Die Kölner Haie starten nach vier Wochen Olympiapause mit zwei Heimspielen in den Hauptrunden-Endspurt der Deutschen Eishockey Liga.
Pause mit TückenKölner Haie starten in den Endspurt

Tanner Kero spielt seit dieser Saison im Sturm der Kölner Haie.
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Die Kölner Haie waren vor den Olympischen Winterspielen in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) so gut wie schon sehr lange nicht mehr unterwegs. Nachdem Tanner Kero und seine Mitspieler den historischen DEL-Rekord der Adler Mannheim überboten hatten, ging es für sie in eine vierwöchige Pause. „Zu diesem Zeitpunkt der Saison zu pausieren ist einerseits gut, um dem Körper Ruhe zu gönnen“, merkte der US-amerikanische Stürmer nach 44 von 52 Hauptrunden-Spieltagen an. „Aber wenn man so einen Lauf hatte wie wir, so gut gespielt hat, dann ist es auch nicht leicht, unterbrochen zu werden“, erklärte der 33-jährige Linksschütze.
Die neue deutsche Bestmarke von 16 Siegen in Folge hatte der KEC am 25. Januar gegen Nürnberg (5:2) aufgestellt. Darauf folgte das 1:4 gegen Frankfurt, ehe sich die vier Olympioniken Moritz Müller und Parker Tuomie (Team Deutschland) sowie Patrick Russell und Frederik Storm (Dänemark) nach Mailand verabschiedeten. Kero und die Daheimgebliebenen bekamen ein paar Tage frei, ehe sie auf das Trainingseis in Deutz zurückkamen. Dort und beim Hockeytown-Cup im Pardubice bereitete sich der deutsche Tabellenführer auf den Re-Start am Mittwoch (19.30 Uhr/Magenta Sport) gegen das Tabellen-Schlusslicht Dresdner Eislöwen vor.
Coach Kari Jalonen ist nach vier Wochen Pause zurück beim Training
„Vor allem das Vorbereitungsturnier in Tschechien war gut, weil wir die beiden Spiele angegangen sind, wie Punktspiele in der Liga“, erklärte Kero den Fokus in den Duellen gegen Bern (1:2 nach Verlängerung) und Straubing (5:1 im Spiel um Platz 3) genauer. Dass Kari Jalonen vor und auch nach dem Hockeytown Cup nicht bei der Mannschaft, sondern als Kommentator für das finnische Fernsehen bei Olympia weilte, störte die Abläufe nicht. „Es war ein bisschen anders“, beschrieb Kero die Abstinenz seines Cheftrainers und ergänzte: „Unser Coaching-Staff hat einen guten Job gemacht, sodass es sich nahtlos angefühlt hat. Man kann zudem sicher sein, dass Kari sein Feedback zu Testspielen und auch Trainingseinheiten auch aus der Ferne hat einfließen lassen.“
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Auch ohne Jalonen ging es nach Aussage von Kero vor den letzten acht Hauptrundenspielen und den Playoffs voll zur Sache. Die Haie sind bereits als erste Mannschaft direkt für das am 24. März beginnende Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft qualifiziert. „Wir wollen uns jetzt den letzten Schub holen, bevor es in die Playoffs geht“, sagt der Stürmer, der bislang acht Toren und 16 Assists für sein Team gesammelt hat.
Eine besondere Zeit verbrachte er während Olympia auch als Sportfan. „Weil das Turnier in Europa stattgefunden hat, war es leicht zuhause vor dem Fernseher auch die anderen Sportarten zu genießen, die man normalerweise nicht so verfolgt“, berichtete der Familienvater. Als US-Amerikaner begleitete er aufmerksam den Gold-Lauf des Eishockeyteams bis zum 2:1-Finalsieg über Kanada in der Verlängerung. „Das war schon auch stressig, weil man natürlich mit seinem Land mitfiebert. Letztlich hat es aber großen Spaß gemacht, die Jungs den ganzen Weg gehen zu sehen. Wir mussten ja seit 1980 lange auf dieses Gold warten.“
Der 138-fache NHL-Profi hat mit dem Backup-Goalie der US-Boys Jake Oettinger bei den Dallas Stars zusammengespielt. Auch andere US-Teammitglieder kennt er als Gegner aus der nordamerikanischen Profiliga. „Ich habe mich sehr für die Jungs gefreut“, stellte Kero klar und schloss dabei auch das Haie-Quartett ein. Auch wenn Müller und Tuomie mit Deutschland die Segel schon im Viertelfinale streichen mussten und die Dänen Russell und Storm mit ihrem Team in der Viertelfinal-Qualifikation an Tschechien scheiterten, setzte ihr Teamkamerad einen positiven Fokus: „Sie haben ihre Heimatländer gut präsentiert und das ist alles, was zählt“, stärkte Kero den Rückkehrern den Rücken und ergänzte: „Als sie wieder bei uns waren, haben sie einen guten Eindruck gemacht. Die Stimmung war gut.“
Das ist manchmal hart, aber kann in dieser Liga und in so einem starken Team passieren.
Nicht nur die vier Olympioniken werden darauf brennen, auch das vierte und letzte Hauptrundenduell gegen Schlusslicht Dresden zu gewinnen und gleich eine neue Siegesserie zu starten. Auch der Rest des Haie-Kaders steht beinahe komplett zur Verfügung. Einzig Maximilian Kammerer ist nach seiner Oberkörperverletzung noch nicht wieder ganz bereit und dürfte gegen die Eislöwen und auch am Freitag gegen Ingolstadt noch pausieren müssen.
Zudem fehlte Valtteri Kemiläinen im Abschlusstraining krankheitsbedingt. Der finnische Verteidiger könnte eine Importstelle freiwerden lassen, was für Tanner Kero spräche. Als Erste-Reihe-Stürmer blieb der Center, der auch auf den Flügel ausweichen kann, im Lineup schon mehrfach außen vor. „Das ist manchmal hart, aber kann in dieser Liga und in so einem starken Team passieren“, gab der Sommerzugang aus Jönköping zu. Er könne nur sein Bestes geben und versuchen dem Team zu helfen. Mit dieser Gewinnermentalität waren die Haie schon vor der Olympiapause schier unschlagbar.
