Der 1. FC Köln hat mit einem 1:1 beim Tabellendritten VfB Stuttgart überrascht, bleibt aber auf Platz 16 der Fußball-Bundesliga.
1:1 in Stuttgart1. FC Köln gewinnt wichtigen Punkt, verpasst aber Big Point

Eric Martel bejubelt seinen Treffer zum 1:1 in Stuttgart und grüßt die mitgereisten FC-Fans.
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Eric Martel musste erst einmal tief durchatmen. Hinter dem Mittelfeld-Abräumer des 1. FC Köln und seinen Teamkollegen lag eine knapp 100-minütige Schicht Schwerstarbeit. Die Mühen hatten sich aber gelohnt. Durch einen Treffer des Kapitäns der deutschen U21-Nationalmannschaft sammelten die Geißböcke als Außenseiter beim 1:1 einen wichtigen und auch verdienten Punkt beim Tabellendritten der Fußball-Bundesliga VfB Stuttgart ein. Ein Punkt, der die Hoffnungen auf den Klassenerhalt wahrt und dem FC Kraft für die kommenden Aufgaben geben sollte.
„Wir hatten uns darauf eingestellt, dass wir nicht viel den Ball haben werden und dass es ein schweres Stück Arbeit werden würde. Wir haben uns für den Kampf mit einem Punkt belohnt“, fasste Torschütze Martel zusammen. Es war sein erster Treffer in dieser Saison und sein zweiter insgesamt in bislang 49 Bundesliga-Spielen.
Eric Martels erster Saisontreffer
Nach einer abgewehrten Ecke und einem geblockten Schuss von Jan Thielmann bewies der kurz zuvor eingewechselte Linton Maina sein gutes Auge und zirkelte eine Flanke aus dem Halbfeld zu dem am langen Pfosten lauernden Martel. „Beim Tor ging alles so schnell. Ich hatte gesehen, dass keiner bei mir stand, und ich habe gehofft, dass der Ball zu mir kommt. Dann habe ich ihn einfach reingeschossen“, beschrieb Martel den Kölner Ausgleich aus der 62. Minute. Enzo Millot hatte den Favoriten nach einem feinen Spielzug des VfB über 14 Stationen in der 53. Minute in Führung gebracht.
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„Keiner hatte damit gerechnet, dass wir gegen eine Top-Mannschaft einen Punkt mitnehmen. Wenn man das nötige Glück hat, ist alles möglich“, sagte Martel. Sogar ein Dreier war für die Kölner an diesem 24. Februar 2024 drin gewesen. Faride Alidou konnte den Ball in der 85. Minute aber nur noch ans Außennetz bringen, nachdem er ihn etwas zu weit an VfB-Keeper Fabian Bredlow vorbeigelegt hatte. „Klar ist die Situation mit Faride schade, da geht man mit dem Gefühl raus, dass es vielleicht sogar drei Punkte hätten sein können. Auch wenn es vom Spielverlauf nicht gerecht gewesen wäre. Wir haben trotzdem einen Punkt mitgenommen“, sortierte Martel die vergebene Chance ein.
Es war allerdings auch der nächste Big Point, den das Team von Trainer Timo Schultz im Abstiegskampf liegen ließ. Beim 1:1 in Hoffenheim hatte der FC den Ausgleich erst in der Nachspielzeit kassiert. Diese vier Punkte mehr und die Kölner hätten Anschluss an die Nichtabstiegsplätze gefunden. So aber bleibt Platz 15 ein gutes Stück weit entfernt und von unten droht die Gefahr, Relegationsplatz 16 an Mainz oder Darmstadt zu verlieren: „Wir wollen schon noch nach oben rauskommen, wollen uns aber auch von ganz unten fernhalten. Wir wissen, was wir können und der Trainer spricht uns Mut zu“, sagte Martel, der als Sechser mit 12,98 Kilometern laufstärkster Akteur des Spiels war.
Es war viel Arbeit für uns, aber wir sind sehr glücklich mit dem Punkt.
Es gab das Spiel gut wieder, dass die Kölner sich mehr über den einen Punkt freuten, als sich über den vergebenen Sieg zu ärgern. Der FC musste mit dem überragenden Jeff Chabot als Frontmann alles reinwerfen, um die spielstarken Stuttgarter in Schach zu halten und kam insgesamt auf nur 25 Prozent Ballbesitz, lief dafür aber fünf Kilometer mehr als die Schwaben.
„Es war sehr viel Arbeit für uns, aber wir sind sehr glücklich mit dem einen Punkt“, freute sich Chabot. Die Rückkehr des 26-Jährigen in die Innenverteidigung nach seiner Gelbsperre war für die Kölner von elementarer Bedeutung. Chabot schaltete nicht nur wie im Hinspiel VfB-Torjäger Serhou Guirassy aus, sondern machte auch seinen Nebenmann Luca Kilian stark und war in allen relevanten Inhalten des Fußballspiels ein Vorbild für die gesamte Mannschaft. „In unserer Situation zählen Mentalität und Kampf, das müssen wir abliefern. So eine Abwehrschlacht macht Spaß, aber es würde auch mal Spaß machen, hinten mehr Luft zu haben“, freute sich Chabot über den Punkt und die eigene Leistung.
Die couragierte Vorstellung der Geißböcke war umso erstaunlicher, weil Timo Schultz eine Startelf ins Rennen schickte, die mit 23,6 Jahren die jüngste dieser Bundesliga-Saison war. Mit Max Finkgräfe und Justin Diehl standen zwei 19-Jährige von Anfang an auf dem Platz. Für Angreifer Diehl war es das erste Mal. Die beiden Youngster enttäuschten nicht, mussten allerdings gegen die auch gegen den Ball starken Stuttgarter einiges an Lehrgeld zahlen.
Diehl und Finkgräfe zahlen Lehrgeld
„Wir wissen, was Justin kann. Aber er hat gesehen, dass er in einigen Bereichen zulegen muss“, sagte Timo Schultz und erklärte Diehls Schwierigkeiten in der mit 54.500 Zuschauern ausverkauften Baustelle MHP-Arena: „Wir hatten auf unserer linken Seite in der ersten Halbzeit Probleme mit der wechselnden Spieleröffnung des VfB. Das war für Justin nicht so einfach, da immer sofort die Situation zu erkennen und Max Finkgräfe zu unterstützen. “
Es war auf jeden Fall die nächste, wichtige Erfahrung für die beiden FC-Talente auf ihrem Weg in die Profikarriere. Und sie hatten beide geholfen, starken Stuttgartern einen Punkt abzutrotzen: „Dieser Punkt ist nicht nur in der Tabelle wichtig, sondern auch für die Moral, weil er zeigt, dass wir überall punkten können“, bewertete Thomas Kessler das dritte 1:1 der Kölner auswärts mit Trainer Timo Schultz. Eine Aussage des Sportlichen Leiters, die auch auf den nächsten Sonntag abzielte. Da kommt der ungeschlagene Tabellenführer Bayer Leverkusen zum Nachbarschaftsduell ins Rheinenergiestadion.
