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Kommentar

Heizungsgesetz
Jetzt geht das Chaos erst richtig los

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ILLUSTRATION - 24.02.2026, Berlin: Eine Frau dreht an einem Thermostatregler einer Heizung in einer Wohnung.

Eine Frau dreht an einem Thermostatregler einer Heizung in einer Wohnung. 

Energieministerin Reiche plant eine „Bio-Treppe“ mit „Grün-Gas“ und „Grün-Öl“, doch Experten warnen vor Kostenfallen.

In einer Diskussion über Änderungen am Heizungsgesetz hatte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer vor einem Jahr gesagt: „Die Bürger sind sehr schlau!“ Er meinte damit, man solle es den Hauseigentümern und – wo sie das beeinflussen können – den Mietern überlassen, welche Heizung sie einbauen, wenn die alte ausgedient hat. Die Leute wüssten schon, dass das Heizen mit Öl und Gas perspektivisch immer teurer werde und die Erderwärmung beschleunige.

Man kann nur hoffen, dass Kretschmer recht hat. Denn die Merz-Regierung und allen voran Energieministerin Katherina Reiche von der CDU versuchen gerade zweierlei auf einmal: Hauseigentümer und Mieter gnädig zu stimmen und gleichzeitig auf den Arm zu nehmen.

Aber der Reihe nach. Nach dem Furor über den angeblichen „Heizhammer“ von Robert Habeck hat die Koalition in ihren „Eckpunkten“ dessen Gesetz am Dienstagabend für abgeschafft erklärt. Zugleich betont sie, strenge Sanierungsvorgaben aus Brüssel „1:1“ einzuhalten und die eigenen (übrigens gesetzlich verankerten) Ziele zur Treibhausgasminderung beim Heizen weiter im Blick zu haben.

Wer das noch nicht schizophren findet, für den geht es weiter. Um den Einbau neuer Gas- und Ölheizungen nicht verbieten zu müssen, wird eine „Bio-Treppe“ geschaffen und mit „Grün-Gas“ und „Grün-Öl“ befüllt, und zwar in verschiedenen Etappen, bis irgendwann alles grün ist oder die Erde so warm, dass niemand mehr heizen muss.

Unter den vielen ungläubigen Reaktionen auf die neuen Heizungspläne sticht die des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks heraus. Der Verband gehört nicht gerade zu den größten Habeck-Fans. Und so lobt Präsident Jörg Dittrich jetzt dessen Nachfolgerin Katherina Reiche für ein „wichtiges Signal“. Um dann allerdings zu warnen. „Die Möglichkeit, weiterhin Gasheizungen zu betreiben oder neu einzubauen, kann zur Kostenfalle werden, etwa wenn Energieversorger die notwendige Nachfrage nach grünem Gas nicht decken und nicht ausreichend ins Netz einspeisen können. Die viel zitierte Bio-Treppe droht dann zur Rutschpartie zu werden und erhebliche Mehrkosten für Verbraucher zu verursachen.“

Zusammenfassend sei festgehalten: Zu Risiken und Nebenwirkungen beim Heizungstausch suchen Sie sich unbedingt einen guten Energieberater, aber fragen Sie auf gar keinen Fall Katherina Reiche oder einen anderen Minister oder eine Ministerin.