Abo

FC-NeuzugangPaqarada tritt das Hector-Erbe an

5 min
Leart Paqarada

Leart Paqarada (Mitte) ist vom FC St. Pauli zum 1. FC Köln gewechselt.

Leart Paqarada ist vom FC St. Pauli zum 1. FC Köln gewechselt. Seit Donnerstag bereitet sich der Linksverteidiger mit seinem neuen Team in Maria Alm auf die Bundesliga-Saison 2023/24 vor.

Leart Paqarada ist einer von bislang drei Neuzugängen beim 1. FC Köln. Der 28-Jährige wechselte als Kapitän des Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli ohne Erstliga-Erfahrung zu den Geißböcken und tritt dort als Linksverteidiger das große Erbe von FC-Ikone Jonas Hector an. In seiner ersten Medienrunde im FC-Trainingslager in Maria Alm hinterließ der kosovarische Nationalspieler einen selbstbewussten, reflektierten und ruhigen Eindruck. Der gebürtige Aachener sprach über…

seine Ankunft beim FC: „Wir Fußballer haben so oder so keine Anpassungsprobleme. Wir wissen alle, dass es immer wieder zu Vereinswechseln kommt. Ich bin außerdem mündig und offen. Deswegen fühlt es sich so an, als würde ich die Jungs schon länger kennen.“

seinen verspäteten Trainingseinstieg: Ich hatte einen guten Laufplan. Schönen Gruß an unseren Fitnesstrainer. Ich habe sicher eine Zeit gebraucht, um nach den vielen Spielen und der Zeit mit der Nationalmannschaft runterzufahren. Der Urlaub hat gut getan, ich bin jetzt aber froh wieder auf dem Platz zu stehen.

den Sprung in die Bundesliga: „Ich glaube schon, dass es ein großer Sprung ist. Ich bin aber in einem Alter, in dem ich nicht mehr nervös bin, ich muss mich nicht mehr verstecken. Ich habe ein paar Spiele auf dem Buckel, auch wenn es nur die Zweite Liga war. Ich freue mich riesig, dass ich den Sprung jetzt gemacht habe. Es war ein harter und langer Weg. Ich musste viel dafür tun und das wurde jetzt endlich belohnt. Dass es beim 1. FC Köln passiert, ist die Kirsche auf der Sahnetorte. Ich habe mir vorgenommen auch hier auf Dauer Führung zu übernehmen und der Mannschaft zu helfen.“

Es gibt Schlimmeres, als mit Jonas Hector verglichen zu werden.
Leart Paqarada, FC-Neuzugang

der Vergleich mit Jonas Hector: „Wenn ich den Jonas adäquat ersetzen würde, müsste ich noch 20 Jahre spielen. Die Zeit habe ich nicht mehr. Ich habe aber von den Jungs nur Gutes gehört und weiß, was er hier hinterlassen hat und was für eine Lücke entstanden ist. Meine Aufgabe ist nicht, Jonas Eins zu Eins zu ersetzen. Das kann ich nicht. Ich versuche der Mannschaft auf meine Art und Weise zu helfen und ich bin guter Dinge, dass ich mit meiner Spielart ein Gewinn für die Mannschaft sein kann. Ich weiß, was Jonas hier geleistet hat und welchen Stellenwert er für Mannschaft und Club hatte. Dafür gebührt ihm großer Respekt. Ich hätte auch gerne mit Jonas zusammengespielt. Ich glaube nicht, dass es große Vergleiche zwischen ihm und mir geben wird und wenn es dann doch so ist, sage ich, es gibt Schlimmeres, als mit Jonas Hector verglichen zu werden.“

seine fußballerischen Stärken: „Ich würde sagen, dass ich ein spielerischer Verteidiger bin, der gerne den Ball am Fuß hat. Letzte Saison hatte ich die meisten Ballkontakte in der Zweiten Liga. Ich bin offensiv dabei, auch wenn ich in erster Linie Abwehrspieler bin und komme gerne über Flanken. Ich beteilige mich am Spiel nach vorne und habe auch gerne ruhende Bälle. Das können aber auch ein paar andere Jungs gut.

die Wirkung der Transfersperre: „Ich erinnere mich, dass nachdem alles mit dem FC durch war, das 7:1 gegen Bremen war und ich zuhause auf Knien gerutscht bin. Dann kam das Thema mit der Transfersperre. Wir waren aber im stetigen Kontakt mit den Verantwortlichen. Ich hatte durchweg ein gutes Gefühl. Die Rückmeldung habe ich auch vom Verein bekommen. Dementsprechend habe ich geplant und mich mit keinem anderen Thema beschäftigt. Den Mietvertrag habe ich schon vor der Aussetzung der Sperre unterschrieben. Das Risiko habe ich in Kauf genommen. Es hat mich die ersten Tage und Wochen beschäftigt, aber dann konnte ich es schnell verdrängen. Ich war Kapitän des FC St. Pauli und dem Verein noch etwas schuldig. Das war mir in dem Moment wichtiger. Alles andere hat sich zum Glück positiv ergeben.“

sein Abschied vom Millerntor: „So eine Rückmeldung im letzten Spiel zu bekommen war schon echt unglaublich – und dann auch noch mit einem Tor. Bei der Auswechslung ‚You’ll never walk alone‘ zu hören – da bekommst du Gänsehaut. An so etwas wird man sich nie gewöhnen und nie vergessen. Da bin ich sehr dankbar für.“

Die Jungs, mit denen ich aufgewachsen bin, haben alle eine FC-Dauerkarte

seine Verwurzelung im Rheinland: „Die Jungs, mit denen ich aufgewachsen bin, haben alle eine FC-Dauerkarte. Meine Familie wohnt hier, ich bin hier groß geworden. Auch in der Zeit, in der ich woanders gespielt habe, war ich einmal die Woche zu Hause. Ich weiß auf jeden Fall, wo ich essen gehen kann.“

seinen Wechsel zum FC: „Ich habe schon zu meiner Zeit bei Bayer Leverkusen die meiste Zeit in Köln verbracht. Es war auch ein Traum von mir, beim FC zu spielen. Jeder Fußballer träumt davon, in der ersten Liga zu spielen. Dem läuft man sein Leben lang hinterher. Dann wird man älter und weiß, dass der Zug jeden Moment abfährt. Da sollte man besser aufspringen. Dass ich das jetzt geschafft habe, freut mich extrem. Dass es jetzt quasi noch ein Heimatverein, wo die ganze Familie zu Hause ist, ist sicherlich das Beste, was mir passieren konnte.“

seine Erfahrungen mit dem Rheinenergiestadion und den FC-Fans: Ich war mit Sandhausen 2019 in Köln. Wir haben durch einen späten Doppelpack von Anthony Modeste 1:3 verloren. Da habe ich aber mitbekommen, was für eine Stimmung in diesem Stadion entstehen kann und was für eine Energie entfacht wird. Da hat man auch schon mal als gegnerischer Spieler Gänsehaut.