Köln – Wenn man so will, ist Steffen Baumgart schon nach zwölf Pflichtspielen als Trainer des 1. FC Köln mit allen Variationen durch. Vier Innenverteidiger stehen im Kader des Fußball-Bundesligisten und Jeder hat schon mal mit Jedem, nachdem am vergangenen Samstag beim 0:2 in Dortmund Luca Kilian und Timo Hübers zum ersten Mal als Paar aufliefen.
Baumgart hat auf keiner seiner taktischen Positionen so häufig gewechselt oder wechseln müssen wie in der Innenverteidigung. Was für den 49-Jährigen aber kein Problem darstellt oder allenfalls eines des Luxus: „Wir verfügen über vier gleichstarke Innenverteidiger, die alle spielen können“, erklärt der Trainer, wann immer er nach der Besetzung seiner zentralen Defensivpositionen gefragt wird. Dass bislang noch kein Ruf nach dem zum VfL Wolfsburg abgewanderten Sebastiaan Bornauw am Geißbockheim zu hören war, bestätigt Baumgart.
Skhiri nimmt an Lauftraining teil
Frohe Kunde gab es am Mittwoch beim Training des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln von Ellyes Skhiri. Der Tunesier nahm nach seiner Fraktur am Wadenbeinköpfchen des rechtes Beins das Lauftraining auf und drehte mit Reha-Coach Leif Frach trotz seines getapten Knies problemlos Runde für Runde. Der FC hofft nun, dass Skhiri nach der Länderspielpause am Sonntag, 21. November, im Bundesligaspiel beim 1. FSV Mainz 05 erstmals wieder mit von der Partie sein kann. (sam)
In der Vorbereitung hatte sich Timo Hübers als Bornauws Nachfolger in den Vordergrund gespielt. Für viele sicher etwas überraschend, galt der Neuzugang von Zweitligist Hannover 96 doch als erster Backup für Rafael Czichos und Jorge Meré. In der ersten Pokalrunde in Jena und am ersten Bundesliga-Spieltag stand der 25-Jährige aber in der Startelf. Beim 3:1-Heimsieg gegen Hertha BSC Berlin verletzte er sich allerdings am Knie und verlor seinen Stammplatz. Auch, nachdem er wieder fit war, blieb Hübers zunächst auf der Bank. „Die Jungs haben es gut gemacht in der Zeit, in der ich wieder fit war. Da hat ein Trainer nicht die Notwendigkeit, etwas zu verändern“, lobte er Czichos, Meré und Kilian.
Gleichzeitig lebte der „lange Blonde“ aber die Baumgart-Maxime, dass jeder Spieler im FC-Kader wichtig ist und von Anfang an spielen kann: „Ich bin dran geblieben und habe in Stuttgart die Chance bekommen. Die habe ich ganz gut genutzt und durfte in Dortmund direkt wieder ran. Ich hätte nichts dagegen, wenn es so weiter geht“, erklärte er am Mittwoch nach dem Training mit einem Schmunzeln.
Herausragende Leistung von Hübers gegen BVB
Hübers zeigte auch beim BVB 40 Minuten lang eine herausragende Leistung. Von fehlender Frische war ihm jedenfalls nichts anzumerken: „Wir trainieren nicht umsonst intensiver als unter dem ein oder anderen Trainer. So können auch die, die länger nicht gespielt haben, wieder gut rein kommen. Ich hab die Englische Woche gut verkraftet. Ich habe mich nicht gefühlt, als ob ich in den Seilen hänge“, erklärte er.
Dass er vor dem 0:1 von Thorgan Hazard gleich zwei Mal nicht im Bilde war, erklärte er mit dem normalen Schicksal eines Innenverteidigers: „Die Situation gibt es genauso noch neun Mal im Spiel und da passiert nichts. Da kommt ein langer Ball, ich bin im Rückwärtslaufen und schlecht orientiert, was die Position meines Gegen- und meines Mitspieler betrifft. Ich hatte das Gefühl, dass Luca hingeht und ziehe deshalb zurück, der Ball kommt nach außen und Dortmund spielt es gut aus. Unglücklich, aber so Szenen hat ein Innenverteidiger. 90 Minuten fehlerlos gegen Dortmund zu spielen, schaffen nur wenige.“
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Aus dieser Szene und aus dem Spiel mit der ebenso unglücklichen wie unnötigen Niederlage nach einer starken Leistung hat sich laut Timo Hübers „Ärger gebildet und Wut aufgestaut“. Wut, die am Sonntag Union Berlin zu spüren bekommen soll: „Wir wollen uns mit einem Sieg in die Länderspielpause verabschieden. Mit Union kommt eine der unangenehmsten Mannschaften der Liga nach Köln. Aber wir müssen uns zu Hause nicht verstecken und werden wieder auf Sieg spielen.“
In welcher Formation die FC-Innenverteidigung gegen die Eisernen spielt, ist dabei kaum vorherzusagen: „Wir sind alle vier auf einem ähnlich guten Niveau. Wir machen es dem Trainer schwer, wer am Wochenende aufgestellt wird“, sagte Hübers und erklärte, dass das häufige Wechseln auch für ihn etwas neu sei: „Ich kannte das aus meinen vorherigen Stationen eher so, dass ich immer mit demselben Partner spiele. Es ist aber nicht zwingend besser oder schlechter, ab und zu mit jemand anderem zu spielen. Unsere Ergebnisse und Spiele zeigen es auch.“



