Bonns Basketballer gewinnen gegen den Meister Nagasaki Velca mit 76:59 – Leon Kratzer setzt Akzente unter den Körben
Gelungener AuftaktEin historischer Sieg für die Baskets in Japan

Center Leon Kratzer (Mitte) zeigte gerade im ersten Durchgang, was die Baskets an ihm haben.
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Die Telekom Baskets Bonn sind das erste deutsche Bundesligateam, das zu einem Testspiel nach Japan gereist ist. Gestern trafen sie auf den Meister Nagasaki Velca, den sie mit 76:59 (27:11, 22:17, 13:20, 14:11) distanzierten.
In die Startformation beorderte Trainer Marko Stankovic Grayson Murphy, Joel Aminu, Jeff Garrett, Mike Kessens und Neuzugang John-Michael Wright. Zu Beginn der Partie ließen die Baskets ihre Muskeln spielen. Konzentriert gingen sie an beiden Ende des Feldes zu Werke und lenkten das Geschehen schnell in ihre Richtung. Nach dem 9:0 (4.) wechselte Bonns Coach komplett durch, aber auch die zweite Garde blieb auf dem Gaspedal und baute den Vorsprung auf 17:0 (6.) aus. Gerade bei den Rebounds waren die Rheinländer überlegen und profitierten von ihrer Physis. Masaaki Morikawa erlöste die Gastgeber schließlich mit einem erfolgreichen Dreier zum 3:17 (6.).
Ein Bonner spielte sich in den Vordergrund. Rückkehrer Leon Kratzer agierte so, als wäre er nie weggewesen. Er angelte sich einen Abpraller nach dem anderen und suchte in der Offensive immer wieder das Eins-gegen-Eins. In der Verteidigung fügte er sich nahtlos in das System von Stankovic ein. Dank der robusten Arbeit in der Defense lagen die Baskets nach zehn Minuten mit 27:11 in Front. Selbst Nachwuchskraft Kenan Reinhart sammelte Einsatzzeit. Nicht nur er wusste immer wieder die Fastbreaks der Japaner zu unterbinden, notfalls auch mit einem taktischen Foul. Das schmeckte den Hausherren überhaupt nicht, denn aus der Distanz lief weiterhin nicht viel zusammen.
Im zweiten Viertel bestätigte Bonn seine Leistung, mit einem Dreier gelang Alijah Comithier das 37:14 (14.). Überhaupt zeigten sich die Deutschen treffsicher. Egal ob sie aus der Distanz abschlossen oder den Weg zum Korb suchten, der Ball war meistens drin. Nur vier Turnovers leisteten sich die Baskets bis zur Pause und unterstrichen einmal mehr, dass sie ein Defense-Team sind, das schnell umschalten will.
Dank Wright haben sie nun einen Spieler, der gerne zum Brett zieht und zudem auch noch reboundstark ist. Er reißt Lücken für Mitspieler wie Aminu, der sich nun mehr auf seinen Dreier konzentrieren kann. Über einen schnellen ersten Schritt verfügt auch Marcus Foster, der seine Rolle in der Mannschaft bereits gefunden hat. Er kam von der Bank und war zur Pause beim Stand von 49:28 mit zehn Punkten bester Bonner Punktejäger.
Stankovic, diesmal in Jeans statt feinem Zwirn, arbeitete in den Auszeiten viel mit dem Brett und konnte ruhig bleiben, da ihm sein Team keinen Anlass zur Kritik lieferte. Sehenswert war dann der letzte Korb vor dem Seitenwechsel. Nur noch 0,3 Sekunden standen auf der Uhr. Die Baskets spielten ihr Einwurfsystem unter dem gegnerischen Korb gekonnt aus, Comithier tippte den Ball hinein.
Auch im dritten Abschnitt änderte sich anfangs wenig am Bild. Bonn blieb spielbestimmend, alle durften Minuten sammeln und sich für höhere Aufgaben empfehlen. Nach dem 53:33 (24.) riss jedoch der Faden (56:44, 27.). Angesichts des Vorsprungs ließen die Bonner die Zügel schleifen. Anstatt weiter Druck in Angriff und Verteidigung auszuüben, erlaubten sie dem japanischen Titelträger, das Gesicht zu wahren. Die böse Klatsche, die sich in der ersten Halbzeit angedeutet hatte, konnte Nagasaki Velca abwenden und somit das Gesicht wahren – das ist im Land der aufgehenden Sonne ja nicht ganz unwichtig.
Letztlich wurde Foster wird mit 13 Punkten Topscorer, Patrick Heckmann kam auf elf, Mike Kessens auf 10 Zähler: „Ich möchte den Fans hier für die tolle Atmosphäre danken. Wir sind mit der richtigen Einstellung gestartet und haben im ersten Viertel so gespielt, wie wir es uns vorgenommen hatten. Auch wenn es für uns schwierig war, uns auf Nagasaki vorzubereiten, waren wir sehr fokussiert. Daher sind wir im Großen und Ganzen zufrieden. Beide Teams befinden sich noch in der Vorbereitung, daher war die Leistung auf beiden Seiten nicht fantastisch. Ich erwarte, dass sich beide nach der Videoanalyse steigern werden und es am Sonntag zu einem umkämpften Spiel kommen wird“, sagte Stankovic. Morgen um 8 Uhr (MEZ) findet das zweite Spiel statt.