Die Düsseldorfer „boot“ ist größte Schiffs- und Bootsmesse der Welt. In den Ausstellungshallen sind für die Besucher über 1000 Wasserfahrzeuge aufgestellt. Die Messe läuft noch bis zum Sonntag.
KI-Systeme und E-AntriebeDas bietet die Düsseldorfer Messe „boot“ noch bis Sonntag

Ein Hingucker auf der Wassersportmesse boot in Düsseldorf: Eine Princess X 80 steht auf dem Messestand. Die 25,11 Meter lange Jacht kostet zwischen fünf und sechs Millionen Euro.
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Hier trifft der Hobbytaucher auf den Jacht-Besitzer oder der Kajak-Fahrer auf den Motorboot-Urlauber: Die Düsseldorfer „boot“ ist die weltweit größte Schiffs- und Bootsmesse und bietet auch für den kleineren und mittleren Geldbeutel interessante Angebote. Die „Internationale Bootsausstellung Düsseldorf“, wie der Name offiziell lautet, stellt zudem die global wichtigste Wassersport-Messe dar und ist am vergangenen Wochenende angelaufen. Bis Sonntag können Besucher sich von innovativen Boot-Trends, Sport-, Segel- und Surfangeboten sowie von klassischer Schiffskultur inspirieren lassen.
Ein Besuch am Wochenende zeigt, wie beliebt die Messe ist: Aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland kommen die Besucher in den Düsseldorfer Norden, um sich auf der Messe treiben zu lassen, Netzwerke aufzubauen oder Käufe abzuschließen. Je nach Ausstellungsraum ergibt sich ein sehr unterschiedliches Bild: In manchen Hallen paddeln Kinder mit ihren Eltern auf künstlichen Flussläufen in Kanus oder Kajaks, junge Leute probieren sich am Surfsimulator oder beim „Schnuppertauchen“ aus - für etwa 15 Minuten bei bis zu einer Maximaltiefe von vier Metern. In anderen Hallen das erwartete Bild: Super-Jachten und Schnellboote zu horrenden Preisen locken finanzstarke Kunden, an, welche ihren Lebensstil bereitwillig zeigen.

Ungewöhnlich bis skurril: ein "Auto"-Boot auf der Düsseldorfer Wassersportmesse "boot".
Copyright: Johannes Spätling
Allerdings möchte die boot offenbar einen Imagewandel erreichen: Auffällig ist, dass bereits die Werbeplakate für die Messe eher Aktivurlaub und Wassersport zeigen als Jachten und Luxusboote. Auch die Messeleitung in Form von Direktor Petros Michelidakis betont: „Unser Angebot für jüngere Käuferschichten und Familien ist vergrößert worden.“
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Superlative zum Staunen und Stirnrunzeln
Auf der anderen Seite sorgen die Superlative für Staunen oder Stirnrunzeln: Die größte ausgestellte Jacht ist 27,4 Meter lang und kostet je nach Ausstattung bis zu 9,8 Millionen Euro, das schnellste Boot der Messe ist 2700 PS stark und schafft 227 Stundenkilometer. Für eine ähnliche Käufergruppe ist auch ein Produkt in Halle 9 vorgesehen: Der Seabob SE63 wird in Bad Salzuflen gebaut und in Italien designt – der Heimat von Lamborghini, an deren Optik sich das Wasserfahrzeug orientiert. Der Scooter, welches den Schwimmer hinter sich herzieht, erreicht ein Tempo von bis zu 35 km/h – gleichzeitig kann man 25 Meter tief mit ihm tauchen. Peter Walpurgis, Chef der Seabob-Muttergesellschaft Cayago, spricht von einem „Spielzeug für Erwachsene“. Der Kostenpunkt liegt in jedem Fall im fünfstelligen Bereich – ein teurer Spaß.

Ein Seabob SE63 von Cayago auf dem Messestand. Schwimmer können sich damit mit bis zu 35 km/h durchs Wasser ziehen lassen und auch tauchen wie einst der britische 007-Geheimagent James Bond in „Feuerball“.
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Auf der anderen Seite betonen Messevertreter, dass man für den Kauf eines motorisierten Bootes beileibe nicht reich sein müsse. Ein kleines 15-PS-Boot gebe es schon ab 12.000 Euro zu kaufen. Offenbar sorgt die aktuelle Wirtschaftslage in Deutschland und Europa für Bescheidenheit und neue Werbestrategien. Auch die höheren Kreditzinsen für die Finanzierung eines Bootes tragen zur neuen Entwicklung bei. Hinzu kommen demografische Aspekte: Viele begeisterte Segler und Motorboot-Fahrer sind längst im Rentenalter, dahinter rücken nur relativ wenig junge Menschen nach.
Bemühungen der Messe um ein nachhaltiges Image
Dabei bemüht sich die Messe um ein modernes und nachhaltiges Image: 2026 werden auf der boot technische Neuheiten wie KI-unterstützte Fahrsysteme und Elektroantriebe gezeigt. So präsentiert die Messe mit dem E-Foiling einer der großen Wassersport-Trends – hier fliegt man auf einem elektrisch angetriebenen Brett fast schwerelos über das Wasser. Beim Mermaiding können Fans der Disney-Figur Arielle selbst in die Verkleidung einer Meerjungfrau schlüpfen und abtauchen. Auch surfen ist möglich, beim Windsurf-Contest treten zudem an den Wochenenden die internationalen Stars der Szene gegeneinander an. Die Angebote in und an den Pools sollte man möglichst online buchen, nur wenige Kapazitäten sind für Kurzentschlossene frei.

Ein E-Foiler fährt im Becken auf der Wassersportmesse boot eine Präsentationsrunde.
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An den neun Messetagen bis zum 25. Januar werden mehr als 200.000 Besucherinnen und Besucher aus über 100 Ländern erwartet. Die Bootsmesse zieht jährlich mehr als 1500 Aussteller aus über 70 Ländern an. Insgesamt sind auf der Messe über 1.000 Motor- und Segelboote zu sehen, dazu unzähliges Equipment fürs Surfen, Segeln, Tauchen und weiteren Wassersport. Noch bis Sonntag ist die boot täglich von 10 bis 18 Uhr für Besucher geöffnet. Tickets für Privatbesucher kosten zwischen 12 und 21 Euro und sind online erhältlich, Kinder unter 13 Jahren erhalten freien Eintritt. Wer seinen Tauchschein oder Sportbootführerschein im Jahr 2025 gemacht hat, kann ebenfalls kostenlos die Messe besuchen.

