Gummersbach – Drei Spiele am Donnerstagabend, 19 Uhr, alle anderen Partien am Sonntag, 12.30 Uhr, dazu das Spiel der Woche sonntags um 15 Uhr – so sehen die Anwurfzeiten in der kommenden Saison in der Handball-Bundesliga aus.
An dem Beschluss gibt’s nichts zu rütteln
Dafür gibt es alle Partien live auf Sky zu sehen und den so lange geforderten einheitlichen Spielplan. Trotzdem schauen Vereine und Fans mit bangem Blick auf die neue Saison und die Spiele am Sonntagmittag. Ändern werde sich an den Anwurfzeiten nichts mehr, erklärte Frank Flatten, Geschäftsführer des VfL Gummersbach. Am Beschluss des Präsidiums der Handball-Bundesliga sei nicht zu rütteln.
Als einer der ersten Vereine der Bundesliga hatte der VfL seine Fans mit an den Tisch gebeten. Mit den Fanclubs Blue-White Dynamite (BWD) und Blau-Weiß Voran (BWV) soll gemeinsam an Lösungen gearbeitet werden, um die Anhänger zu halten. „Es ist eine Riesenherausforderung“, sagt Flatten. Dass es verstärkt Abbestellungen wegen der Anwurfzeiten gebe, konnte er nicht bestätigen.
BWD-Vorsitzende Claudia Thamm kündigte an, dass die Fanclubs aller Bundesligavereine eine gemeinsame Protestaktion gegen die Anwurfzeiten planen. Sie befürchtet, dass in Zukunft kaum noch gemeinsame Auswärtsfahrten möglich seien. Sie dachte dabei an den sehr frühen Start am Sonntagmorgen, der vielen die Lust nehme und Zwei-Tagestouren seien nur bedingt von den Fanclub-Mitgliedern zu finanzieren. BWV erklärte, dass viele seiner Mitglieder von außerhalb anreisten und sich das in Zukunft wohl sparen würden, wenn mittags bereits angepfiffen würde. Größere Probleme hätten auch die Mitglieder, die im Schichtdienst arbeiten.
Alles klagen helfe nicht, so Flatten, der Beschluss stehe und gefragt seien auch neue Ideen, um die Fans in der Halle zu halten beziehungsweise neue zu gewinnen. So will der Verein verstärkt Familien ansprechen, kann sich vorstellen, ein spezielles Angebot zur Kinderbetreuung anzubieten und möchte mit speziellen Imbissangeboten dafür sorgen, dass bei Heimspielen der Mittagstisch in der Schwalbe-Arena stattfindet. Dass sich die Fans von vielen liebgewonnenen Gewohnheiten verabschieden müssten, sei ihm klar, so der VfL-Geschäftsführer. Er sei aber sicher, dass die Gummersbacher Gastronomie ebenfalls aber auf die veränderten Anwurfzeiten reagieren werde.
Neue Ideen sollen diskutiert werden
Flatten versprach, die Fanclubs bei ihren Bemühungen im Rahmen seiner Möglichkeiten zu unterstützen. Das können die Hilfe bei der Organisation einer Auswärtsfahrt sein oder noch weitere Spielerbesuche als bisher. So kam die Idee auf, wie früher in der Lanxess-Arena wieder einen Fanclubtreff, also einen speziellen Bereich für die treuen Anhänger, zu bieten, unter anderem mit verbilligten Getränken.
Die an diesem Abend gesammelten Ideen sollen nun breiter diskutiert werden, weitere hinzukommen, ehe sich die Vereinsverantwortlichen und die Fanclubs wieder zusammen setzen wollen, um dann im Sommer für die geänderten Anwurfzeiten gewappnet zu sein.