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Kölner Haie7:2-Kantersieg besiegelt Dresdener Abstieg

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In die 2. Liga geschickt: Gregor MacLeod, Tanner Kero und Patrick Russel (r.) feiern das 1:0 der Haie, während Austin Ortega (l.) enttäuscht abdreht.

In die 2. Liga geschickt: Gregor MacLeod, Tanner Kero und Patrick Russel (r.) feiern das 1:0 der Haie, während Austin Ortega (l.) enttäuscht abdreht.

Die Kölner Haie sind erfolgreich aus der vierwöchigen Olympiapause gestartet und haben Dresden mit 7:2 besiegt

Hat die Olympia-Pause die Kölner Haie ausgebremst? Diese Frage stellten sich in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) viele Experten und konnten sie am Dienstag mit eienm klaren „Nein“ beantworten. 28 Tage nach dem  Punktspiel gegen die Löwen Frankfurt (1:4) kam der Tabellenführer zu einem 7:2 (2:0, 5:1, 0:1)-Kantersieg gegen die Dresdner Eislöwen.

In der mit 18.600 Zuschauern erneut ausverkauften Lanxess-Arena waren die deutschen Olympioniken Moritz Müller und Parker Tuomie, sowie die Dänen Patrick Russell und Frederik Storm vor der Partie mit einer Erinnerungs-Medaille geehrt worden. Das eher ernüchternd verlaufene Turnier in Mailand war an diesem Abend schnell vergessen. Das Quartett fügte sich  schnell wieder in das funktionierende Haie-Kollektiv ein. „Ich habe mich auf die Mannschaft und dieses Heimspiel gefreut“, erklärte Kapitän Müller und machte deutlich, was ihm bei er Nationalmannschaft womöhglich gefehlt hat.

Kero bricht den Bann, MacInnis legt nach

Die Vermutung, dass Dresden der richtige Gegner zum Wiedereinstieg sein könnte, hatte Tanner Kero vor dem 45. Spieltag noch verneint. „Wir nehmen keinen Gegner auf die leichte Schulter und haben die höchsten Ansprüche an uns selbst“, meinte der US-amerikanische Stürmer und sollte seinen Worten auch Taten folgen lassen.

Ohne den verletzten Maximilian Kammerer sowie den kranken Valtteri Kemiläinen taten sich die Hausherren zunächst schwer. Ob es am vierminütigen Stimmungs-Boykott der Fans gegen zu viele Wochentags-Spiele lag oder an den bissigen Eislöwen, Kero und Co. kamen in der ausverkauften Lanxess-Arena nicht so richtig in Schwung. In der siebten Minute mussten sie in Unterzahl sogar tief durchatmen, als Rourke Chartier freistehend gegen Janne Juvonens Maske schoss. Zwei Minuten später konnte der Goalie zusehen, wie Kero die Führung besorgte. Brady Austins Schuss von der blauen Linie fälschte der 33-jährige Linksschütze geschickt ab und konnte sich über seinen neunten Saisontreffer freuen (9.).

Die Hausherren kamen am Ende des ersten Drittels serneut in die Bredouille, weil Verteidiger Jan Luca Sennhenn mit einem hohen Stock Gegenspieler Chartier verletzt hatte und vier Minuten auf die Strafbank musste. Unter Mithilfe eines Hauptschiedsrichters, der die Scheibe hinter dem KEC-Tor abfälschte und damit den Kölner Konter einleitete, killten die Haie aber den Penalty und kamen zum 2:0.  Juhani Tyrväinen trug den Puck im Zwei-gegen-Eins nach vorne und bediente Ryan MacInnis zum ersten Pausenstand (18.).

Doppelpack für Schnarr an seinem Geburtstag

Obwohl sie in den ersten 20 Minuten oft auf die Strafbank gewandert waren, führten die Haie komfortabel und konnten sich nach dem Seitenwechsel weiter auf ihre Nummer 10 verlassen. Nach Moritz Müllers Schuss von der blauen Linie kam Gregor MacLeod in Scheibenbesitz und fand Tanner Kero am linken Pfosten (24.). Dessen 3:0 gab den Haien einen richtigen Schub, sodass sie 38 Sekunden später schon zum vierten Treffer kamen. Sten Fischer bediente Nate Schnarr, der an seinem 27. Geburtstag zur Vorentscheidung traf (25.).

Louis-Marc Aubry konterte den ersten Treffer der Eislöwn von Ricardo Hendreschke (33.) mit dem 5:1 in Überzahl. Nach dem 5:1 trat wieder Kero in Erscheinung. Beim sechsten Haie-Streich fungierte er als Vorlagengeber für den 26. Saisontreffer von Patrick Russell (39.). Den Angriff hatte Gregor MacLeod eingeleitet, der insgesamt vier Assist gab. Im teaminternen Wettschießen mit Kero glich Nate Schnarr ebenfalls mit seinem zweiten Treffer dann noch zum 7:1 aus (40.).

Nach dem letzten Seitenwechsel fiel sowohl das 7:2 für Dresden durch Trevor Parkes (41.), sowie das Aluminium-Pech von Aubry (44.) und Storm (45.) nicht mehr ins Gewicht. Wegen des zeitgleichen 4:1-Siegs von Frankfurt gegen Bremerhaven stehen die Eislöwen, schon sieben Spieltage vor dem Saisonende als sportlicher Absteiger aus der DEL fest. Die Haie, die ihren Vorsprung an der Tabellenspitze durch die Niederlage der Adler Mannheim auf 14 Punkte ausbauten,  sind in dieser Form weiter der heißeste Kandidat auf den Hauptrundensieg und die Meisterschaft.


Statistik:

Kölner Haie: Juvonen; Kaski, Austin; Müller, Sennhenn; Fischer, Vittasmäki; Russell, MacLeod, Kero; Bokk, Schnarr, Aubry; Niedenz, Tyrväinen, Storm; Van Calster, MacInnis, Tuomie; Glötzl. - SR.: Hinterdobler/Pálkövi. - Zuschauer: 18.600. - Tore: 1:0 Kero (8:32/ Austin, MacLeod), 2:0 MacInnis (17:41/Tyrväinen/SH 1), 3:0 Kero (23:32/MacLeod, Müller), 4:0 Schnarr (24:10/Fischer), 4:1 Hendreschke (32:/12), 5:1 Aubry (35:17/MacLeod, Kaski, PP1), 6:1 Russell (38:30/Kero, MacLeod), 7:1 Schnarr (39:23/Austin), 7:2 Parkes (40:15). - Strafminuten: Köln: 8, Dresden 10.