Flughafen Köln/BonnTrennung von Vize-Chef Torsten Schrank könnte bevorstehen

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Eine Ansicht auf den Flughafen Köln/Bonn

Den Betrieb hat der Flughafen Köln/Bonn stabilisiert. In der Unternehmensspitze läuft es weniger rund.

Der Aufsichtsrat des Flughafens befindet am Mittwoch über Vize-Chef Torsten Schrank. Im Ergebnis könnte das Gremium die Ermächtigung erteilen, Gespräche über einen Aufhebungsvertrag zu führen. 

Gespräche, die zu einer Trennung von Flughafen-Vize Torsten Schrank führen sollen, werden schon länger geführt, heißt es im Umfeld des Airports. Angeblich hat Aufsichtsratschef Klaus-Dieter Scheurle dazu Möglichkeiten ausgelotet. Am Mittwoch will der Aufsichtsrat dazu einen ersten Schritt gehen, wenn über Geschäftsführungs-Angelegenheiten beraten wird.

Ziel dürfte sein, eine Mehrheit für Verhandlungen über einen Auflösungsvertrag zu bekommen. Und diese Mehrheit ist in Sicht. Für eine Trennung dürften neben den fünf Arbeitnehmervertretern in dem 15-köpfigen Gremium auch Aufsichtsratschef Klaus-Dieter Scheurle stimmen. Dann braucht es nun nur noch eine oder zwei Stimmen aus dem Kreis der Gesellschafter. Die Stadt Köln hält gut 31 Prozent der Anteile, das Land NRW und der Bund jeweils knapp 31 Prozent. Die Stadt Bonn hält rund sechs Prozent, der Rhein-Sieg-Kreis 0,59 und der Rheinisch Bergische Kreis 0,35 Prozent.

Verhältnis zu Arbeitnehmern ist angespannt

Das Verhältnis von Schrank zu den Arbeitnehmervertretern am Flughafen ist schon seit seinem Amtsantritt im Jahre 2019 — damals war Johan Vanneste Flughafenchef — schwierig. Damals war der Flughafen in rauem Fahrwasser und rutschte schließlich in dem Jahr in die roten Zahlen. 19,3 Millionen Euro betrug das Minus. Schrank machte dafür auch die defizitären Bodenverkehrsdienste (BVD) verantwortlich, die unter dem Dach der Fluggesellschaft die 800 Mitarbeitenden nach dem Tarifwerk des öffentlichen Dienstes bezahlten.

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Erwogen wurde auch eine Ausgliederung der Dienste, die etwa Flugzeuge Be- und Entladen sowie Passagiere und Besatzungen am Flughafen transportieren, in eine Tochtergesellschaft mit anderem Tarifwerk. Das war nicht nur für die Gewerkschaft Verdi eine Kampfansage, sondern auch etwa für die Kölner SPD. Erst im März 2021 wurde dieser Streit beigelegt. Es blieb beim „Kölner Weg“, einer Spezialität am Airport, bei der die BVD unter dem Dach der Flughafengesellschaft blieben. Ein neues Tarifwerk sollte aber für Einsparungen sorgen.

Freunde wurden Schrank, der als prinzipientreu beschrieben wird, und die Arbeitnehmervertreter aber nicht mehr. So stimmten die im gleichen Jahr auch gegen eine Vertragsverlängerung für Schrank. Eine weitere dreijährige Amtszeit bis 2025 wurde so ebenfalls im März 2021 lediglich von acht der 15 Aufsichtsratsmitglieder befürwortet. Und aktuell will Verdi den Flughafen verklagen, weil dieser den Beschäftigten nach dem Ende des damals ausgehandelten Notlagentarifvertrages tarifliche Leistungen vorenthalte.

Vor allem für Finanzen zuständig

Während seine beiden Vorgänger auf dem Posten des Vize sich um technische Belange kümmerten, war Schrank als kaufmännischer Geschäftsführer geholt worden. Gefordert war er zunächst vor allem als Sanierer. In den Corona-Jahren 2020 und 2021 flog der Airport Verluste von 31,1 und 14,5 Millionen Euro unter dem Strich ein. Erst im vergangenen Jahr konnte der Flughafen wieder schwarze Zahlen zeigen (siehe Kasten). Schrank betonte bei vielen Gelegenheiten, dass es dem Flughafen gelungen sei, Mieten zu erhöhen, trotz des schwierigen Umfelds mit der Pandemie. Es gibt wieder eine Lounge am Flughafen, für den Duty-Free-Shop gibt es einen Nachfolger und ein neues Hotel am Flughafen entstand.

Spannungen zwischen Flughafen-Chef Schmid und Schrank

Angeblich ist aber auch das Verhältnis zwischen Schmid und Schrank belastet, hört man im Umfeld des Flughafens. Die Verantwortlichen wollten gestern keine Stellung nehmen. „Angelegenheiten des Aufsichtsrats kommentieren wir grundsätzlich nicht“, teilte der Airport mit.

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