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Spiel gegen BayernSaftige Strafe nach Pyroeinsatz droht – 1. FC Köln übt Kritik

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Lichterloh loderten die Feuer während des Spiels des FC gegen Bayern München auf der Südtribüne.

Lichterloh loderten die Feuer während des Spiels des FC gegen Bayern München auf der Südtribüne.

Beim Spiel des 1. FC Köln gegen Bayern München sorgten Chaoten in der Südkurve erneut für einen Eklat. Sie zündeten 300 pyrotechnische Gegenstände und unterbrachen das Spiel für fast zehn Minuten. 

Der RTL-Reporter sprach von „Rhein in Flammen“. Doch mit dem alljährlichen schönen Feuerwerk in Bonn hatte der erneute massive Pyro-Vorfall beim Spiel des FC gegen Bayern München gewiss nichts zu tun. Schon wieder haben Fußball-Chaoten in der Südkurve mit dem Abbrennen von Pyrotechnik auf dem gesamten Ober- und Unterrang für eine Spielunterbrechung gesorgt und damit ihrem Verein einen Bärendienst erwiesen. Dem 1. FC Köln droht abermals eine saftige Geldstrafe. 300 pyrotechnische Gegenstände wurden kurz nach dem Anpfiff gezündet, sagte ein Polizeisprecher der Rundschau. Die Partie wurde für fast zehn Minuten unterbrochen. Während der Live-Übertragung überbrückte RTL-Kommentator Lothar Matthäus die entstandene Pause und äußerte sich zur Nebelwand. Möglicherweise sollte der FC Windmaschinen installieren, damit der Rauch schneller beseitigt wird. Schließlich sei es in Köln nicht zum ersten Mal vorgekommen, dass ein Spiel wegen Pyrotechnik unterbrochen wird.

Der Sicherheitsdienst im Stadion hatte das Unheil kommen sehen. Vor dem Anpfiff gab es eine Durchsage, dass Vermummte in der Südkurve gesichtet wurden und sie das Abbrennen von Pyrotechnik befürchten. Besucher, die sich unwohl fühlen und nach dem Abbrennen Atembeschwerden haben, sollten sich beim Sanitätsdienst melden. Dass der Sicherheitsdienst die Besucher des Spiels mittlerweile warnt, wird von FC-Beobachtern als neue Dimension bewertet. Die Polizei meldete 30 vermummte Personen im Unterrang. Am Donnerstag lagen der Polizei und dem FC keine Informationen über verletzte Besucher durch die Pyrotechnik vor. Nach dem Spiel schrieb die Polizei Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz. Eine Anzeige wegen Körperverletzung schrieben Beamte gegen einen Bayern-Fan. Er soll einem Sicherheitsmitarbeiter eine schmerzhafte Verletzung im Lippenbereich zugefügt haben. „Der Mann musste mit einem Hämatom versorgt werden. Ihm wurde ein Becher ins Gesicht geworfen“, sagte ein Polizeisprecher weiter.

Pyro kostet viel Geld

Das Verhalten der Kölner Chaoten hat den Verein bereits viel Geld gekostet. Die höchsten Strafen musste der FC in der vergangenen Saison zahlen. Wegen zahlreicher Vergehen der Fans des Bundesliga-Aufsteigers verhängte der DFB in der Zweitliga-Saison 2024/25 Strafen in Höhe von 924.355 Euro gegen die Rheinländer. Beispielsweise nach der exzessiven Pyroshow von FC-Fans beim DFB-Pokal-Heimspiel gegen Hertha BSC im Dezember 2024 ist der Verein mit einer stattlichen Geldstrafe belegt worden. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes forderte den FC zu einer Zahlung von 316.400 Euro auf. Auch der zweite Aufsteiger, Hamburger SV wurde mit 623.555 Euro ordentlich zur Kasse gebeten. Im Gesamtranking bedeutete das Platz drei. Dazwischen liegt Eintracht Frankfurt. Die Hessen waren mit 764.600 Euro wieder einmal Strafen-Krösus in der 1. Bundesliga. In der Spielzeit 2023/24 hatte der DFB dem Champions-League-Teilnehmer sogar 918.950 Euro an Geldbußen aufgebrummt.

Wie kommt die Pyro ins Kölner Stadion?

Wie aber kommen die enormen Mengen an Pyrotechnik überhaupt ins Stadion? Der langjährige frühere Einsatzleiter der Polizei im Stadion, Volker Lange, meint, das ginge wohl kaum ohne Wissen des Vereins. Da würden Sprengkörper der Größe von Autobatterien in den Fanbereich getragen. Das könne gar nicht unbemerkt bleiben, sagt Lange, der auch darauf hinweist, dass es sich nicht um Kavaliersdelikte, sondern um Straftaten handelt.

Nach dem erneuten Vorfall sagte FC-Geschäftsführer Philipp Türoff: „Wir sehen den massiven Einsatz von Pyrotechnik sehr kritisch und arbeiten das Geschehen intensiv mit Sicherheitskräften und Fans auf.“ Weiter heißt es in einer Erklärung: „Wir arbeiten hinter den Kulissen konstruktiv an Lösungen, um unter der Prämisse eines sicheren und stimmungsvollen Stadionerlebnisses den Status quo wirkungs- und verantwortungsvoll zu verbessern. Massive Vorfälle wie gegen Bayern München sind für diese Bestrebungen jedoch kontraproduktiv, da sie das Sicherheitsgefühl vieler Zuschauer verletzen. Fanaktivitäten sollten zudem niemals das Fußballspiel behindern. Die gestrige Unterbrechung hat das Spiel gestört und verursacht dem FC zudem einen empfindlichen finanziellen Schaden“.