Unter Trainer Timo Schultz spielt er eine wichtige Rolle im Mittelfeld und hat sich seit seinem Wechsel zum FC im Sommer 2022 zum Shooting-Star entwickelt.
Lust im Zocker-ZentrumWie sich Denis Huseinbasic beim 1. FC Köln zurück in die Startelf spielt

Zwei aus dem Zocker-Zentrum und ihr neuer „Dompteur“: Trainer Timo Schultz (l.) im Gespräch mit Eric Martel und Denis Huseinbasic.
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Denis Huseinbasic interessiert sich nicht für die aktuelle Tabelle der Fußball-Bundesliga. Sagt der 22-Jährige jedenfalls. Womöglich liegt das Desinteresse des eigentlich doch so fußballverrückten Mittelfeldspielers des 1. FC Köln am bislang so dürftigen Abschneidens der Geißböcke. Wer schaut sich schon gerne an, dass es bislang nur zu Rang 16 unter 18 Klubs gereicht hat und die Versetzung ins nächste Bundesliga-Jahr akut gefährdet ist.
„Wir gucken nicht auf die Tabelle oder auf unseren Gegner, sondern nur auf uns. Wir müssen Punkte holen. Dann ist es auch egal, was die Konkurrenz macht“, erklärte Huseinbasic am Dienstag nach der ersten Trainingseinheit des Tages und machte es klar, worum es für den FC in der Karnevalswoche geht: „Wir fokussieren uns auf das Spiel am Sonntag in Hoffenheim.“ Ein weiterer Sieg im Kraichgau und Patzer von Union Berlin am Mittwoch im Nachholspiel in Mainz und am Samstag gegen Wolfsburg vorausgesetzt, könnte der FC sogar den Relegationsplatz verlassen. Dann würde vielleicht auch Huseinbasic wieder einen Blick auf die Tabelle riskieren und sich über die Entwicklung seines Teams unter dem neuen Trainer Timo Schultz freuen.
Eine Entwicklung, in der Huseinbasic eine tragende Rolle spielt. Coach Schultz hat den gebürtigen Erbacher mit einer der wichtigsten Rollen im Zentrum des Kölner Spiels betraut. Der Deutsch-Bosnier spielt neben Staubsauer Eric Martel den flexiblen Part im FC-Mittelfeld, bestimmt das Tempo und ist einer der wichtigsten Passgeber im Aufbauspiel. „Ich soll den Ball nach vorne bringen, auch im gegnerischen Strafraum auftauchen und viel gegen den Ball arbeiten“, beschreibt er seine Aufgaben. Für die Zusammenarbeit mit Martel im FC-Maschinenraum braucht er keine festgelegten Regeln sondern ist eher freigeistig unterwegs: „Wir machen das spielabhängig.“
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Denis Huseinbasic: Vier Tore im ersten Jahr
FC-Stürmer Jan Thielmann sprach am Samstag nach dem 2:0-Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt vom „Kölner Zocker-Zentrum“ und meinte damit neben Huseinbasic und Martel auch die offensiver agierenden Florian Kainz und Dejan Ljubicic. „Eigentlich kann jeder da vorne gut zocken und ich denke, das machen wir im Moment ganz gut.“
Auch, weil Timo Schultz das Kölner Spiel ein wenig in Richtung mehr Stabilität verschoben hat: „In manchen Phasen eines Spiels stehen wir einfach kompakter, lassen den Gegner kommen und warten auf den Auslöser. Das tut unserem Spiel gut“, beschreibt Huseinbasic und nennt einen weiteren Grund für die positive Entwicklung: „Der Trainer ist jetzt ein paar Wochen da. Wir kennen die Abläufe so langsam.“
Huseinbasic kam im Sommer 2022 vom Südwest-Regionalligisten Kickers Offenbach für eine Abnlöse von nur 50.000 Euro zum FC. Das Schnäppchen von Sportchef Christian Keller entwicklete sich unter Trainer Steffen Baumgart zum Shooting-Star und kam in seinem ersten Bundesliga-Jahr auf 24 Einsätze, in denen er vier Tore erzielte.
In der neuen Saison sollte der nächste Schritt folgen, doch der fünffache , deutsche U21-Nationalspieler (2 Tore) stagnierte nach einer starken Vorbereitung nicht nur in seiner Leistung, sondern hatte auch seine Unbekümmertheit verloren. Nachdem er zunächst nur von der Bank kam, beorderte Baumgart den zentralen Mittelfeldspieler ab dem vierten Spieltag viermal in Folge in die Startelf. Der FC verlor dabei gegen Hoffenheim, Bremen, Stuttgart und Leverkusen und auch bei seinem fünften Startelfeinsatz am 16. Spieltag bei Union Berlin war Huseinbasic Teil einer Kölner Niederlage. „Ich muss auch ehrlich sagen, dass ich in diesen Spielen nicht gut gespielt habe“, gab sich Huseinbasic selbstkritisch. Unter Schultz stand der 22-Jährige nun viermal in der Anfangsformation und holte mit dem FC fünf Punkte. „Ich spiele im Moment und versuche weiter zu spielen.“ Wenn er so weitermacht, kann er doch noch in dieser Saison den nächsten Schritt in seiner Entwicklung machen und dann in sein letztes Vertragsjahr beim FC gehen. Sein auch für die 2. Bundesliga gültiges Arbeitspapier ist noch bis zum 30. Juni 2025 gültig.
