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DFB-PokalLeverkusen zeigt Schwächen in der großen Rotation

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Bayer Leverkusen Adam Hlozek feiert mit dem Teamkameraden seinen Treffer zum 3:2 in Sandhausen.

Bayer Leverkusen Adam Hlozek feiert mit dem Teamkameraden seinen Treffer zum 3:2 in Sandhausen. 

Bayer 04 Leverkusen steht nach einem 5:2 bei Drittligist Sandhausen im Achtelfinale des DFB-Pokals, brauchte dafür aber seine erst spät eingewechselten Stammkräfte.

„In den letzten Jahren wären wir vielleicht hinausgeflogen“, blickte Nadiem Amiri nach dem Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokals kurz zurück auf 2021 und 2022. Dann fokussierte sich Bayer Leverkusens Mittelfeld-Allrounder auf das nächste Punktspiel am Samstag in Hoffenheim. Beim 5:2 (1:0)-Sieg gegen den SV Sandhausen hatte der 27-Jährige erstmals in der Startelf gestanden und war damit einer von insgesamt acht Neuen in Xabi Alonsos Formation.

Gegen den Drittligisten wagte der Coach des Bundesliga-Tabellenführers die bisher stärkste Rotation der Saison. Und er wäre nach zwei gegnerischen Ausgleichstreffern beinahe bestraft worden. „Die vielen Wechsel tun nicht immer das Beste“, gab Robert Andrich nach dem erst am Ende klaren Zweitrunden-Erfolg zu. Anders als Amiri, der in den vorherigen 13 Pflichtspielen entweder gar nicht im Kader gestanden oder verschwindend geringe Einsatzzeiten als Joker (sieben Bundesliga-Minuten) hatte, war der Leistungsträger nach seinem Fußbruch im Mai nun an der Jahnstraße wieder voll da. „Ich denke, jeder will sich beweisen, will zeigen, dass er spielen möchte. Den Rhythmus hast du natürlich trotzdem nicht“, stellte Andrich klar.

Wir mussten von vorneherein, dass es ein ganz schwieriges Spiel wird und dann kriegen wir unnötige Tore zum falschen Zeitpunkt.
Nadiem Amiri, Mittelfeldspieler Bayer Leverkusen

Nicht nur individuell, sondern auch als komplett neu formiertes Kollektiv ließen die Leverkusener im Hardtwaldstadion nur selten einen doppelten Klassenunterschied erkennen. „Es war auch ein schwieriger Platz“, erwähnte Andrich das unebene Geläuf, „es war nicht so in einem Guss, wie wir es gewohnt sind.“

Der holprige Rasen an den Sandhäuser Dünen war aber nur ein Faktor für den schmeichelhaften und final zu hoch ausgefallenen Sieg. „Wir wussten von vornherein, dass es ein ganz hartes Spiel wird und dann kriegen wir unnötige Tore zum falschen Zeitpunkt“, dachte Amiri zunächst an das 1:1 durch Christoph Ehlich. Der Ausgleich fiel schnell nach Wiederbeginn, weil Franck Evina im Mittelfeld zu viel Platz hatte und dessen Zuspiel von Rechtsverteidiger Ehlich perfekt an den linken Innenpfosten und ins Tor gesetzt wurde (50.). Damit hatten die gastgebenden Underdogs die dominante erste Halbzeit der Leverkusener mit dem Strafstoß-Tor von Exequiel Palacios (21.) egalisiert und durften sich Hoffnung auf eine Sensation machen.

Hlozek trifft erst in der 85. Minute zum 3:2

Dass Amiri eine Freistoßflanke wenig später auf den Kopf von Jonathan Tah zog und dieser per Aufsetzer zum 2:1 einköpfte, brachte die Kontrolle nicht zurück (54.). Schließlich schenkte Yassin Ben Balla den Leverkusenern nur drei Zeigerumdrehungen später nach einem Eckstoß per Kopf das 2:2 ein (57.). Das siebte Standard-Gegentor im 14. Pflichtspiel rief Alonso auf den Plan. Der Coach ging in der 64. Minute mit Florian Wirtz, Granit Xhaka, Alejandro Grimaldo und Jeremie Frimpong „All-In“.

„Die Breite im Kader ist dieses Jahr entscheidend“, merkte Amiri an, „wir wechseln vier Mal und gewinnen am Ende noch mit 5:2“. Er selbst wurde zwar zum Opfer der Personal-Rochade, sah aber von der Bank aus zu, wie die vier Einwechsel-Stars binnen 30 Minuten den Achtelfinal-Kurs einschlugen. Allerdings fiel das 3:2 durch Adam Hlozek erst nachdem Ersatzkeeper Matej Kovar gegen Mühling den Rückstand verhindert (80.) und Schiedsrichter Hempel das Trikotziehen des tschechischen Stürmers im eigenen Strafraum gegen David Otto übersehen hatte (81.).

Die dritte Führung erlöste Bayer 04 dann, weil Sandhausen mental und körperlich abbaute (85.). So konnte Amine Adli das Ergebnis per Doppelpack (88., 92.) noch in standesgemäße Höhen schrauben. Genau wie Amiri, der sich an die jüngere Pokal-Geschichte mit frühen Knock outs gegen Karlsruhe und Elversberg erinnert fühlte, hatte auch Andrich die Möglichkeit des Scheiterns gespürt. „Bei einem Ausscheiden gegen einen Drittligisten hätte man uns die ersten neun Bundesligaspiele schlecht geredet“, meinte er. „Es war wichtig, dass wir weiter sind. Nach dem Wie fragt in ein, zwei Wochen keiner mehr“.


Erneute Zwangspause für Patrik Schick

Patrik Schick sollte eigentlich für Bayer Leverkusen langsam, aber sicher in Topform kommen. Beim DFB-Pokalspiel in Sandhausen fehlte er am Mittwoch aber überraschend im Kader. Der tschechische Stürmer hatte sich im Abschlusstraining eine „kleine Muskelverletzung in der linken Wade“ zugezogen, wie der Verein nach einer MRT-Untersuchung mitteilte. Auch wenn sein Trainer Xabi Alonso nach dem 5:2-Sieg hoffte, dass die Blessur „nicht so schlimm“ sei, muss der 27-Jährige zumindest in den nächsten Wochen zuschauen.

AFußball: Europa League, Bayer Leverkusen - FK Karabach Agdam, Gruppenphase, Gruppe H, 3. Spieltag, BayArena. Leverkusens Patrik Schick reagiert während der Partie. Der Stürmer muss verletzungsbedingt pausieren.

Schon wieder verletzt: Leverkusens Patrik Schick fällt erneut aus.

Dabei hatte der Torjäger erst in der Vorwoche im Europa League-Heimspiel gegen Qarabag (5:1) sein Comeback nach 231 Tagen und einer langwierigen Adduktorenverletzung gegeben. Nach dem neuerlichen Rückschlag peilen Schick und Co. das Bundesliga-Duell gegen Werder Bremen am 25. November für dessen Rückkehr an.