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Ausgleich kurz vor Schluss 1. FC Köln verpasst beim 1:1 in München nur knapp einen Sieg

Kölns Ellyes Skhiri und Münchens Torhüter Yann Sommer (am Boden) kämpfen um den Ball.

Einen Moment zu spät: Kölns Ellyes Skhiri zieht gegen Münchens neuen Torhüter Yann Sommer (am Boden) nur knapp den Kürzeren.

Der 1. FC Köln hat die ganz große Überraschung beim FC Bayern München um Haaresbreite vepasst, kann aber mächtig stolz auf das 1:1 beim Tabellenführer sein.  Nationalspieler Joshua Kimmich erzielte den Ausgleich erst in der 90. Minute.

Der 1. FC Köln war ganz nah dran an der großen Überraschung und dem ersten Sieg beim FC Bayern München nach elf Jahren. Das Team von Trainer Steffen Baumgart führte nach einem frühen Tor von Ellyes Skhiri bis zur 90. Minute mit 1:0 beim großen Favoriten. Erst ein Verzweiflungsschuss von Nationalspieler Joshua Kimmich aus 30 Metern brachte die Geißböcke um den Sieg. „Das du enttäuscht bist, wenn Du so einen späten Ausgleich bekommst, ist normal. Aber wir können mit erhobenem Haupt nach Hause fahren. Wir haben gegen eine sehr gute Mannschaft eine sehr gute Leistung gezeigt. Ich freue mich über den Punkt“, erklärte FC-Trainer Steffen Baumgart.

Die 3000 mitgereisten FC-Fans sahen es ähnlich und waren  zu recht mächtig stolz auf ihr Team. Der Kölner Anhang feierte das 1:1 im Oberrang der mit 75.000 Zuschauern ausverkauften Allianz-Arena wie einen Sieg.

Baumgart veränderte sein Team im Vergleich zum triumphalen 7:1 gegen Werder Bremen auf zwei Positionen. Einmal, weil er musste, denn Abwehrchef Timo Hübers hatte sich während des Abschlusstrainings krank gemeldet und war in Köln geblieben. Für ihn rückte Nikola Soldo neben Jeff Chabot in die Innenverteidigung. Den zweiten Wechsel wollte Baumgart. Mathias Olesen ersetzte Eric Martel, so dass der FC mit dem wieder fit gewordenen Ellyes Skhiri (gestauchtes Sprunggelenk) in einem 4:1:3:2-System mit einem Sechser gegen Bayerns Viererkette auflief.

Alles zum Thema Steffen Baumgart

Bayern trat in Bestbesetzung an

 Der Rekordmeister und aktuelle Tabellenführer aus München hatte in seiner „Mir san mir“-Attitude in Folge des FC-Kantersiegs zumindest aufgehorcht und trat im Vergleich zum jüngsten 1:1 in Leipzig unverändert und in Bestbesetzung an. Aufhorchen und beste Elf nutzte den Münchnern zunächst aber wenig, denn der FC legte einen Blitzstart hin. Denis Huseinbasic presste zusammen mit Olesen einen Eckball heraus, Florian Kainz schlug den Ball auf den Kopf von Chabot, der verlängerte und Skhiri am langen Pfosten fand. Der Tunesier genoss alle Freiheiten und schob zur Kölner Führung ein (4.). 

Duo Chabot/Soldo verteidigt aufmerksam und konzentriert

Die Geißböcke attackierten weiter. Wie von Baumgart angekündigt. Olesen verpasste nach Flanke von Linton Maina nur knapp das 0:2 (9.), ehe die Bayern sich mit einem Schuss von Serge Gnabry erstmals in der Offensive anmeldeten (14.). FC-Keeper Marvin Schwäbe blieb ruhig und blockte den Versuch des Nationalspielers (14.). Es sah nun so aus, als ob die mit elf Nationalspielern auf dem Feld stehenden Münchner die Sache in den Griff bekommen würden. Die Maschinerie des Teams von Trainer Julian Nagelsmann lief an, es fehlte aber der letzte Pass. Was vor allem daran lag, dass das Duo Chabot/Soldo aufmerksam und konzentriert verteidigte.

Ein Gewaltschuss von Benjamin Pavard nach einer Ecke blieb deshalb bis zur Pause Schwäbes einzige Prüfung. Er bestand sie mit Bravour (44.). Auf der anderen Seite konnte sich der FC nach einer halben Stunde wieder etwas frei machen. Skhiri kam nach einer Kainz-Hereingabe gegen den neuen Bayern-Keeper Yann Sommer einen Moment zu spät (29.). Nachdem dann Kainz erneut den Ball über links in den Münchner Strafraum getrieben hatte, schlossen erst Steffen Tigges und dann Huseinbasic zu überhastet ab (39.). 

Kimmich erzielt mit Hilfe der Latte spät den Ausgleich

Das Münchner Publikum pfiff zur Pause. Entsprechend dürfte Nagelsmanns Halbzeitansprache ausgefallen sein. Der Bayern-Coach wechselte zwei Mal und sein Team kam mit Wut im Bauch aus der Kabine. Nun zeigte der FC, dass er unter Baumgart auch tiefstehend verteidigen kann – wenn er dazu gezwungen wird. „In der zweiten Hälfte haben uns die Bayern nicht mehr nach vorne gelassen. Ich hätte es gerne offensiver gestaltet, konnten wir aber nicht“, beschrieb Baumgart die Stärke der Münchner. Aber  Soldo und Chabot behielten die Übersicht und Schwäbe lief zur Höchstform auf. Matthijs de Ligt (48.) und der eingewechselte Kingsley Coman (54.) scheiterten am FC-Keeper.

Die Bayern rannten weiter unermüdlich an. Das konnte eigentlich nicht gut gehen. Doch Schwäbe kratzte einen Kopfball des eingewechselten Thomas Müller von der Linie (79.). Dann hatte die Kölner Nummer eins Glück, weil Eric Maxim Choupo-Moting den Ball aus spitzem Pfosten nur an den linken Pfosten setzte (88.). Es sah so aus, als sollte der aufopferungsvolle Abwehrkampf der Geißböcke belohnt werden, doch dann kam Joshua Kimmich (90.) und drosch den Ball mit Hilfe der Unterkante der Latte doch noch zum Ausgleich ins Tor. „Wenn mich jemand fragt, ob ich mich über den späten Ausgleich ärgere, sage ich nein. Unsere JUngs haben das richtig gut gemacht“, erklärte Steffen Baumgart. Es war sein erster Punktgewinn als Trainer gegen die Bayern und für den FC der erste seit Oktober 2016 und nach neun Niederlagen gegen die Münchner in Folge.  


Statistik zum Spiel:

Bayern München: Sommer; Pavard, Upamecano, de Ligt, Davies (82. Tel); Kimmich, Goretzka (46. Gravenberch); Gnabry (46. Coman), Musiala (68. Müller), L. Sané; Choupo-Moting. – 1. FC Köln: Schwäbe; Schmitz, Soldo, Chabot, Hector; Skhiri;, Olesen (46. Martel); Maina (71. Lemperle), Huseinbasic (46. Ljubicic), Kainz (57. Schindler), Tigges (57. Selke). – SR.: Stieler (Hamburg). – Zuschauer: 75.000. – Tore: 0:1 Skhiri (4.), 1:1 Kimmich (90.). - Gelbe Karte: Huseinbasic.