Seine Idee von modernem, intensivem und aktivem Fußball musste hinter einer stabilen, kontrollierten Herangehensweise anstehen. Nun müssen die Bayer-Profis aber zeigen, dass sie nicht nur fit sind, sondern auch als gefestigte Einheit auftreten können.
Bayer vor dem ersten HärtetestAlonso hat endlich Zeit, seinen Spielern die Spielidee nahzubringen

Florian Witz feiert sein Comeback nach neun Monaten.
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Gesagt wurde nur das Nötigste. Für ihn sprachen immer die Taten auf dem Platz. Schon als Spieler war Xabi Alonso nicht für laute Statements bekannt. Dieses Muster setzt der Spanier nun auch bei seiner ersten Profitrainer-Station in Leverkusen fort.
Üblicherweise äußern sich die Chefcoaches in der Fußball-Bundesliga zu Beginn, während oder spätestens gegen Ende der ersten Vorbereitungswoche. Zum Zustand der Spieler nach der Weihnachts- und WM-Pause, Trainingsschwerpunkten oder möglichen Transfers wäre auch bei Bayer 04 einiges zu sagen. Senior Alonso pflegt bei der Öffentlichkeitsarbeit aber ein eher distanziertes Verhältnis. Er legt den Fokus voll auf die Arbeit auf dem Trainingsplatz. Dabei interessiert sein vom Wettkampf-Modus losgelöstes Vorgehen doch sehr: Als er im Oktober als Nachfolger von Gerardo Seoane installiert wurde und mit Spielen im Drei-Tages-Rhythmus die größte Krise der jüngeren Vereinsgeschichte managen musste, konnte er nur verwalten.
„Es geht darum, die Spieler zu überzeugen“
Seine Idee von modernem, intensivem und aktivem Fußball musste hinter einer stabilen, kontrollierten Herangehensweise anstehen. Nun müssen die Bayer-Profis aber zeigen, dass sie nicht nur fit sind, sondern auch als gefestigte Einheit auftreten können. „Es geht darum, die Spieler zu überzeugen“, sagte Alonso jüngst in einem Werbe-Interview, „wenn sie einmal an deine Ideen, Botschaften und die Art, wie Fußball gespielt werden soll, glauben, sind sie dir näher und folgen dir auch.“ So habe er es als Spieler selbst erlebt und konnte deswegen das Beste für seine Trainer geben.
Nun steht er auf der anderen Seite und merkt, wie wichtig eine gute Menschenführung ist: „Da braucht man eine tolle Kombination von Fähigkeiten. Im Umgang mit einer Gruppe von 25 verschiedenen Jungs, von denen jeder anders ist, muss man eine Verbindung aufbauen.“ Wer den Deutsch, Englisch und Spanisch sprechenden Übungsleiter in der ersten Vorbereitungswoche unter dem Bayer-Kreuz erlebte, konnte seine Intensität tatsächlich spüren.
Ob es eigene Tempoläufe und Pässe während der Einheiten waren, eindringliche Spieler-Gespräche unter vier, sechs oder acht Augen und lautstarke Anweisungen während der Trainingsspiele. Alonso arbeitete am Limit, um individual-, gruppen- und mannschaftstaktische Inhalte genauso zu vermitteln, wie die richtige Mentalität. Und seine immer noch neue Mannschaft folgte ihm: Der lange verletzte Florian Wirtz ging als vollwertiges Teammitglied in alle Zweikämpfe und zeigte seinen Ehrgeiz in jedem Trainingsspiel.
Auch die übrigen Kadermitglieder bereiteten sich engagiert auf den ersten Wettkampf im neuen Jahr vor. Timothy Fosu-Mensah konnte nach anfänglichen muskulären Probleme Mitte der Woche einsteigen. Bis auf Patrik Schick (Adduktoren) und Charles Aranguiz (Wade) können daher alle Leverkusener am Samstag (15 Uhr, Ulrich-Haberland-Stadion) im Testspiel gegen den FC Venedig auflaufen. Gegen den italienischen Zweitligisten um den Ex-Leverkusener Joel Pohjanpalo soll das Erarbeitete umgesetzt werden. Eine Situation, ganz nach dem Geschmack von Xabi Alonso: Er möchte von seinen Spielern nun Taten sehen.