Selbst verschuldete 77:84-Pleite in Ulm kostet Bonn den dritten Platz in der 1. Basketball-Bundesliga
Unnötige NiederlageBaskets-Offensive kollabiert im letzten Viertel

Bonns Joel Aminu (rechts) verwandelt nach diesem unsportlichen Foul von Ulms Malik Osborne beide Freiwürfe. IMAGO/DeFodi Images
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Als Jeff Garrett seinen zweiten Dreier in Folge zum 68:62 (34.) einnetzte und Mike Kessens wenig später die höchste Führung zum 70:62 erzielte, waren die Telekom Baskets Bonn drauf und dran, ihren dritten Tabellenplatz zu verteidigen. Doch in der Schlussphase leisteten sich die Gäste bei ratiopharm Ulm zu viele unnötige Ballverluste und hatten mit 77:84 (20:19, 20:20, 21:19, 16:26) am Montagabend das Nachsehen.
Acht Punkte Vorsprung reichten den Baskets nicht, um das Duell bei einem direkten Mitbewerber um einen Playoff-Platz zu gewinnen, denn in der Schlussphase riss der Faden. In dem Maße, in dem die Ulmer in der Defensive aufdrehten, ließen die Bonner im Angriff nach. Auf einmal konnten sie die Systeme, die 34 Minuten lang Erfolg garantiert hatten, nicht mehr durchspielen.
Im Eins-gegen-Eins standen die Hausherren den Bonnern nun auf den Füßen, diesem Druck konnte nicht einmal der umsichtige Grayson Murphy standhalten. In der entscheidenden Phase leistete er sich einige Ballverluste, doch auch seine Mitspieler hatten nicht mehr den Schwung der ersten drei Viertel.
Zweimal leisteten sich die Bonner einen Fehler im Spielaufbau, Ulm zog vorbei (72:74, 38.). Die Baskets-Offensive kollabierte, die Gäste verzettelten sich in Einzelaktionen. Da die Verteidigung aber weiterhin beherzt zupackte, blieben die Magentafarbenen in der Partie.
1:11 Minuten vor Schluss verwandelte Joel Aminu nach einem unsportlichen Foul beide Freiwürfe zum 77:79, den anschließenden Dreier setzte Murphy daneben, dann leistete er sich einen Fehlpass auf Aminu, anschließend stand Alijah Comithier bei einem Anspiel im Aus. Die Baskets gaben den Sieg aus der Hand, – Missverständnisse, Fehlwürfe und teilweise unerklärliche Fehler sorgten auch dafür, dass sie den direkten Vergleich nach dem 81:79-Sieg im Hinspiel verloren. Das könnte sich bei der Vergabe des Heimrechts noch rächen, Ulm würde mit einem Sieg im Nachholspiel bei den Niners Chemnitz vorbeiziehen.
Die Bonner können aber auch Positives aus Baden-Württemberg mitnehmen. Im ersten Viertel legten sie einen 5:0-Blitzstart (2.) hin. Beide Defensivreihen standen dem Gegner auf den Füßen und erlaubten nur schwierige Würfe, was sich in der mageren Ausbeute von insgesamt 39 Zählern nach den ersten zehn Minuten widerspiegelte.
Im zweiten Viertel blieb es ein Kampf um jeden Zentimeter. Die Gastgeber bereiteten den Baskets Probleme mit ihrer Zonenpresse, doch nach dem 27:27 (15.) hatte sich Bonn darauf eingestellt und zog dank einer konzentrierten Vorstellung auf 38:33 (18.) davon. Beim Kabinengang lagen die Baskets noch mit 40:39 vorn.
Nach dem Seitenwechsel waren die Bonner nicht wach und gerieten in Rückstand (46:50, 26.). Garrett lief heiß und punktete konstant, Aminu versenkte zwei Dreier zum 61:58 nach dem dritten Viertel. Dann folgte in den letzten sechs Minuten der Einbruch.
Trainer Marko Stankovic versprach sich einen Lerneffekt: „Wir haben die Begegnung über weite Strecken kontrolliert, aber in der Schlussphase hat uns der Fokus gefehlt. Zu viele Ballverluste und keine klaren Abschlüsse haben es uns schwer gemacht, die Partie in den letzten Minuten für uns zu entscheiden. Gerade mit Blick auf die Playoffs müssen wir lernen, über die gesamten 40 Minuten konzentriert zu bleiben.“
Weiter geht es am Freitag um 20 Uhr mit dem Heimspiel gegen die Riesen Ludwigsburg.
Bonn (Punkte/Dreier): Garrett (23/3), Finch (16/3), Aminu (11/2), Kessens (10), Comithier (7), Heckmann (6), Murphy (4), Jongkuch, Jostmann; Rebounds: 39; Assists: 14 (Murphy 6); Ballverluste: 18; Trefferquote Feld: 38,5 % (25/65); Dreierquote: 26,7 % (8/30).
Ulm (Punkte/Dreier): Simon (16), Sengfelder (12/1), Osborne (12/2), Smith (10/1), Weidemann (8), Klepeisz (6/2), Soriano (5), Anigbata (4), Garavaglia, Jensen, Milicic; Rebounds: 38 (Smith 8); Assists: 19; Ballverluste: 19 (Ledlum 6); Trefferquote Feld: 49,2 % (29/59); Dreierquote: 25,0 % (7/28).
