Nach seiner Schulterverletzung arbeitet Steffen Tigges an einer Rückkehr ins Mannschaftstraining des 1. FC Köln. Der Mittelstürmer hofft auf eine Punktlandung zum Pokalspiel Mitte August in seiner Geburtsstadt Osnabrück.
1. FC KölnSteffen Tigges hofft auf Blitz-Comeback in der Heimat

Wiedersehen macht Freude: Mittelstürmer Steffen Tigges (M.) schaute am Dienstagvormittag beim Mannschaftstraining des 1. FC Köln vorbei.
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Steffen Baumgart hatte eine erfreuliche Botschaft zu verkünden, und so musste das Trainingsspiel am Dienstagvormittag für einen Moment ruhen. „Tiggi ist wieder da“, rief der Trainer des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln quer über den Platz. Gemeint war Steffen Tigges, der seit Ende Mai an der Schulter lädierte Mittelstürmer. Seine Mitspieler honorierten den Trainingsbesuch des 24-Jährigen mit Applaus. Und Tigges, der die Einheit an der Werbebande lehnend verfolgte, winkte freundlich zurück.
Allzu lange soll es nicht mehr dauern, bis Steffen Tigges auch wieder auf dem Platz zu finden sein wird. „Mir geht es gut soweit. Läuferisch und fußballerisch kann ich theoretisch schon wieder alles machen“, freut sich der Angreifer, der sich auf dem Weg zum Comeback „im Zeitplan“ sieht. „Jeden Tag absolviere ich meinen Lauf, so wie in jeder normalen Vorbereitung. Im Kraftbereich mache ich Schulter-, Beinkraft- und Oberkörperübungen. Eben all das, was gut für die Stabilisation ist.“
Ich merke, dass durch die Schonhaltung Kraft und Stabilität in der Schulter fehlen. Es geht darum, dass die Schulter einen Sturz abfangen muss. Daran arbeiten wir zurzeit.
Vor der Rückkehr ins Mannschaftstraining hat die Kräftigung der Schulter höchste Priorität für Steffen Tigges: „Ich merke, dass durch die Schonhaltung Kraft und Stabilität in der Schulter fehlen. Es geht darum, dass die Schulter einen Sturz abfangen muss. Daran arbeiten wir zurzeit. Wir sind in den letzten Schritten.“ Für die kommende Woche ist dann eine Mischung aus spielerischen Übungen auf dem Platz sowie Kraftaufbau vorgesehen. „Wenn die Schulter das alles gut verkraftet, hoffe ich, dass ich in zwei, drei Wochen wieder dabei bin.“
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Der Mittelstürmer hatte sich im letzten Auswärtsspiel am 20. Mai bei Werder Bremen (1:1) die rechte Schulter ausgekugelt. Unter Schmerzen war Steffen Tigges noch das Kopfballtor zur 1:0-Pausenführung gelungen. Die Freude über seinen sechsten Bundesliga-Treffer für den 1. FC Köln hielt jedoch nicht lange. Eine Untersuchung brachte die bittere Erkenntnis, dass eine Operation erforderlich war. „Danach habe ich vier Wochen im Alltag sowie weitere zwei Wochen beim Schlafen eine Schultermanschette tragen müssen“, berichtete Tigges, der zumindest im Urlaub ein wenig Ablenkung fand.
Osnabrück ist mein Ziel. Das wäre der schnellstmögliche Termin, der klappen könnte. Ich bin zuversichtlich, dass ich das schaffen kann.
Kurz nach der Diagnose war Steffen Baumgart noch davon ausgegangen, dass sein Angreifer „viele Teile“ der Saisonvorbereitung würde mitmachen können – wenn auch noch ohne Zweikampfführung. Daraus ist nichts geworden. Auch eine Mitfahrt ins Trainingslager nach Maria Alm kam nicht zustande. „Es war nur ein Fußballplatz da, und der Kraftraum war auch relativ klein. Daher habe ich die Reha komplett in Köln durchgezogen“, erklärte Tigges, der seinen Formaufbau in einem Physiotherapie-Zentrum in Mülheim vorantreibt. Da Florian Dietz (nach Kreuzbandriss) auch noch nicht wieder voll belastbar ist, steht dem FC in Davie Selke vorerst nur ein gelernter Mittelstürmer zur Verfügung.
Bereits vor einem Jahr war für Steffen Tigges im Sommer kein Mannschaftstraining möglich gewesen. Wegen einer noch in Diensten von Borussia Dortmund erlittenen Sprunggelenkverletzung konnte er erst spät beim FC einsteigen. Inzwischen ist der Sturmtank zwar mit den Anforderungen des Kölner Spielsystems vertraut, eine gemeinsame Saisonvorbereitung aber erneut nicht möglich. „Das passt mir auch nicht so gut“, ärgert sich Tigges und übt sich dabei in Galgenhumor: „Ich habe mir überlegt, mich vor der nächsten Sommerpause mal nicht zu verletzen.“
So aber droht Steffen Tigges ausgerechnet das Pokalspiel am 14. August in seiner Geburtsstadt Osnabrück zu verpassen. „Als das Los gezogen war, habe ich Leif Frach (FC-Athletiktrainer, Anm d. Red.) direkt geschrieben, dass wir meine Rückkehr bis Osnabrück hinbekommen sollten“, macht der ehemalige VfL-Profi keinen Hehl daraus, dass das Duell an der Bremer Brücke ein ganz besonderes für ihn darstellt. „Ich freue mich auf das Spiel. Von der Atmosphäre her wird es bestimmt richtig gut. Aber es hätte ein einfacheres Los sein können“, warnt Tigges vor dem euphorisierten Zweitliga-Rückkehrer.
Steffen Tigges hat bis zum Pokalspiel in Osnabrück nur noch drei Wochen Zeit
Für den Kölner Mittelstürmer beginnt nun ein Wettlauf gegen die Zeit. „Osnabrück ist mein Ziel. Das wäre der schnellstmögliche Termin, der klappen könnte. Ich bin zuversichtlich, dass ich das schaffen kann. Sollte ich eine komplette Trainingswoche mitmachen können, liegt es am Trainer, ob er mich in den Kader beruft“, sagt Tigges. Steffen Baumgarts Einverständnis dürfte durchaus fraglich sein. Schließlich ist der FC-Coach nicht dafür bekannt, seine Spieler nach langer Verletzungspause prompt ins kalte Wasser zu werfen.
Zumal noch ein paar Fragen offen sind. „Wir müssen schauen, wie die Schulter Zweikämpfe und Spielsituationen verkraftet. Das kann ich zurzeit noch gar nicht einschätzen“, gibt Steffen Tigges selbst zu bedenken und betont: „Am Ende ist es wichtig, dass die Schulter heil bleibt und stabil ist.“ Auch das Vertrauen in den eigenen Körper spielt eine wichtige Rolle, gerade in der umkämpften Strafraum-Gegend. „Wir arbeiten daran, dass die Sicherheit zurückkommt. Damit es auch vom Kopf her geht und ich mich auf meine Schulter verlassen kann“, erklärt Tigges. „Und wenn es dann eine Woche länger dauert, drücke ich den Jungs in Osnabrück eben von außen die Daumen.“
