Der 1. FC Köln geht optimistisch und selbstbewusst in die Bundesliga-Spiele bis zur Länderspielpause Mitte März.
Sechs Punkte aus fünf SpielenDer 1. FC Köln befindet sich wieder auf Augenhöhe

Eric Martel (l.) und Faride Alidou am Montag beim Training des 1. FC Köln im Franz-Kremer-Stadion.
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Der Karneval tobte am Dienstag in unmittelbarer Nachbarschaft. Der Sülzer Umzug startete zeitgleich um 13 Uhr zum Training des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln am Geißbockheim und zog die Berrenrather Straße entlang. Für die FC-Profis sind die närrischen Tage allerdings vorbei. Trainer Timo Schultz, der mit den Spielern Jeff Chabot, Linton Maina, Eric Martel und Davie Selke auf dem Weg von der Severinsstraße bis zum Dom einen „unfassbaren“ Rosenmontagszug erlebte, startete gedanklich noch auf dem FC-Doppeldeckerbus mit der Vorbereitung auf das Heimspiel gegen Werder Bremen.
Ein Spiel von immenser Bedeutung, denn es bietet rein von der Papierform zusammen mit dem Derby am 9. März in Mönchengladbach in den fünf Partien vor der letzten Länderspielpause der Saison 2023/24 (18.-29. März) die größte Möglichkeit auf einen weiteren Sieg. Werder hat sich zwar dank dreier Siege in Folge aus der Abstiegszone abgesetzt, zeigte aber am vergangenen Samstag bei der 1:2-Heimniederlage gegen den FC Heidenheim erhebliche Rückfall-Erscheinungen. Das Team von Trainer Ole Werner ist also im Kampf gegen den Abstieg mitnichten aus dem Gröbsten raus.
Timo Schultz, unter dem die Kölner mit dem 1:1 am vergangenen Sonntag in Hoffenheim nun sechs Punkte aus fünf Spielen geholt haben, sieht das mit der Papierform aufgrund der Erfahrungen aus den letzten Spielen durchaus anders. „Ich glaube, dass wir einen Kader haben, der in einem Spiel über 90 Minuten mit jeder Mannschaft in der Bundesliga so konkurrieren kann, dass wir auch den Platz als Sieger verlassen können.“
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Noch fünf Spiele bis zur Länderspielpause
Die Mannschaft hat auf den 46-Jährigen vom ersten Moment an einen „klaren und positiven Eindruck“ hinterlassen: „Man kann sich Selbstbewusstsein aus jedem Training holen und auch aus Spielen, die nicht so gelaufen sind, wie es die Öffentlichkeit erwartet hat. Diese Schritte haben wir gemacht“, erklärte Schultz, warum der 1. FC Köln sich seit Januar wieder auf Augenhöhe mit seinen Gegnern bewegt. Der Trainer bewertete dabei die ersten 60 Minuten beim 0:4 gegen Borussia Dortmund als „mit das Beste, was wir bisher gespielt haben“. Die Heimniederlage gegen den BVB ist das bislang einzige Spiel, in dem die Kölner unter ihrem neuen Übungsleiter nicht gepunktet haben.
Schultz geht also optimistisch in die fünf Partien vor der Länderspielpause, obwohl drei der Gegner Stuttgart, Leverkusen und Leverkusen heißen. Er räumte am Montag nach dem Training im Franz-Kremer-Stadion allerdings ein, dass er bis Ende März auf seine langzeitverletzten Stammkräfte Mark Uth, Davie Selke und Luca Waldschmidt verzichten muss: „Alle drei sind noch weit davon entfernt, wieder ins Training einsteigen zu können. Ich rechne erst nach der Länderspielpause mit ihnen.“
Auch Mark Uth fällt bis Ende März aus
War eine solche lange Pause bei Selke (Fußverletzung) und Waldschmidt (angebrochenes Wadenbein) aufgrund der Schwere ihrer Verletzungen zu erwarten, verwundert sie bei Uth. Als Schultz in Köln anfing, war er noch davon ausgegangen, den torgefährlichen Spielmacher Mitte Februar wieder mit an Bord zu haben. „Die eine Diagnose ergibt die andere“, musste er diese Hoffnungen mittlerweile begraben. Es dürfte mittlerweile sogar fraglich sein, ob der 32-Jährige nach all seinen Verletzungen in den vergangenen zwei Jahren überhaupt noch wieder einmal Profi-Fußball wird spielen können.
Während Uth weder bei der FC-Karnevalssitzung vor einer Woche gesichtet wurde, noch wie sonst üblich bei den „Goldenen Jungs“ im Rosenmontagszug mitlief, schöpfte U21-Nationalspieler Eric Martel wie Geburtstagskind Chabot (26), Torjäger Selke und Flügelflitzer Maina auf dem stundenlangen Weg durch das jubelnde Narrenvolk in den Kölner Straßen mächtig Motivation: „Es hat sich angefühlt, als wären wir deutscher Meister geworden.“
Hübers ist zurück auf dem Platz
FC-Trainer Timo Schultz konnte zum Auftakt der Trainingswoche vor dem Bundesliga-Heimspiel am Freitag (20.30 Uhr/DAZN) gegen Werder Bremen bis auf die drei langzeitverletzten Mark Uth, Davie Selke und Luca Waldschmidt am Dienstag alle Spieler zur Einheit im Franz-Kremer-Stadion begrüßen. Timo Hübers war auch wieder mit dabei. Der FC-Innenverteidiger, der am Sonntag beim 1:1 in Hoffenheim erstmals in dieser Saison fehlte, hat seinen grippalen Infekt genauso auskuriert wie Sturmtalent Justin Diehl, der seit Samstag wieder trainiert. Beide Spieler dürften am Freitag im Kader des FC stehen. Schultz wird sich vor allem über Hübers rasche Genesung freuen, weil mit dem gelb-gesperrten Jeff Chabot der zweite Stamm-Innenverteidiger am Freitag fehlt.
