: FC-Innenverteidiger Timo Hübers schlägt sich mit einer Erkältung herum.

Einsatz mehr als fraglich: FC-Innenverteidiger Timo Hübers schlägt sich mit einer Erkältung herum.

Der 1. FC Köln will am Sonntag in Hoffenheim den ersten Auswärtssieg unter Trainer Timo Schultz einfahren.

So schnell kann es im Fußball gehen. Der 1. FC Köln hat sich durch seinen 2:0-Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt am 20. Spieltag der Fußball-Bundesliga in eine Position gebracht, die es erlaubt, wieder verstärkt an den Klassenerhalt zu glauben. Die Geißböcke haben vor ihrem Auftritt am Karnevalssonntag (17.30 Uhr/DAZN) bei der TSG 1899 Hoffenheim Relegationsplatz 16 gefestigt und seit Mittwochabend auch Platz 15 fest im Visier. Das 1:1 im Nachholspiel zwischen dem FSV Mainz 05 und Union Berlin bietet dem FC im Kraichgau die Möglichkeit, erstmals seit dem 1. Dezember wieder über dem Strich zu stehen.

Timo Schultz benötigte am Freitag ein einziges Wörtchen, um sein Wohlwollen über das 1:1 von Mainz auszudrücken. Der Kölner Trainer beantwortete die Frage, ob ihm das Remis am Mittwoch gefallen haben mit einem schlichten „Ja“. Thomas Kessler wählte als Sportlicher Leiter die ausführlichere Variante, hatte am Ende aber weniger gesagt als Schultz: „Wir sind für uns selber verantwortlich. Natürlich schaut man, was im Kampf um den Klassenerhalt passiert. Am Ende ist es aber wichtig, dass wir unsere Ergebnisse einfahren. Wir haben uns durch den Sieg gegen Frankfurt in die Situation gebracht, dass es darum geht, den Platz, den wir haben, zu verteidigen – und anzugreifen, um über den Strich zu kommen.“

Wir haben einen guten Mittelweg gefunden. Die Sitzung hat Spaß gemacht. Dass es sich am Donnerstag verbietet, zu feiern, wenn man am Sonntag spielt, versteht sich von selbst
Timo Schultz, Cheftrainer 1. FC Köln

Drei Punkte beträgt der Rückstand des FC auf die Eisernen. Dazu müssten die Kölner noch vier Tore auf Union aufholen, das am Samstag den VfL Wolfsburg empfängt. Mit dem zweiten Sieg in Folge könnten die Geißböcke zudem den Rückstand auf Bochum (in Frankfurt) und Gladbach (gegen Darmstadt) auf drei Punkte reduzieren. Neue Aussichten, die Schultz am Freitag den nächsten Schritt in der Entwicklung der Mannschaft seit seiner Amtsübernahme mit einem Augenzwinkern aussprechen ließen: „Auswärtssieg.“ Es wäre die nächste Premiere für ihn als Bundesliga-Trainer. Schultz schlug dann ernstere Töne an und zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung seines Teams: „Ich war auch bei den anderen Spielen mit vielen Dingen zufrieden. Andererseits habe ich auch gegen Frankfurt Sachen gesehen, die mir unabhängig vom Sieg nicht gefallen haben. Dass die Stimmung in dieser Woche deutlich besser war, ist normal im Fußball.“

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Die im Vergleich zum Vorjahr deutlich heruntergefahrenen Karnevalsaktivitäten der Mannschaft passen zur konzentrierten Vorbereitung auf Hoffenheim: „Wir haben einen guten Mittelweg gefunden. Die Sitzung hat Spaß gemacht. Es kam auch aus dem Mannschaftskreis, dass wir in diesem Jahr mit einem gewissen Maß auf die Veranstaltung gehen. Dass es sich am Donnerstag verbietet, zu feiern, wenn man am Sonntag spielt, versteht sich von selbst. Ich musste da nicht groß etwas vorgeben“, berichtete Schultz. Zu diesem Mittelweg gehört, dass die Mannschaft nach dem von 6000 jecken FC-Fans begleiteten Spiel am Sonntag am Rosenmontagszug teilnimmt, um sich ab Dienstag voll auf die nächste Aufgabe am Freitag zu Hause gegen Bremen zu konzentrieren.


Noch kein Angebot für Benno Schmitz

Beim 1. FC Köln hält man sich recht bedeckt, ob der auslaufende Vertrag von Rechtsverteidiger Benno Schmitz (29) verlängert werden soll. „Wir sind im Austausch. Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir mit Benno über den Sommer hinaus weiterarbeiten. Aber dazu gehören immer mehrere Parteien“, erklärt Lizenzspielerleiter Thomas Kessler, der die Loyalität des dienstältesten FC-Profis zu schätzen weiß: „Er hat 132 Spiele für den FC gemacht. Das ist eine riesige Zahl.“ Auch lobte Kessler die Vorstellung von Schmitz beim 2:0-Sieg gegen Frankfurt: „Er hat eine gute Leistung gebracht, war sehr stabil.“ Schmitz hatte in den jüngsten beiden Spielen den Vorzug vor Rasmus Carstensen erhalten. Nach Rundschau-Informationen liegt dem gebürtigen Münchener bislang jedoch kein Angebot zur Vertragsverlängerung vor. (tca)


Schultz kann personell weiter längst nicht aus dem Vollen schöpfen. Justin Diehl stand am Freitag zwar wieder auf dem Trainingsplatz, an einen Einsatz des 19-Jährigen ist nach seinem grippalen Infekt aber nicht zu denken. Wahrscheinlich müssen die Kölner neben ihren Langzeitausfällen Mark Uth, Luca Waldschmidt und Davie Selke bei den spiel- und offensivstarken Hoffenheimern auch auf Timo Hübers verzichten. Der Innenverteidiger kämpft schon die ganze Woche über mit Erkältungssymptomen und sagte aus diesem Grund am Dienstag auch seine Teilnahme an der Karnevalssitzung ab. Nachdem er dann wieder trainieren konnte, fehlte er am Freitag bei der Einheit. Schultz macht diese Personalie nicht bange. Er habe mit Luca Kilian und Dominique Heintz zwei „1a-Alternativen“ und mit Elias Bakatukanda den nächsten Youngster, der sehr gut trainiert und immer sei.

Dem 46-jährigen FC-Coach gefällt ohnehin, was er im Training zu sehen bekommt: „Ich bin froh, dass wir einen gesunden Konkurrenzkampf und auf jeder Position Alternative haben. Gerade Linton Maina hat in dieser Woche sehr gut trainiert. Er ist sowieso mehr als eine Alternative“, lobte Schultz und ließ sich für die Aufstellung am Sonntag nicht in die Karten schauen: „Auch wenn man gewonnen hat, ist das kein Persilschein, dass man wieder spielt. Ich will nicht ausschließen, dass wir auf ein, zwei Positionen etwas verändern werden.“

Voraussichtliche Aufstellungen

TSG Hoffenheim: Baumann; Kaderabek, Kabak, Akppoguma, Jurasek; Grillitsch, Stach, Prömel; Kramaric, Weghorst, Beier.

1. FC Köln: Schwäbe; Schmitz, Kilian, Chabot, Finkgräfe; Martel, Huseinbasic; Ljubicic, Kainz; Alidou, Thielmann.

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