- Achim Beierlorzer ist als neuer Cheftrainer des 1. FC Köln schon sehr aktiv.
- Für den Start in der Bundesliga will er nichts dem Zufall überlassen.
- Über die Mannschaftsvorbereitung, Villareal und seine neue Wohnung in Köln.
Köln – Achim Beierlorzer ist noch nicht wirklich zur Ruhe gekommen. Bevor der neue Trainer des 1. FC Köln mit seiner Gattin Steffi für drei Tage nach Venedig, dann mit Frau und jüngstem Sohn in den bayerischen Pfingstferien an den Gardasee und weiter in den Süden fährt, eilt er weiter von Termin zu Termin. Der 50-Jährige will nichts dem Zufall überlassen, bevor er am 2. Juli mit seiner Mannschaft in die Vorbereitung auf die am 16. August beginnende Saison in der Fußball-Bundesliga einsteigt.
Neue Wohnung in Lindenthal
Einen der vielen Haken, die Beierlorzer vorher setzen wollte, hat er hinter die Wohnungssuche gemacht. „Wir haben zum Glück etwas Schönes in Lindenthal gefunden“, berichtet der FC-Coach. Überhaupt haben ihn seine beiden bisherigen Aufenthalte nach dem Spiel seines Ex-Clubs Regensburg und im Zuge seiner offiziellen Vorstellung am Geißbockheim nachhaltig beeindruckt: „Als rundweg positiv“ beschreibt er seine Eindrücke: „Ich bin geflutet von den unheimlich intensiven Gesprächen und der tollen Energie, die von diesem Club ausgeht.“
Zweimal hat sich der Oberfranke bereits mit seinen Co-Trainern Manfred Schmid und André Pawlak ausgetauscht: „Wir freuen uns riesig auf die gemeinsame Arbeit“, sagt Beierlorzer. Eine Arbeit, an deren Ende allgemein ausgedrückt „kollektives Handeln“ der Mannschaft stehen soll. „Schwarmverhalten ist eine Sache des Trainings“, erklärt der Fußballlehrer.
Leistungstests, Testspiel und Trainingslager
Nach zwei Leistungstests am 2. und 3. Juli sowie einem ersten Testspiel am 5. Juli geht es im ersten Trainingslager vom 8. bis 14. Juli in Donaueschingen vorwiegend um Grundlagen im athletischen und taktischen Bereich. Testen wird der FC am 10. und 14. Juli (in Reutlingen). Nach einem weiteren Spiel (20. Juli) geht es zum Feinschliff ins zweite Trainingslager (23. bis 29./30. Juli) nach Scheffau in Österreich. Zwei weitere Testpartien am 26. Juli und 3. August gegen die Erstligisten FC Bologna (Italien) und FC Villarreal (Spanien) runden das Programm vor der offiziellen Saisoneröffnung am 4. August am Rheinenergiestadion ab.
Sechs Spiele bestreiten die Kölner demnach also in der Vorbereitung. „Diese Tests sind extrem wichtig. Denn wie es der Name schon sagt, wollen wir etwas testen und ausprobieren“, sagt Achim Beierlorzer. Der Trainer hat einen festen Plan, nach welchen Regeln er die Begegnungen angeht. „Es wird keinen Spieler geben, der länger als 45 Minuten auf dem Platz steht. Wir werden immer von Halbzeit zu Halbzeit komplett wechseln.
Zum einen, damit die Belastung nicht zu hoch ist, zum anderen, damit sich jeder zeigen kann.“ Beierlorzer will mit dieser Strategie zudem „Siegermentalität“ entwickeln. „Wir haben ja immer einen Wettkampf erste Halbzeit gegen zweite Halbzeit. Wer erzielt das bessere Ergebnis“, erläutert er.
Beierlorzer führt Provokationsregeln ein
Als sei dies alles noch nicht genug für das gewöhnliche Testspiel, kommen beim FC unter Achim Beierlorzer noch so genannte „Provokationsregeln“ dazu. Das bedeutet, dass es zum Beispiel eine bestimmte Anzahl von Balleroberungen in der gegnerischen Hälfte oder Flanken oder Torschüsse als Zusatzaufgabe für das jeweilige Halbzeitteam zu erfüllen gilt. Auch so will der neue Coach eine Mannschaft formen.
Das könnte Sie auch interessieren:
„Als ich zuletzt im Fernsehen von kleinen Ich-AGs gesprochen habe, meinte ich das nicht böse. Es ist ganz normal, dass jeder Spieler auch auf sich und seine Karriere schauen muss. Am Ende brauchen wir aber ein Kollektiv, um erfolgreich sein zu können“, meint Beierlorzer, für den die vielen Persönlichkeiten in einem Team immer „die größte Herausforderung“ darstellen.
Größer jedenfalls als die Herausforderung „öffentliche Auftritte“ in der Medienstadt Köln. „Ich hatte viel Freude“, beschreibt er seine Erfahrungen von der ersten großen Pressekonferenz bei seiner Vorstellung vor einer Woche. Beierlorzer scheut sich auch nicht zu erklären, warum er sich gleich wohl gefühlt hat: „Ich darf mir nicht vornehmen, was ich sage. Dann wird es schwierig. Wenn ich aber authentisch bleibe, fühle ich mich auch wohl.“ Eine gute Einstellung, die im Wesen an Peter Stöger erinnert. Und der Österreicher war mit seiner Art in Köln ja lange erfolgreich.



