Zusammentreffen der Generationen in den Kölner Puppenspielen: Die Rundschau-Altenhilfe hat Senioren und Seniorinnen ins Hänneschen eingeladen.
TheaterbesuchDrei Generationen im Hänneschen

Die Rundschau-Altenhilfe lädt ein ins Hänneschen-Theater.
Copyright: Constantin Ehrchen
Dieser Tag gehört den Bergisch Gladbachern: Aus Moitzfeld ist der Seniorenkreis Sankt Joseph gekommen, aus Refrath 33 Kinder der katholischen integrativen Kindertagesstätte Sankt Elisabeth mit jeweils einem Elternteil. Die einen auf Einladung der Rundschau-Altenhilfe, die anderen im Rahmen des theaterpädagogischen Programms des Kölner Puppentheaters. Sie alle freuen sich auf ein besonderes Erlebnis: das Stück „Dr Künning vun Knolledörp“ im Hänneschen-Theater.
Agnes Hetzler vom Moitzfelder Seniorenkreis hat die Rundschau-Altenhilfe angeschrieben. Alle 14 Tage treffen sich die Seniorinnen zum Basteln, Spielen und Singen; zweimal im Jahr machen sie einen Ausflug. „Das passte hier genau“, sagt sie.

Freuen sich aufs Hänneschen: drei Damen vom Seniorenkreis St. Josef in Bergisch Gladbach.
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Irene Baur (91), Marlies Bauer (89) und Rosarita Andes (94) freuen sich auf die Vorstellung. Marlies Bauer war früher lange mit ihrem Mann im Förderverein des Hänneschen-Theaters, „bis er nicht mehr auf den harten Bänken sitzen konnte“. Vorausschauend hat sie sich ein Kissen mitgebracht. Ist es schön, zusammen mit Kindern in der Vorstellung zu sitzen? „Das werden wir ja sehen“, sagt sie.
Im Saal begrüßt die Vorsitzende der Altenhilfe, Julia Heinen, die Zuschauerinnen und Zuschauer. Sie bittet die verschiedenen Generationen, einander wohlwollend zu betrachten: „Habt keine Angst voreinander, ihr könnt voneinander lernen. Wir gehören alle in die gleiche Gesellschaft.“

Zwei Generationen im Hänneschen: Kinder der Kita St. Elisabeth in Bergisch Gladbach-Refrath und Frauen vom Seniorennetzwerk Höhenberg.
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Die Kinder haben sowieso eher Angst vor dem Hänneschen selbst: Als die Puppe mit der roten Mütze im dunklen Saal auf der hell erleuchteten Bühne erscheint und das Publikum zum Applaus anfeuert, müssen mindestens zwei Kinder schreiend hinausgebracht werden.
Der Rest hört zu, wie der Speimanes über das Bildungswesen schwadroniert und die Kinder um Hänneschen und Bärbelchen sich nach der Schule zur Bandprobe verabreden. Eine Puppe bleibt zurück und klagt, sie fühle sich, als würde sie nicht dazu gehören: „Ich bin so anders.“ Speimanes beruhigt sie: „Jeder Jeck is anders, und du bist gut, genauso wie du bist“.
Ein schweres Thema, und noch schwerer wird es, als ein Zauberer im Dorf erscheint. Er verzaubert die Menschen so, dass sie sich nur noch streiten, um sich dann zum König von Knollendorf küren zu lassen. „Dann wird euer Leben wieder einfach und bequem“, verspricht er ihnen. Gut, dass zwischendurch Hahn Rikki auftaucht und für Lacher sorgt.

Blick ins Programm vom Hänneschen-Theater.
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In der Umbaupause singen zwei Musiker das Lied von der „Kayjass Nummer Null“: Die Kinder vorne klatschen, die Senioren hinten singen dazu noch lauthals mit, genau wie die Mütter der Kinder - schließlich ist noch eine dritte Generation im Saal.
Nach der Pause wird es spannend, als Hänneschen und Bärbelchen mit ihren Freunden das Zelt des Zauberers durchsuchen. Dort sind zwei bunte Papageien gefangen und aus dem Zauberbuch steigt mit viel Nebel nicht nur ein Rabe empor, sondern auch ein klapperndes Gebiss: ein Gag für Klein und Groß.
Hänneschen durchschaut natürlich den König von Knollendorf. Ihm und seinen Freunden gelingt es, den Scharlatan zu enttarnen und nebenbei auch noch die Papageien zu befreien.

Haben Tradition: die Hänneschen-Puppenspiele der Stadt Köln.
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„Wissen Bärbelchen und Hänneschen alles?“, fragt ein Junge nach dem Stück. Da darf das Publikum hinter die Britz, die Bühne, schauen und mit Puppenspielern und -spielerinnen reden. Der Spieler von Tünnes antwortet dem Jungen: „Ja, das sind schon ganz schön schlaue Kinder.“
Die Kinder im Publikum sind auch ganz schön schlau. Aber 90 Minuten zum Thema Ausgrenzung und Aufstieg von Populisten ist ganz schön viel. Die sechsjährige Ella gibt zu, zwischendurch fast einmal eingeschlafen zu sein. Trotzdem hat es ihr gut gefallen, „besonders das Gebiss“.
Und Marlies Bauer aus Moitzfeld? Die fand Stück und Ausflug sehr gut. Und die Kinder, sagt sie, seien doch sehr ruhig gewesen, „die hat man hinten gar nicht gehört.