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imm cologne 2026 startetInnovative Möbel und flexible Raumlösungen auf der Kölner Möbelmesse

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Helle Sofa mit passenden Hockern stehen in einem Ausstellungsraum.

Imm cologne 2026: Runde Formen, warme Farben und technische Innovationen prägen die Trends der Messe in Köln.

Auf der imm cologne 2026 zeigen 330 Aussteller aus 26 Ländern, wie flexible Möbel kleine Wohnungen komfortabel machen. 

Betten verschwinden an der Decke, Sofas bewegen die Lehnen auf Knopfdruck, warme Farben verdrängen kühle Minimalästhetik: Die imm cologne 2026 zeigt, wie sich Wohnen unter dem Druck steigender Mieten, kleinerer Grundrisse und veränderter Konsumgewohnheiten neu erfindet. Auf der Messe in Köln präsentieren rund 330 Aussteller aus 26 Ländern einem Fachpublikum noch bis Freitag Lösungen, die vor allem eines versprechen sollen: mehr Funktion auf weniger Raum.

„Mit ihrem neuen Konzept reagiert die imm cologne auf die aktuelle Marktlage und geht auf die Wünsche des preissensiblen Publikums und der spezifischen Einkaufsstrukturen ein“, sagte Jan Kurth, Geschäftsführer der Verbände der Deutschen Möbelindustrie (VDM). Die deutsche Möbelindustrie befinde sich zwar in einem schwierigen Umfeld, blicke aber „mit einem gewissen Aktivismus auf das Jahr 2026“.

Wenn Wohnen beweglich wird

Inhaltlich dominieren auf der Messe vor allem funktionale und platzsparende Wohnlösungen. Hintergrund ist der weiterhin steigende Wohnraummangel in vielen Städten. Möbel sollen flexibel einsetzbar sein und sich an unterschiedliche Wohnsituationen anpassen lassen.

Ein orangenes Sofa mit gelben Sessel.

Warme Farben sollen im Trend liegen.

Ein Beispiel dafür zeigt das rumänische Unternehmen Roominnovation Development: Ein Bett, das per Mechanik tagsüber an die Decke gefahren werden kann, um den Raum vollständig freizugeben. Solche Lösungen kommen laut Ausstellern zunehmend nicht nur im privaten Wohnbereich, sondern auch in Hotels oder Studentenwohnanlagen zum Einsatz.

Auch im Polsterbereich ist Funktion ein zentrales Thema. Verstellbare Rückenlehnen, motorisierte Sitze, ausfahrbare Fußteile oder integrierte Technik gehörten bei vielen Herstellern zum Standard. Teilweise reicht das Angebot bis hin zu sogenannten 4D-Sitzen wie im Kino, die Bewegungen und Vibrationen in Filme integrieren.

Weiche Formen, warme Farben

Gestalterisch zeigt sich die Messe vergleichsweise geschlossen. Eckige Formen treten in den Hintergrund, stattdessen dominieren runde Tische, weich geformte Sofas und abgerundete Kanten. Farblich bestimmen warme Töne das Bild: Braun- und Orangenuancen, Grün, Creme und helle Naturfarben.

Ein Bett, was durch Knopfdruck an die Decke gefahren wird.

Platzsparend kann auch ein Bett sein, wenn man es an die Decke fahren kann.

„Wir sehen hellere Farben, weichere Formen und weichere Materialien“, sagte VDM-Geschäftsführer Kurth. Auch bei Leuchten seien warme Farben und sanftes Licht gefragt. Ein Vertreter des niederländischen Herstellers Steinhauer Lighting verwies auf eine starke Nachfrage nach Glasoberflächen, integrierten LEDs und skandinavisch geprägtem Design mit warmem Licht.

Auch Austeller aus Japan setzen auf Möbel aus Holz wie Eiche oder Walnuss. Der Fokus liege auf hochwertigen Oberflächen, klaren Strukturen und langlebiger Verarbeitung. Passend zum beliebten Japandi-Stil, der skandinavische Schlichtheit mit japanischem Minimalismus und Handwerkskunst verbindet.

Globale Produktion, lokaler Markt

Die Internationalität der Messe spiegelt sich auch in den Produktionsstrukturen wider. Unternehmen aus China, Südostasien, Osteuropa und Südamerika präsentieren Möbel, die für europäische, amerikanische oder asiatische Märkte angepasst werden.

Der chinesische Hersteller Man Wah, einer der weltweit größten Produzenten von Funktionsmöbeln, setzt zunehmend auf Stoffe statt Leder. „Der Kunde will Funktion, Individualität und Komfort zu einem bezahlbaren Preis“, sagte Fritz Bleilinger, Agent für den Deutschland, Österreich und die Schweiz. Pflegeleichte Materialien und marktspezifische Designs spielten dabei eine immer größere Rolle.

Messen als Gradmesser

Für den Handel bleibe die Messe ein wichtiger Treffpunkt. „Möbel sind ein Produkt, bei dem man Qualitäten fühlen muss“, sagte Christian Haeser, Geschäftsführer des Handelsverbands Möbel und Küchen (BVDM). Nach dem pandemiebedingten Einrichtungsboom sei die Kauflaune zuletzt spürbar zurückgegangen. Wirtschaftliche Unsicherheit und fehlendes Vertrauen bremsten derzeit die Nachfrage.

Die imm gibt Antworten auf alltägliche Einrichtungsfragen: Wie viel Wohnen passt in wenige Quadratmeter? Wie lässt sich Komfort bezahlbar halten? Und wie viel Technik akzeptieren Käufer im Wohnzimmer? Die imm cologne 2026 liefert darauf keine einheitliche Lösung – aber zahlreiche funktionierende Vorschläge. Designe orientierte Möbel waren im Herbst vergangenen Jahres auf der idd cologne zu sehen.