Telekom Baskets Bonn wollen am Samstagabend in Würzburg einen direkten Konkurrenten im Kampf um die Playoffs distanzieren
Baskets gegen BasketsAlles eine Frage der Defensive

Im Hinspiel schnappt Bonns Alijah Comithier (links) dem Würzburger Eddy Edigin Jr. einen Rebound weg.
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Noch zehn Partien haben die Telekom Baskets Bonn in der Basketball-Bundesliga, um den Einzug in die Playoffs dingfest zu machen. Am Samstag sind sie um 18.30 Uhr bei den Würzburg Baskets zu Gast, die nur zwei Pluspunkte hinter ihnen liegen. Das erste Duell verloren die Bonner mit 61:72. „Das war unser schlechtestes Saisonspiel“, stellt Trainer Marko Stankovic klar.
Die personelle Situation bleibt angespannt. Jonathan Bähre, Tylan Birts und Zach Cooks fallen weiterhin aus, der nachverpflichtete Sahmi Willoughby hingegen könnte nach seinen ersten beiden Wochen mit dem Team debütieren.
Die Hausherren vergaben am Dienstag die Chance, ins Viertelfinale der Champions League einzuziehen, bei Pavelló Olímpic de Badalona verlor die Truppe von Trainer Sasa Filipovski mit 84:91. Topscorer bei den Würzburgern war mit 25 Punkten, drei Dreiern und sechs Assists Marcus Carr. In der Liga legt der Kanadier 17,0 Zähler und 5,2 Assists auf. Für die Nationalmannschaft lief er zuletzt gemeinsam mit Bonns Center Kur Jongkuch auf, der beim 96:85-Sieg gegen Puerto Rico seine Premiere im Nationaldress feierte (2 Punkte, 4 Rebounds).
In Bayern treffen zwei Kontrahenten aufeinander, die ähnliche Zahlen vorweisen. Während die Hausherren 81,5 Punkte pro Partie erzielen und 79,7 Zähler kassieren, sind es bei den Rheinländern 82,5 offensiv und 79,2 defensiv. Bonn bewies beim souveränen 88:72-Erfolg gegen den Mitteldeutschen BC in der Vorwoche, dass es derzeit extrem gut verteidigt.
Die Big Men rücken schnell heraus, um den Ballführenden zu „hedgen“, also ihn kurzzeitig aggressiv aufzunehmen und so zu stoppen. Zu Beginn der Spielzeit passte das „Recovern“, die Wiederaufnahme des eigenen Gegenspielers, noch nicht, mittlerweile sind die Passwege aber schnell wieder geschlossen: „Die Würzburger spielen eine starke Teamdefense, sind aktiv, aggressiv und physisch stark. Sie ziehen ihr Selbstvertrauen für die Offensive aus ihrer Verteidigung und haben viele korbgefährliche Spieler, die wir kontrollieren müssen“, so der Coach.
Die Gäste wollen auswärts an ihre Leistung gegen den MBC anknüpfen. Diese Begegnung hatte Seltenheitswert, denn die Baskets verwandelten 47,6 Prozent ihrer Dreierversuche (10/21). Dennoch bleibt dieser Abschluss ihre Achillesferse, denn kein anderes Team wirft schlechter vom Perimeter. Insgesamt kommt die Truppe von Trainer Marko Stankovic auf schmale 27,3 Prozent, während die Würzburger mit 36,1 Prozent auf Rang drei des Klassements stehen.
Beim Blick auf die kommenden Aufgaben wäre ein Sieg für Bonn wichtig, denn anschließend geht es nach Ulm, wo die Trauben ebenfalls hoch hängen. Um nicht zu viel Druck auf die dann folgenden Heimspiele gegen Ludwigsburg (27.3.) und Heidelberg (2.4.) aufzubauen, wäre ein Erfolg in fremder Halle ein Faustpfand im Playoff-Kampf.
