Telekom Baskets Bonn wollen sich gegen die Riesen Ludwigsburg für die unnötige Niederlage in Ulm rehabilitieren
Baskets sind gefordertJeff Garrett benötigt mehr Unterstützung

Auf Bonns Jeff Garrett (rechts) ist derzeit auch von der Dreierlinie Verlass, er trifft 35,3 Prozent seiner Versuche.
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Keine Zeit zum Verschnaufen bleibt den Telekom Baskets Bonn, die am Freitagabend die Riesen Ludwigsburg auf dem Hardtberg empfangen. Am 26. Spieltag der Basketball-Bundesliga wollen sie ab 20 Uhr ihren Vorsprung von zwei Minuspunkten auf die Gäste aufbauen und sich gleichzeitig für die selbst verschuldete 77:84-Niederlage in Ulm am Montagabend rehabilitieren.
Im Kampf um die Playoff-Plätze haben die Baskets keine andere Wahl, sie müssen gewinnen, um ihre gute Ausgangslage nicht zu verspielen. Platz drei ist noch lange nicht verloren, er beschert dem Team im Viertelfinale den Heimvorteil – wie auch der vierte Rang. Allerdings ist es ein Unterschied, ob es dann möglicherweise gegen den Sechsten oder Fünften geht – sagt die Theorie.
Zuerst konzentrieren sich die Rheinländer auf ihre morgige Aufgabe. Dass sie in Baden-Württemberg einen Vorsprung aus der Hand gaben, war ihnen eine Warnung: „Mit Blick auf die Playoffs müssen wir lernen, über die gesamten 40 Minuten konzentriert zu bleiben“, hatte Trainer Marko Stankovic nach der Partie festgestellt, die in den letzten fünf Minuten kippte.
Verlass war einmal mehr auf Jeff Garrett, der nicht mit 23 Punkten nicht nur Topscorer der Begegnung war, sondern auch Verantwortung übernahm, als es gefragt war. Unter dem Strich erhielt er in Ulm zu wenig Unterstützung. Grayson Murphy agierte solide, bis ihm in der Endphase zwei folgenschwere Patzer unterliefen. Alijah Comithier meldeten die Gastgeber völlig ab.
Gegen die Riesen müssen die Baskets vor heimischem Publikum erneut stark verteidigen, um die Punkte zu behalten. Die Gäste machten vergangene Woche beim 97:65 kurzen Prozess mit den Frankfurt Skyliners, ihre höchste Führung betrug 37 Punkte.
Ludwigsburg reist mit Rückenwind an und hat wieder einen alten Bekannten an Bord. Der gebürtige Bonner Jonas Wohlfarth-Bottermann, gerade genesen, verlängerte seinen Vertrag bei den Riesen jüngst um ein Jahr bis 2027. Der 36-jährige „WoBo“ war von 2008 bis 2013 auf dem Hardtberg aktiv.
Ebenfalls für die Magentafarbenen lief Yorman Polas Bartolo auf (2016 bis 2020), der mit stolzen 40 Jahren noch lange nicht zum alten Eisen gehört, auch wenn er derzeit verletzt ist.
Zu den Leistungsträgern der Ludwigsburger zählen Point Guard Stefan Smith, der durchschnittlich 16,6 Zähler einstreut, Shooting Guard Traveon Buchanan (15,7) und Small Forward Elijah Hughes (14,8). Da wartet defensive Schwerstarbeit auf die Bonner Joel Aminu, Murphy und Garrett.
Die Statistiken zeigen zwei Unterschiede zwischen den Kontrahenten. Da die Baskets weiterhin die wenigstens Dreier der Liga verwandeln (27,5 Prozent), sind die Riesen hier besser (33,9 Prozent): Bei den Assists heißt es Vorteil Bonn mit 17,3, während der Gast auf 14,1 Vorlagen kommt.
Wenn das Duell hält, was es verspricht, werden beide aggressiv verteidigen, um den Gegner unter 80 Punkten zu halten. Beide kommen im Schnitt auf knapp über 80 Zähler. Die Bonner benötigen Ballgewinne, um Sicherheit im Angriff zu finden – Sicherheit, die ihnen in den letzten Minuten in Ulm fehlte.
