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Unmenschliche VerbrechenIn Kanada wurden erneut Dutzende indigene Kindergräber gefunden

Lesezeit 2 Minuten
Ein Schild mit der Aufschrift „Indigenous Lives Matter“ („Ureinwohner-Leben zählen“) bei einer Gedenkveranstaltung in Victoria im Juli 2021. Nun gibt es offenbar weitere Gräber indigener Kinder.

Nach Funden von Gräbern indigener Kinder im Juli 2021, kam es auf ehemaligen kanadischen Internats-Geländen zu weiteren Funden.

Schon mehrfach haben Funde von Gräbern indigener Kinder auf dem Gelände von Internaten in Kanada für Entsetzen gesorgt. Nun gibt es Anzeichen für weitere Grabstellen.

Auf einem Internatsgelände im Westen Kanadas sind vermutlich 66 weitere Gräber indigener Kinder gefunden worden. Darauf wiesen Bodenradar-Untersuchungen an der St. Joseph's Mission Residential School nahe der Stadt Williams Lake in der Provinz British Columbia hin, sagten Ermittler auf einer Pressekonferenz, wie die Zeitung „Toronto Star“ berichtete.

In der Schule, die die meiste Zeit von der katholischen Kirche betrieben wurde, wurden dem Bericht zufolge von 1891 bis 1981 indigene Kinder unterrichtet.

Wiederholte Gräber-Funde führen zu Protesten und Empörung

Es kämen noch mehr Beweise für den „Horror und das Leiden“ der indigenen Kinder ans Licht, sagte Willie Sellars von der indigenen Gemeinde Williams Lake First Nation auf der Pressekonferenz. Bereits im vergangenen Jahr waren auf dem Gelände der Zeitung zufolge 93 mutmaßliche Gräber mit Hilfe von Bodenradar gefunden worden.

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Solche wiederholten Gräber-Funde hatten in Kanada in den vergangenen Jahren zu zahlreichen Protesten geführt und auch weit über die Grenzen des Landes hinaus für Entsetzen und Empörung gesorgt.

Über Jahrzehnte wurden geschätzt 150.000 indigene Kinder ihren Familien entrissen

Von den 1880er Jahren an waren in dem Land über Jahrzehnte hinweg geschätzt rund 150.000 indigene Kinder ihren Familien entrissen und in von der Kirche geführten Internaten untergebracht. Das vom Staat initiierte und von der Kirche mitgetragene Programm sollte die Kinder an die westlich-christliche Gesellschaft anpassen.

In den Schulen erlebten viele Kinder Gewalt, sexuellen Missbrauch, Hunger und Krankheiten. Hunderte kamen nie wieder nach Hause. Die letzten kirchengeführten Internate schlossen 1996.

Im Juli 2022 reiste Papst Franziskus nach Kanada und bat die Ureinwohner um Vergebung für ihr Leid in katholischen Internaten. Die Politik der Assimilierung und Entrechtung sei für die Menschen in diesen Gebieten „verheerend“ und „katastrophal“ gewesen, sagte der Argentinier damals in einer Rede. (dpa)

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