Bonner lassen der Niederlage in Oldenburg einen Sieg gegen den Mitteldeutschen BC folgen – Alijah Comithier verlängert bis 2028
Am DoppelspieltagTelekom Baskets Bonn mit Licht und Schatten

Zum Erfolg gegen den Mitteldeutschen BC steuert Point Guard Grayson Murphy (links) zehn Assists bei.
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Am Doppelspieltag in der 1. Basketball-Bundesliga verloren die Telekom Baskets Bonn auswärts in Oldenburg und gewannen gestern Nachmittag vor 5822 Zuschauern auf dem Hardtberg gegen den Mitteldeutschen BC.
EWE Baskets Oldenburg – Telekom Baskets Bonn 98:94 (20:22, 30:26, 23:21, 25:25). Den Gästen gelang ein Kunststück. Trotz Rebound-Hoheit (43:29, 26 offensiv) und 20 Würfen mehr verließen sie als Verlierer das Parkett. Denn einmal mehr hatten die Bonner kein Wurfglück von außen. Eine indiskutable Dreierquote von lediglich 19,4 Prozent verhinderte einen durchaus möglichen Auswärtserfolg. Anders die Hausherren, die mehr als die Hälfte ihrer Versuche aus 6,75 Metern verwandelten und den Sieg aus der Distanz eintüteten.
Auch ohne die verletzten Tylan Birts, Jonathan Bähre und auch Zach Cooks sowie den Neuzugang Sahmi Willoughby (Trainingsrückstand) erwischten die Rheinländer, die Juhwan Harris-Dyson vom Kooperationspartner Dragons Rhöndorf nachnominierten, den besseren Start. Eine kurze Unterbrechung folgte bereits nach 17 Sekunden, als die Fans Kuscheltiere für den guten Zweck aufs Parkett warfen. Bis zum 8:3 (3.) hatte Jeff Garrett alle Punkte für die Gäste markiert. Doch nach dem 15:9 (8.) kamen die Hausherren auf und glichen aus (17:17, 9.).
Den ersten Rückstand mussten die Bonner im zweiten Viertel beim 22:25 (12.) verzeichnen. Nun entwickelte sich ein munteres Hin und Her mit mehreren Führungswechseln. Chris Clemons nahm das Heft für die Niedersachsen in die Hand und ließ es gemeinsam mit dem Ex-Bonner Brian Fobbs Dreier regnen. Bis zur Pause hatten die Gäste mehr Offensiv- als Defensivrebounds gesammelt (10/5), jedoch schon einige Fahrkarten aus der Distanz geschossen (3/16, 19 %) – machte einen 48:50-Rückstand.
Im dritten Abschnitt legten die Rheinländer einen 8:0-Lauf zum 60:55 (25.) hin, sofort egalisierten die Gastgeber den Spielstand. Als Joel Aminu umknickte, schrumpfte die Bonner Rotation kurzzeitig noch weiter. Die Gäste versuchten alles, erlaubten sich jedoch zu viele unnötige Fehler und lagen am Viertelende mit 69:73 (30.) zurück.
In den letzten zehn Minuten schenkte Fobbs Bonn seinen fünften Dreier zum 79:71 (33.) ein. Clemons war nicht zu bremsen und versenkte auch die schwierigen Würfe. Die Bonner ließen nach, Kraft und Konzentration gingen aus. Fobbs legte aus der Distanz zum 84:72 (35.) entscheidend nach.
Trainer Marko Stankovic blickte nicht lange zurück: „Um hier zu gewinnen, hätten wir einige kleine Fehler weniger machen müssen, durch die Oldenburg gepunktet hat. Wir haben 98 Punkte kassiert, dann ist es schwierig, hier bestehen zu können.“
Bonn (Punkte/Dreier): Murphy (21/2), Finch (20/1), Garrett (17/1), Comithier (15/3), Kessens (9), Jongkuch (7), Heckmann (3), Aminu (2), Jostmann; Rebounds: 43 (Kessens 9); Assists: 11; Ballverluste: 12; Trefferquote Feld: 45,5 % (35/77); Dreierquote: 19,4 % (7/36).
Oldenburg (Punkte/Dreier): Clemons (24/4), Tischler (21/2), Fobbs (20/6), Zubcic (14), Hinrichs (10/1), Tucker (5/1), Lofton (4), Kyser, Schroeder; Rebounds: 29 (Hinrichs 9); Assists: 16 (Clemons 7); Ballverluste: 16; Trefferquote Feld: 54,4 % (31/57); Dreierquote: 51,9 % (14/27).
Telekom Baskets Bonn – Mitteldeutscher BC 88:72 (17:15, 25:21, 22:16, 24:20). Zwei Dreier von Garrett führten zum 6:2 (3.), die Verteidigung der Hausherren stand, auch das Tempo passte. Stankovic wechselte früh und viel, um es hochzuhalten. Das funktionierte nicht immer, manche Ballverluste waren gerade dem schnellen Umschalten geschuldet. Anfang des zweiten Viertels gerieten die Baskets sogar in Rückstand (17:18, 11.), konnten den Betriebsunfall aber schnell reparieren. Alijah Comithier, der – wie gestern bekannt wurde – seinen Vertrag in Bonn bis 2028 vorzeitig verlängerte, und Jalen Finsh besorgten vom Perimeter das 32:21 (15.). Die 42:36-Pausenführung hätte deutlicher ausfallen können, wenn die Baskets sich nicht einige kurze Schwächephasen in Defense und Offense geleistet hätten.
Nach dem Seitenwechsel blieb die Vorstellung wechselhaft, einem 46:38-Vorsprung (23.) folgte das 48:46 (26.). Die letzte Konsequenz fehlte, Licht und Schatten wechselten sich ab, die Abstimmungsprobleme in der Verteidigung häuften sich. Nachdem die Bonner doch mal ihr Können hatten aufblitzen lassen, steuerten sie beim 64:52 (30.) einem Arbeitssieg entgegen.
Im Schlussabschnitt banden sie noch ein Schleifchen drum und bauten ihren Vorsprung aus. Die Gäste ließen den Ball immer weniger laufen und erleichterten den Baskets den Sieg (75:58, 35.). 53 Sekunden vor Schluss durften dann die Talente Kenan Reinhart und Benni Sadikovic aufs Feld. Der Erste gab zum Zweiten die Vorlage zu den beiden letzten Bonner Punkten.
Nach dem Abpfiff freute sich Garrett, dass sich die harte Arbeit ausgezahlt habe: „Wir wachsen als Mannschaft immer mehr zusammen. Die Defense ist unsere Identität, da wir halt am besten verteidigen können.“
Weiter geht es am Samstag um 18.30 Uhr bei den Würzburg Baskets, einem direkten Konkurrenten im Kampf um die Playoff-Plätze.
Bonn (Punkte/Dreier): Garrett (22/4), Comithier (16/3), Finch (13/1), Heckmann (6), Jongkuch (5), Kessens (4), Murphy (3), Jostmann (2), Sadikovic (2), Reinhart; Rebounds: 39 (Kessens 6); Assists: 22 (Murphy 10); Ballverluste: 13; Trefferquote Feld: 46,3 % (25/54); Dreierquote: 47,6 % (10/21).
MBC (Punkte/Dreier): Reaves (21/2), Thomas (16/2), Welp (10/2), Foster (8), Planinic (7), Blomgren (4), Djurisic (4), Callison (2), Nikic, Vargas; Rebounds: 31 (Vargas 5); Assists: 14; Ballverluste: 14; Trefferquote Feld: 39,7 % (25/63); Dreierquote: 23,1 % (6/26).
