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Neue RegelungAuch an der Fleischtheke soll die Herkunft transparent werden

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Fleischtheke im Supermarkt

EIne Fleischtheke im Supermarkt (Symbolbild) 

Berlin – Die Bundesregierung will die verpflichtende Herkunftskennzeichnung bei Fleisch ausweiten. Bald – so der Plan – soll auch bei unverpackter Ware in Fleischtheken, beim Metzger oder auf dem Wochenmarkt ausgewiesen werden müssen, wo die Tiere aufgezogen und geschlachtet worden sind.

Das Agrarministerium bestätigte unserer Redaktion, dass an einem Gesetzesvorschlag für Schweine-, Geflügel-, Ziegen- und Schaffleisch gearbeitet werde. Bislang schreibt eine EU-Norm vor, dass nur verpacktes Frischfleisch im Supermarkt entsprechend gekennzeichnet werden muss. Diese Regelung solle erweitert werden, so eine Ministeriumssprecherin.

Auch für Obst und Gemüse gibt es solche Vorgaben. Beim Rindfleisch muss die Herkunft ebenfalls ausgewiesen werden. Die entsprechende Regelung war Anfang der 2000er-Jahre nach der BSE-Krise erlassen worden. Sobald die Produkte allerdings verarbeitet verkauft werden, entfallen Kennzeichnungspflichten. Beim marinierten Grillsteak beispielsweise ist es dem Händler überlassen, ob der Kunde etwas über die Herkunft des Fleisches erfährt. Gleiches gilt bei Eiern: Sind sie Teil von Nudeln oder Kuchen, entfällt die Herkunftsangabe auf der Verpackung.

Was gilt dann in Restaurants?

Komplett außen vor ist bislang der Bereich der Gastronomie. Auch die aktuellen Reformpläne der Bundesregierung fokussieren sich nur auf den Handel. Dabei wird in Restaurants gut die Hälfte des in Deutschland konsumierten Fleisches verkauft. Bauern- und andere Wirtschaftsverbände fordern seit Längerem eine umfassende Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel. Auch im Koalitionsvertrag der Ampel-Parteien findet sich das Vorhaben.

In einer Antwort auf Anfrage der Unionsfraktion im Bundestag verweist das Agrarministerium auf entsprechende Pläne der EU-Kommission für eine europaweite Herkunftskennzeichnung. Der Bund erwartet Ende dieses Jahres einen entsprechenden Entwurf aus Brüssel. Mit bisherigen Vorschlägen der Kommission ist die Bundesregierung aber offenbar nicht zufrieden. Diese würden „insgesamt eher geringfügig bis moderat“ zur Verbraucheraufklärung beitragen. Für den Fall, dass eine Lösung auf EU-Ebene nicht gelingt, werde die Bundesregierung „eine nationale Regelung auf den Weg bringen“.

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Albert Stegemann, agrarpolitischer Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, kritisiert die Pläne. „Die Bundesregierung duckt sich immer noch weg, wenn es um die Einführung einer umfassenden und verpflichtenden Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel geht“, sagt der CDU-Politiker. Er verweist darauf, dass auch in anderen EU-Ländern bereits entsprechende Kennzeichnungen vorhanden seien: „Was in Frankreich und Österreich bei der transparenten Information über die Herkunft und Region möglich ist, muss auch in Deutschland möglich sein“, so Stegemann.