Abo

Frohes FestDoppelschlag an Weihnachten für die Baskets

4 min
Nationalspieler Christian Sengfelder ist zu einem Leistungsträger der Baskets geworden, der regelmäßig zweistellig punktet.

Nationalspieler Christian Sengfelder ist zu einem Leistungsträger der Baskets geworden, der regelmäßig zweistellig punktet. 

Gegen Hamburg am Samstag und in Rostock am Dienstag soll die Serie von vier Niederlagen reißen - Es geht gegen direkte Play-off-Konkurrenten.

Es herrschten bei den Telekom Baskets am Mittwoch schon sehr zwiespältige Gefühle nach dem letzten Gruppenspiel in der Champions League. Einerseits gab es natürlich Grund zur Freude, hatten sich die Bonner doch wie im Vorjahr für das Achtelfinale qualifiziert. Andererseits hatten sie in Breogan/Spanien eine weitere Niederlage kassiert, als sie nach Verlängerung 92:97 unterlagen – wettbewerbsübergreifend war das die vierte Pleite in Folge.

Dass kein überschäumender Jubel aufkam, lag auch daran, dass die Bonner den ersten Platz nur durch die Schützenhilfe von Bursaspor/Türkei behielten, das bei Hapoel Holon/Israel in letzter Sekunde mit 75:74 gewann. Hätte Holon seine Führung verteidigt, wäre Bonn auf Platz zwei gerutscht und hätte in den Play-ins gegen Oostende ums Achtelfinale kämpfen müssen.

Dieses Szenario vor Augen, wird verständlich, warum Moors seine Mannschaft in der Pressekonferenz deutlich kritisierte: „Es war ein sehr wichtiges Spiel für beide Mannschaften. Beide Teams brauchten einen Sieg. Ich denke, dass man in solch einem Wettbewerb am Ende das bekommt, was man verdient. Also vielleicht haben wir den Gruppensieg verdient. Heute haben wir uns nichts verdient.“

Ein weiterer Stimmungsdämpfer im Baskets-Lager war die Knöchelverletzung, die sich Spielmacher Harald Frey im dritten Viertel zuzog. Er musste aus der Halle getragen werden und kam auch nicht zurück. Nach den ersten Eindrücken könnte er sich eine Bänderverletzung am Sprunggelenk zugezogen haben, die möglicherweise einen mehrwöchigen Ausfall nach sich zieht.

Das käme für die Baskets zur Unzeit, weil sie in den nächsten sieben Tagen drei Bundesligaspiele bestreiten müssen: Am Samstag empfängt die Truppe von Trainer Roel Moors die Hamburg Towers (20 Uhr Telekom Dome), am 2. Weihnachtstag (Dienstag) tritt sie in Rostock an (17 Uhr) und am Freitag, 29. Dezember, folgt der prestigeträchtige Klassiker gegen die Baskets Bamberg (20 Uhr). Alle drei Gegner gehören zu den direkten Konkurrenten um einen Play-off-Platz – umso wichtiger wäre es für die Bonner, die Niederlagenserie zu beenden. Die Baskets und Hamburg haben aktuell jeweils sieben Siege auf dem Konto – aber die Tendenz ist gegenläufig: Während die Bonner nach Wochen des Erfolgs zuletzt gegen Braunschweig und Würzburg patzten, blicken die Towers auf sechs Siege in den letzten sieben Spielen.

Dabei rissen sie auch manche Partie nach deutlichem Rückstand noch aus dem Feuer: In Göttingen lagen sie schon mit 19 Punkten hinten (28:49), als sie eine imposante Aufholjagd starteten. Angeführt von Lukas Meisner, der mit 30 Punkten und acht Dreiern wie entfesselt spielte und auftrumpfte, gewann Hamburg nach zwei Verlängerungen doch noch mit 123:118. Vor einer Woche gelang ein ähnliches Husarenstück: Nach einem 13-Punkte-Rückstand gegen Tübingen stellten die Towers im dritten Abschnitt auf Zonenabwehr um und gewannen noch mit 94:86.

Bester Werfer der Towers ist der US-Shooting Guard Aljami Durham mit 16,4 Punkten und 5,0 Rebounds. Vielseitig ist auch der Small Forward William Christmas mit 13,4 Punkten, 3,6 Rebounds und 2,5 Assists. In zwei Statistiken stehen die Hamburger auf dem letzten Platz in der Bundesliga: Ihnen unterlaufen die meisten Ballverluste (16,4 pro Spiel) und sie haben die wenigsten Steals (5,9 pro Spiel). Zum Vergleich: Die Bonner rangieren bei den Turnover mit 12,3 ebenso auf Rang drei wie bei den Steals (7,4).

Einen interessanten Vergleich gab es am vergangenen Mittwoch im EuroCup, als Hamburg bei der Truppe von Trainer Tuomas Iisalo in Paris gastierte, wo die halbe Baskets-Mannschaft der Vorsaison untergekommen ist: Paris fegte Hamburg mit 120:91 vom Parkett, Topscorer war TJ Shorts mit 26 Punkten. Während Paris mit 11:1-Siegen an der Tabellenspitze steht, liegt Hamburg mit 2:10 auf dem vorletzten Platz. Es bleibt abzuwarten, ob diese Abreibung bei Hamburg Spuren hinterlassen hat.

Auf einen heimstarken Gegner müssen sich die Bonner am Dienstag beim Gastspiel in Rostock einstellen. Die Seawolves haben bislang erst ein einziges Heimspiel verloren (gegen den MBC mit 85:97) und stellen das zweitstärkste Offensivteam der Liga. Mit einem Schnitt von 93,1 Punkten werden sie nur von ALBA Berlin (93,3) übertroffen. Die Bonner folgen mit 88,3 als Sechste.