Die Kölner Haie haben mit dem 8:1 in Dresden den neunten Sieg in Folge eingefahren. Unterdessen verstärkt sich der KEC zur kommenden Spielzeit mit einem ehemaligen Angreifer der DEG.
DEL-Primus siegt weiterKölner Haie landen Kantersieg in Dresden - Fanzug muss umkehren

Die Kölner Haie sind in der DEL derzeit das Maß aller Dinge.
Copyright: IMAGO/Eibner
In den vergangenen Wochen haben die Dresdner Eislöwen für ein paar Überraschungen sorgen können. Das Schlusslicht der Deutschen Eishockey Liga (DEL) feierte Siege gegen den ERC Ingolstadt und die Adler Mannheim. Im Duell der Gegensätze gegen den Spitzenreiter Kölner Haie war der Aufsteiger am Sonntag aber chancenlos, das Team von Trainer Kari Jalonen feierte mit dem 8:1 (4:0, 2:1, 2:0) ein Schützenfest und holte sich den neunten Sieg in Folge. Zugleich baute der KEC seinen Vorsprung auf Verfolger Mannheim auf acht Punkte aus.
Davon bekamen 800 Haie-Anhänger, die sich im Sonderzug auf die lange Reise nach Sachsen gemacht hatten, nichts mit. Eigentlich sollte der Tross gegen 13.30 Uhr und damit drei Stunden vor dem ersten Bully in Dresden einfahren. Da sich die Ankunft wegen mehrerer Streckensperrungen jedoch um sechs Stunden verspätet hätte, drehte der Zug in Magdeburg um – und der Gästeblock blieb nahezu leer.
Wenn wir in den Special Teams vier Tore erzielen, sind wir einfach ein gutes Team.
Die wenigen Fans aus Köln, die es in die Halle geschafft hatten, sahen von der ersten Minute an einen dominanten Tabellenführer, der all seine Qualitäten auf das Eis brachte. So lagen die Haie bereits nach elf Minuten mit 3:0 vorn. Zunächst traf Verteidiger Oliwer Kaski im Powerplay mit einem ansatzlosen Schuss in die kurze Ecke zum 1:0 (3.). Danach überraschte Dominik Bokk seinen ehemaligen Frankfurter Kollegen im Gehäuse der Eislöwen, Juho Olkinuora, aus ganz spitzem Winkel mit dem 2:0 (6.), ehe Maximilian Kammerer erneut in Überzahl mit seinem 13. Saisontor auf 3:0 erhöhte.
Alles zum Thema Deutsche Eishockey Liga
- DEL-Winter Game Belohnung Winter Game: Ost-Eishockey lebt trotz Misere
- Eishockey bei Olympia NHL-Stars im Olympia-Kader: DEL-Topscorer bleiben zu Hause
- Eishockey NHL-Profi Stützle berichtet von Toiletten-Selfie
- DEL-Primus siegt weiter Kölner Haie landen Kantersieg in Dresden - Fanzug muss umkehren
- 4:2 gegen Straubing Tigers Die Kölner Haie sind auch im neuen Jahr top
- Titelkämpfe Eishockey-Junioren schaffen Klassenerhalt bei U20-WM
- Kölner Haie Tabellenführer geht mit viel Rückenwind ins neue Jahr
„Gewollt war das 2:0 so nicht, vielleicht lag es am neuen Schläger, den ich genommen habe“, kommentierte Bokk seinen Treffer. Das Highlight aus Sicht der Gäste, die auf die beiden Top-Angreifer Gregor MacLeod und Nate Schnarr verzichten mussten, war dann der vierte Treffer des KEC durch Juhani Tyrväinen. Dem Finnen gelang 84 Sekunden vor der ersten Sirene in Unterzahl mit der Rückhand das 4:0.
Es war erst der sechste Kölner Schuss auf das Tor der Eislöwen, vier davon schlugen ein. Eine herausragende Quote, die das Verhältnis zwischen beiden Klubs darlegte. Daran änderte sich auch im Mittelabschnitt nichts. Ryan MacInnis gelang sogar das zweite Kölner Tor mit einem Mann weniger auf dem Eis (25.). Anschließend schnürte Bokk mit seinem 14. Saisontor einen Doppelpack (34.), nachdem Dresden durch Andrew Leblanc zum zwischenzeitlichen 1:5 erfolgreich war (28.). Felix Brückmann, der erneut den erkrankten Stammgoalie Janne Juvonen vertrat, war ohne Abwehrmöglichkeit.
Daniel Fischbuch wechselt im Sommer zu den Kölner Haien
„Wir haben ein gutes Spiel gemacht, die richtigen Entscheidungen getroffen und sind viel gelaufen“, sagte Haie-Angreifer Patrick Russell, der am Sonntag seinen 33. Geburtstag feierte. Ein besonderes Geschenk machte sich der Däne selbst, als er mit seinem 22. Saisontor das 7:1 markierte (44.). Tanner Kero legte sogar noch das achte Tor nach (48.). Insgesamt war jeder dritte Kölner Schuss ein Treffer. „Es war ein gutes Auswärtsspiel, wir haben direkt die Chancen genutzt und drei Punkte geholt. Wenn wir in den Special Teams vier Tore erzielen, sind wir einfach ein gutes Team“, erklärte Bokk zufrieden.
Unterdessen bastelt der KEC weiter fleißig am Kader für die kommende Saison. Nach Informationen der Rundschau bedienen sich die Kölner bei den Iserlohn Roosters und verpflichten Daniel Fischbuch. Damit kehrt der ehemalige Stürmer der Düsseldorfer EG nach Stationen in Mannheim und im Sauerland ins Rheinland zurück. In seiner bisherigen DEL-Karriere erzielte der 32-Jährige in 715 Begegnungen 360 Punkte (145 Tore, 215 Vorlagen), in dieser Spielzeit kommt er in 35 Spielen auf 14 Tore und 19 Assists.
Kölner Haie: Brückmann; Austin, Kaski; Sennhenn, Kemiläinen; Müller, Vittasmäki; Fischer; Russell, Kero, Tuomie; van Calster, Aubry, Bokk; Kammerer, Tyrväinen, Storm; Uher, MacInnis, Marco Münzenberger. – SR.: Frano/Pálkövi. – Zuschauer: 4.412. – Tore: 0:1 Kaski (2:51/Bokk/PP1), 0:2 Bokk (5:54/Sennhenn), 0:3 Kammerer (10:59/Russell, Kaski/PP1), 0:4 Tyrväinen (18:36, MacInnis/SH), 0:5 MacInnis (24:39/Tyrväinen), 1:5 LeBlanc (27:39/Parkes), 1:6 Bokk (33:30/Aubry), 1:7 Russell (43:17/Kero), 1:8 Kero (47:06). – Strafminuten: Dresden 4; Köln 4.
