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Überschuss erzieltFlughafen Köln/Bonn landet in der Gewinnzone

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Der Kölner Flughafen

Der Kölner Flughafen

Nach drei Jahren mit empfindlichen Verlusten ist der Flughafen Köln/Bonn weit in der Gewinnzone gelandet. Der Überschuss betrug 17,2 Millionen. Die will der Airport auch für Investitionen nutzen.  

Auf einen Tag wie den gestrigen hat die Geschäftsleitung des Flughafens gewartet. „Wir haben uns in der Krise neu erfunden. Jetzt können wir das auch in den Zahlen zeigen“, sagte Torsten Schrank, in der Geschäftsführung für Finanzen zuständig, bei der Vorlage der Bilanz. Der Gewinn ermögliche es, Investitionen zu tätigen und den Flughafen weiterzuentwickeln, sagte Thilo Schmid, der Vorsitzende der Geschäftsführung. Bei der Vorklage der Bilanz.

Die Geschäftsentwicklung

 Nach einem schwachen Start ins Jahr zog die Zahl der Fluggäste ab dem Frühjahr merklich an. Letztlich konnte der Airport 8,8 Millionen Passagiere begrüßen. Das sind doppelt so viele wie im Vorjahr und 71 Prozent der Passagiere aus dem Jahr 2019. Der Frachtumschlag verfehlte dagegen das Ziel von einer Million Tonnen und sank um ein Prozent auf 972 000 Tonnen. Der Weihnachts-Peak sei schwächer ausgefallen als in den Vorjahren. Schmid erklärt das auch mit einem deutlich stärkeren Passagierflug als in der Corona-Zeit. In Passagiermaschinen wird nämlich deutlich mehr Fracht transportiert als in reinen Frachtmaschinen.

Der Umsatz stieg um 28,9 Prozent auf 317,4 Millionen Euro. Das liegt nur leicht unter dem Wert der Vor-Corona-Zeit. Ein Grund: Die sogenannten Non-Aviation-Umsätze rund um die Vermietung von Parkplätzen, Geschäften oder Hangars liegen auf Vorkrisenniveau. Hangars seien etwa komplett vermietet. Bei Neuvermietungen habe der Flughafen die Chance zu Mieterhöhungen genutzt, so Schrank.

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Das Ergebnis

Weil der Flughafen auch noch Kosten gesenkt hat, kletterte das operative Ergebnis (Ebitda) um 126,1 Prozent auf 73,7 Millionen. Vor Steuern blieb ein Gewinn von 26,1 (Vorjahr: -17,7) und unter dem Strich ein Gewinn von 17,2 (-14,5) Millionen. Operatives Ergebnis und Überschuss sind die höchsten seit 2012. Dabei gab es 2019 bis 2021 empfindliche Verluste von insgesamt über 70 Millionen. Aber auch in den sieben positiven Jahren lag der Gewinn im Durchschnitt nur bei drei Millionen. „Für einen Flughafen unserer Größe war das viel zu wenig“, sagte Schrank. Jetzt stehe der Flughafen dagegen auch im Branchenvergleich gut da. Außerdem sanken die Verbindlichkeiten im abgelaufenen Jahr um 8,1 Prozent auf 338,3 Millionen Euro.

Die Investitionen

Nach Investitionen von etwa zehn Millionen Euro zur Stabilisierung des Betriebs im abgelaufenen Jahr etwa in ein neues Kontrollzentrum für die Abläufe in den Terminals, die Gepäckabgabe in Selbstbedienung, Info-Kioske oder ein neues System zur Bordkartenkontrolle, will der Flughafen kräftig investieren. Dazu sieht Schmid nach dem Gewinn den finanziellen Spielraum. Die Photovoltaik-Anlagen werden ausgebaut oder neue LED-Beleuchtungstechnik eingebaut. Die Aufenthaltsqualität soll ab Sommer ein neuer Duty-Free-Shop in Terminal 1 verbessern sowie ein neuer zentraler Marktplatz in Terminal 2. Der Sicherheitsbereich hier soll ohnehin umgestaltet werden. Ein blaues Band, das für den Rhein steht, ist prägendes Element. Es wird darum herum Sitzgelegenheit, begrünte Flächen und gastronomische Angebote geben. Der Flughafen will klimaneutral werden. Es soll eine zweite Wasserstofftankstelle entstehen, die einmal etwa schwere Fahrzeuge des Flughafens wie Schneepflüge mit Treibstoff versorgen könnte.

Der Ausblick

Im laufenden Jahr erwartet der Flughafen 9,7 Millionen Passagiere und den Umschlag von 985 000 Tonnen Fracht. Der Airport will dauerhaft profitabel sein, wobei das Ergebnis 2023 wohl nicht ganz das von 2022 erreichen werde, so Schrank.

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