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1. FC KölnJan Thielmann bringt alle Tugenden für den Abstiegskampf mit

Lesezeit 4 Minuten
Jan Thielmann (l.) agierte beim FC-Sieg in Darmstadt zunächst offensiv und spielte in Halbzeit zwei dann als Rechtsverteidiger.

Jan Thielmann (l.) agierte beim FC-Sieg in Darmstadt zunächst offensiv und spielte in Halbzeit zwei dann als Rechtsverteidiger.

Aufgrund seiner Verletzungen hatte Jan Thielmann schwere Zeiten. Doch nun ist er zurück beim 1. FC Köln und bringt den nötigen Einsatzwillen mit, um im Abstiegskampf zu bestehen.

Jan Thielmann ist zurück und mit ihm einer der wichtigsten Spieler des 1. FC Köln. Denn Typen wie den erst 21-Jährigen braucht eine Mannschaft, die im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga feststeckt. Thielmann steht mit seinem Kämpferherzen für puren Einsatzwillen und Hingabe. Tugenden, die die Geißböcke benötigen, um am Saisonende mindestens Platz 15 zu belegen.

Eine Platzierung, die das Team von Cheftrainer Steffen Baumgart durch den 1:0-Arbeitssieg am 13. Spieltag bei Aufsteiger SV Darmstadt 98 erstmals seit dem vierten Spieltag wieder innehat: „Der Sieg war enorm wichtig für die Köpfe der Spieler. Es tut gut, einfach mal wieder das Gefühl von einem Dreier zu haben und diesen dann noch gegen einen direkten Konkurrenten geholt zu haben. Das gibt hoffentlich Auftrieb für das nächste Spiel am Sonntag“, spürte Jan Thielmann in dieser Woche und vor der Heimpartie gegen den 1. FSV Mainz 05 eine gewisse Erleichterung auf dem Trainingsplatz und in der Kabine: „Die gute Laune ist wieder da“, beschrieb er den Stimmungsaufschwung am Geißbockheim.

Es tut gut, einfach mal wieder das Gefühl von einem Dreier zu haben und diesen dann noch gegen einen direkten Konkurrenten geholt zu haben.
Jan Thielmann, FC-Profi

Die wenig attraktive Art und Weise, mit der die Kölner am Böllenfalltor zum Erfolg kamen, ist Thielmann egal: „Am Ende geht es um die drei Punkte und die sind bei uns. Auch, wenn es nicht glanzvoll war. Wenn wir am Sonntag wieder dreckig 1:0 gewinnen, wäre mir das auch recht“, heiligt für den FC-Profi im Bundesliga-Abstiegskampf der Zweck die Mittel.

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Thielmann gehört ohnehin zu denen, die lieber machen und tun, als zu viel nachzudenken und zu reden. Trotz einer schier unglaublichen Reihe von Verletzungen hat der gebürtige Trierer weder seinen Optimismus noch seinen Tatendrang verloren. Nachdem ihn vergangene Saison diverse Muskelverletzungen und eine Viruserkrankung mehrfach außer Gefecht gesetzt hatten, zog er sich bei der U21-Nationalmannschaft eine schwere Knieverletzung zu. Er verpasste dadurch erst die U21-EM und dann die ersten neun Spieltage der Bundesliga-Saison 2023/24.

Thielmann feiert Comeback in Kaiserslautern

Sein Comeback feierte der seit 2017 beim 1. FC Köln spielende Thielmann bei der 2:3-Pokalniederlage in Kaiserslautern. Mit seinem Treffer zum 1:3 kam der FC überhaupt erst im Spiel an und hätte am Ende beinahe den 0:3-Rückstand noch egalisiert. Beim 1:1 gegen den FC Augsburg war Thielmann dann auch in der Bundesliga zurück und schon bei der 0:1-Heimniederlage gegen den FC Bayern München stand er erstmals wieder in Baumgarts Startelf. Zunächst als zweite Spitze, in der zweiten Hälfte dann aber auch als Rechtsverteidiger.

Eine bis dato völlig ungewohnte Position für den jungen Offensivmann, der es in seiner Karriere immerhin schon auf 92 Bundesligaspiele gebracht hat, in denen er sieben Tore erzielt und zehn weitere vorbereitet hat. „Ich spiele da, wo der Trainer mich aufstellt, gebe immer alles, was ich habe, als o immer 100 Prozent“, formuliert Thielmann den Satz, den jeder Bundesliga-Profi aufsagen kann. Allerdings konnte er rechts hinten nicht nur gegen die Bayern überzeugen. Auch beim 1:0 in Darmstadt bekleidete der Youngster in der zweiten Halbzeit die Position, die normalerweise von Benno Schmitz oder Rasmus Carstensen eingenommen wird.

In Darmstadt standen die beiden etatmäßigen Rechtsverteidiger aber nicht zur Verfügung und nachdem Innenverteidiger Luca Kilian in der ersten Hälfte eingesprungen war, wollte Baumgart mit Thielmann mehr Offensivkraft. Tatsächlich wurde das Kölner Spiel nach dem Wechsel etwas angriffslustiger und es gelang der Siegtreffer durch Davie Selke. „Ich habe mit dem Trainer gesprochen und bin für rechts hinten eine Option. Da habe ich nicht so den Drang nach vorne und muss keine Tore schießen. Und Zweikämpfe mag ich sowieso“, nannte Thielmann die Vorteile.

Gegen Mainz wird er wohl wieder weiter vorne zu finden sein, denn sowohl Schmitz als auch Carstensen sind wieder fit. Gegen den nächsten direkten Konkurrenten im Abstiegskampf sind Thielmanns Qualitäten aber auf jeder Position gefragt. „Das Trainerteam wird sich wieder etwas einfallen lassen. Wir treffen auf einen laufstarken Gegner und erwarten ein intensives Spiel.“ Genau das Richtige also für einen Spielertypen wie Jan Thielmann, der am Mittwoch schon mal die Parole für Sonntag ausgab: „Wir haben Bock, den nächsten Dreier einzufahren.“

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