Bonn – Aus den Gerüchten wurde am Freitag Gewissheit: Nachdem über Twitter schon am Donnerstag die Spekulation verbreitet wurde, die Telekom Baskets hätten mit Leon Kratzer einen jungen deutschen Center an der Angel, bestätigten die Bonner einen Tag später die Verpflichtung des 23-jährigen 2,11-Meter-Mannes. Der in Bayreuth geborene Spieler, der einen Ein-Jahres-Vertrag unterschrieb, ging zuletzt beim Bundesliga-Konkurrenten Skyliners Frankfurt auf Korbjagd. Begonnen hat er seine Profikarriere in Bamberg (2016/17 und 18/19) und Würzburg (17/18).
20 Punkte und elf Rebounds gegen die Baskets erzielt
Nachdem er sich vor zwei Jahren in Bamberg nicht durchsetzen konnte, wechselte er nach nur vier Spielen nach Frankfurt, wo ihm in der vergangenen Saison der Durchbruch gelang. In der wegen Corona abgebrochenen Spielzeit kam er in 21 Spielen auf 10,1 Punkte und 7,7 Rebounds. Gleich zum Saisonstart im Oktober 2019 zeigte er in Bonn eine starke Leistung, als er den Baskets bei deren knappem 77:76-Erfolg mit 20 Punkten und elf Rebounds ein „Double-Double“ einschenkte.
„Er hat ein anderes Profil als Martin Breunig auf der Centerposition, aber eines, das gut zu uns passt. Er wird uns richtig Stabilität in der Zone und unter den Körben geben“, urteilte Baskets-Sportmanager Michael Wichterich über seine dritte Neuverpflichtung. Dass Kratzer bisher verletzungsanfällig war, bereitet ihm keine Sorgen: „Mit unserer medizinischen Abteilung sind wir hervorragend aufgestellt. Wir werden das von Anfang an im Training und der athletischen Ausbildung begleiten.“
Noch viel Potenzial
Der neue Cheftrainer Igor Jovovic sieht in dem 23-Jährigen noch viel Potenzial: „Wir glauben, dass sich sein Spiel noch viel weiterentwickeln kann. Er ist ein talentierter Innenspieler, der uns Kontrolle unter dem Korb und besonders beim Rebounding verschaffen kann. Diesen Spielertypen haben wir gesucht“, ließ sich Jovovic in der Mitteilung der Baskets zitieren.
Kratzer wurde im Mai 2019 in die A2-Nationalmannschaft berufen und erkämpfte mit ihr im Juli 2019 bei der Sommer-Universiade in Neapel den fünften Rang. Anfang Februar 2020 berief ihn Bundestrainer Henrik Rödl erstmals in die A-Nationalmannschaft, im EM-Qualifikationsspiel gegen Frankreich machte er sein erstes Länderspiel. Damit trat er in die Fußstapfen seines Vaters Marc Suhr, der 1993 vier Länderspiele bestritt – und ebenfalls mal das Baskets-Trikot trug: 2001/02 spielte Suhr, der mit 2,15 m gleichfalls Gardemaß besitzt, für ein Jahr bei den Bonnern.
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An einer Schwäche wird Kratzer mit den Bonner Coaches arbeiten müssen: seiner hohen Fehlerquote bei den Freiwürfen. Er verwandelte nur 44 Prozent seiner Versuche von der Linie (32 von 72), während er aus der Zweier-Distanz mit knapp 55 Prozent mehr als die Hälfte der Schüsse traf (80 von 146).