In Ossendorf feierte der Ex-Fööss einen spektakulären Auftakt als Weihnachtengel.
MotorworldDer Weihnachtsengel feiert mit der kölschen Famillich

Zeitreise: Erry Stoklosa und Tommy Engel früher und heute gemeinsam auf der Bühne
Copyright: Stephan Eppinger
„Ich hätte nach unseren Anfängen 2005 im Zelt auf der Rennbahn in Weidenpesch nicht gedacht, dass das Ganze einmal solche Auswirkungen haben wird. Inzwischen sind wir wie eine große Famillich“, sagt Tommy Engel bei der Premiere seiner diesjährigen Show am Freitagabend im Hangar der Motorworld in Ossendorf.
Dort konnte der kölsche Musiker neben der eigenen Familie und vielen Stammgästen im Saal auch seinen Sohn Ilja und seinen Enkel Robin als Bandmitglieder auf der Bühne begrüßen. Unter den mehr als 900 Zuschauern im Hangar waren auch viele Freunde und Wegbegleiter wie Wolfgang Niedecken, Purple Schulz sowie Rolf Lammers und Arno Steffen von der Band L.S.E..

Wolfgang Niedecken (l.) und Carolin Kebekus waren vor Ort auf dem Bildschirm dabei. Linus (2.v.l.) sang mit.
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Auch auf der Bühne hatte sich Tommy Engel wieder Kollegen zur Unterstützung eingeladen. Neben dem Livegästen Ur-Fööss Erry Stoklosa und Entertainer Linus wurden auch Wolfgang Niedecken und Caroline Kebekus als prominente „Fata Morgana“ per Leinwand zugeschaltet - eine echte Premiere für die kölsche Weihnachtshow, bei der natürlich auch das festliche Drei-Gänge-Menü mit Kartoffel-Lauchcreme-Suppe und „Mutter Engels“-Rinderbraten nicht fehlen durfte.
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Musikalisch reichte die Reise an diesem Premierenabend von alten BAP-Songs im Duett mit Niedecken bei „Do kanns zaubere“ über Fööss-Lieder wie „Meiers Kättche“, bei dem sich Caroline Kebekus als rappende Tochter vom Kättche digital einschaltete bis zum Duett mit Erry Stoklosa bei „Ich han nen Deckel“ - ein willkommener Anlass für unterhaltsame Anekdoten aus der gemeinsamen Zeit bei den Fööss: „Früher wurde bei den Mikros auf der Bühne noch gespart, da hatte man schon mal den Lippenstift von Marie-Luise-Nikuta oder das Mettbrötchen von Peter am Mikro“, berichtet Engel.
Zu den Traditionen des Weihnachtsengels gehört die kölsche Weihnachtsgeschichte, bei der Tommy Engel in seinem riesigen roten Sessel Platz nimmt. Dazu zählte ein humorvoller Rückblick auf den verregneten Kölner Sommer oder die Weihnachtsschokoladenproblematik bei der Bikinifigur, aber auch nachdenkliche Töne, wie bei dem schwerkranken Freund, der im Krankenhaus im Sterben liegt. „Echte Freundschaft ist wie eine Ehe, da steht man zusammen, in guten wie in schlechten Zeiten. Gerade an Weihnachten sollte keiner allein sein, vor allem, wenn es ihm nicht so gut geht“, erklärt Engel.
Emotional wird es auch beim Dankeslied „Du bist immer noch nicht leis“, das Engels langjähriger musikalischer Leiter Jürgen Fritz gemeinsam mit Ilja Engel und Robin Duns singt. „Jetzt brauche ich eine Zigarre, wir sind ja hier in unserem Wohnzimmer“, zeigt sich Engel gerührt, während das Publikum stehend applaudiert. „Ohne unsere Crew auf, hinter und vor der Bühne wäre das alles hier aber gar nicht möglich“, sagt der Musiker, der zum Finale auch seine „Service-Engel“ komplett auf die Bühne holt.
Auch die „Arsch-huh“-Hymne wurde angestimmt
Zu den großen Höhepunkten des herausragenden Abends zählt auf jeden Fall die Zeitreise von Tommy, Erry und Linus in die Ära des Woodstock-Festivals im Jahr 1968. Dabei begeistert Linus als Joe Cocker bei „With a little Help from my Friends“, bei dem die Musikerkollegen den Part des Backgroundchors übernehmen und dafür in die passende hohe Stimmlage wechseln. Kurz danach übernimmt der wandelbare Entertainer im Duett mit Engel den Part der launigen Diva Lara Zerlando und glänzt später auch im Trio der italienischen Tenöre auf der Bühne.
Nicht fehlen darf am Abend zudem das „Arsch huh“-Lied, zu dem sich auch wieder die beiden „Avatare“ zuschalten. Dazu kommen kölsche Töne wie bei „Du bes die Stadt“ und natürlich fehlt auch das weihnachtliche Mitsing-Medley nicht am Ende eines herausragenden Abends, der allerdings wegen eines Großeinsatzes der Polizei nach einer Schießerei mit zwei Schwerverletzten etwas zu abrupt zu Ende geht.
Da der Bereich um die Halle von der Polizei abgesperrt wird, dauert es, bis sich das Publikum auf den Nachhauseweg machen kann. Dafür kommt die Band noch einmal zurück auf die Bühne und spielt weitere Lieder wie den Fööss-Klassiker „En unserem Veedel“. Die Show läuft noch bis zum 21. Dezember, ist aber weitgehend ausverkauft. Nur für die letzte Matinee sind noch Restkarten erhältlich.
